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Der Aufstieg · 1931-01-01 · 6 (1.1931) · p. Seite 161

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
6 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 161 (sequence 15)
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BEHUmHUNGKA In dieber Rubrik werden Geschehnisse auf ihren Hintergrund oder aut'iluc Wirkungen hirptt<rnogllchster Kürze besprochen. Auch Bucherschejnungen und onstige literarische und künstlerische F.reignisse. die )a auch Uescbehrrfsse im gesellschaftlichen Leben sind; doch, weil so betrachtet, ohne alle literatenhaik Ambition. Und es muß auch nicht gerade immer Neuestes sein, wozu wir unsere Hei erkunden machen. Wenn Aelteres da ist, das auf noch Wirksames odo* aul noch mögliche Wirksamkeit hinweist, so wollen wir es nicht deshalb übergehen, well zu seiner Zeil oder an seinem Beginn wir noch nicht da waren. DIE WAHL ALIS WARNUNU In Berlin landen Wahlen in die Repräsentantciiversanuiihing der Jüdischen 'tieineinde statt. Von ungefähr 130.000 Wählern wählten über 77.000. Ca erhielten die Liberalen beinahe 42.000 Stimmen und 24 Mandate, die Volkspartei (Zioiirstcnt .'5.000 Stimmen und 14 Mandate, die Mittelpartei, die überparteiliche Gruppe und die Poale Zion je ein Mandat. Die konservative Partei, deren Spitzenkandidat ich w ar. blieb ohne Mandat. Kein Zweifel, daß ein solches Wahlergebnis in der grollten jüdischen Gemeinde Deutschlands zu Frklärtingeii und Betrachtungen herausfordert. Dabei ist tür uns der Kampf zwischen Liberalen und Zionisten von geringer Bedeutung. Ihn entschied offenbar der Umstand, daß die Liberalen, die sich hei der vorletzten Wahr-.von den Zionisten hatten Uberrumpeln lassen, lausende und Ahe' lausende der damaligen Wahlfaulen für sich zur Wahlurne bringen und so dir /ionKten. die selbst auch um 50 Prozent Stimmen mehr als hei der letzten W ahl zusammenscharrten, weit überflügeln konnten. Für uns ist nur von Bedeutung, daß wir einen richtigen Blick für den Unii.rtig und die Ursachen der Niederlage gewinnen, die gerade die konservative Partei: erlitt: Schon die nackten Ziffern zeigen uns cht erschreckendes Mißverhältnis: Unter 77.000 Wählern und gegenüber 42.000 Liberalen und 2&QUO Zionisten bloß 1400 Konservative! Aber der peinliche Eindruck verschärft sich noch, wenn wir uns erinnern, daß ja die Parteilosungen der anderen für uns eigentlich ernannte iniglrgcahlc sind, daß wir anders zählen müssen, als mau es hei der Auszählung tat nicht nach den Listeimuminern der Parteien, sonder i" nach der Stellung zum alten überlieferten Judentum. Wir scheu uns dann mit unseren-1400 Mannen einer der Uchcrlicfcrting nicht mehr treuen FiidieJlsfront von nber 75.000 gegenüber. Wohl haben wir dabei mehrere tausend konservative Mitläufer der Volkspartei in diese Front einbezogen. Allein das ist ja das Ungeheuerliche, daß wir sie dort einbeziehen müssen,.weil sie sich eben.selbst einbezogen haben. Das ist ja die Tragik, daß die paar tausend Ucberliclerungstreuen, die In der großen Berliner jüdischen (lenieinde übriggeblieben sind, nicht beisammen bleiben, daß sie wider sich selber wuten. Deutlich sind die verschiedenen Kräfte zu unjf-x^cjigidcn, die sie Icegen ihr eigenes weltanschauliche« Interesse hetzen: Da ist die Indolenz, die sich nur um das eigene Seelenheil kümmert: da ist <Hc misrachistischc Extratour; da sind die Schwachmutigkeit und die Ahmutgslosigkeit lausender konservativer Ostjudeu gegenüber zionistischer Beeinflußung. Und da ist, bis zu einem gewissen (trade, noch eines: Der tlegen «atz zwischen Gemeinde- und Austrittv>rthodoxic . Nicht daß etwa von verantwortlicher Seite der Austrittsorthodoxie irgendwie gegen d e Bemühungen der Berliner tierm-indeorthodoxie gearbeitet worden MM

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