Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 23)
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sehr bleibt doch wahr, daU in Ihren Reihen Ruch imtiici die tiefst t einlösen Juden zu finden sind und daU der Bestand und die hntfaltuiiK jüdischer Religiosität am ehesten noch durch sie verliiirut werden kann. Nur bei ihnen trifft man noch leibhaftige, unkonstrujertc Sehnsucht nach (lott, hei den andern meist nur Diskussion oder, wenns hoch geht Sehnsucht nach der Sehnsucht nach Hott Die Fortsetzung der Artikelreihe »Worte des Israel Zokennaar" in nächster Nummer. .111>>i 011 vi; (iLU HKV? Von Rabbiner Saul K a a t /. Hindenburg (O.-S.K Ich fühle mich verpflichtet, dem unter obigem Titel im „\uisticg" Nummer 5 erschienenen Aufsatz von Heimo Collen, ohne zum (ianzcu scinci Darlegungen Stellung zu nehmen, feinige Bemerkungen hinzuzufügen: 1. Cohen hält die zwei Bedeutungen des Begriffes Glauben nicht auseinander, nämlich den glaubenden (Hauben und den geglaubten Glauoen. oder, um mich des Fachausdruckes der wissenschaftlichen Theologie zu bedienen, die Fides, qua creditur (den Glauben, durch den geglaubt wird) und die fides. quae creditur (den Glauben, der geglaubt wird). Auch der liberale lüde hat die fides, qua creditur. Aber er bestreitet die tides. quae creditur, er lehnt die lin-bloc-Annahme dessen ab, was von den talmudischen und halachischcn Autoritäten der Vergangenheit und der (iegenwart geglaubt und als eine (jlauhcnsnflicht statuiert wird, deren Nichtbeachtung Ketzerei ist. Her orthodoxe Apologet hat also die Aufgabe, die fides credendn (den zu glaubenden Glauben), das heißt den Glaubensinhalt des orthodoxen Judentums, und zwar seine Formal-, und seine Materialprinzipien darzulegen, zu verteidigen und dafür zu werben. 2. Cohen zitiert Acußerungen S. R. Hirsch', wonach das Judentum nicht ein Glauben, sondern ein Wissen sei. Aber er entnimmt, diese Zitate dem Pentateuchkommentar Hirsch', wo sie sich auf diejenigen Israeliten beziehen, die mit selbsteigencr, unmittelbarer Sinneserfahrung die Offenbarungen und Wuntertaten (iottes wahrnahmeu. Daß auf Augenzeugen von Vorgängen nicht die Vokabel ..glauben" sondern „wissen" anzuwenden ist. ist selbstverständlich. Wenn man aber beweisen will. daU nach Hirsch das Bewußtsein von Gott und seiner Lehre für die Juden der Gegenwart nicht ein (ilauhcn. sondern ein Wissen ist, dann darf man nicht Bezeichnungen heranziehen, welche Hirsch auf das Bewußtsein der Israeliten der Wüstenwanderung, der A u g e n z e u g c n der göttlichen Offenbarungen und Wunder, anwendet, sondern muß als Beweis solche Stellen der Hirsch'schen Schriften heranziehen, die sich auf diejenigen Juden bezichen, welche nicht mit selbsteigencr. unmittelbarer Sinneserfahrung die Offenbarungen und Wundertaten (iottes wahrnahmen. IM