Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 13)
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figen.n n„ »I c> uucb. daß die Marannen am Sabbat und an festlagen keilt l leiscirtsscjk Dieser «iebrauch erklärt sich daraus, daß mc kein geschä Jitetcs fleisch bekommen konnten und sich deshalb, um wenigstens den Sabbat Öttei feicrtaginch^ durch trefene NalirunitsmUU I zu entweihen, des l leischgenusses diesen Tagen entbieten. IN gilt bei ihnen noch heute als grollt Sünde.-an Feiertagen auch nur das geringste Stuck fleisch ZU genießen. Mit besonderer Streune wird von den Marannen Jauin Kippui gehalten. Wie ich schon saute, lallt er bei ihnen aut den I?. Tisehru Am Vorabend werden in ledeiii Hause Kerzen angezündet, die genau so wie die zum Freitagabend hergestellt werden und den ganzen Jauin Kippur zum Andenken an die Verstorbenen »rennen; Sedann versammeln sich die Maraiinen, festtäglich gekleidet, um.giinelnsäni 24 Stunden hindurch Ucbctu in portugiesischer Spracht; zu rezitieren, r/s .i.ili in irühereu Zeiten auch als besonders verdienstlich, die ganzen 24 Stunden liindurcb weder zu schlafen noch sich sonsi auszuruhen, sondern Tag und Nacht hindurch ZU beten. Unter anderem beteten sie und beten sie noch bis aut den heutigen tag für die Rettung ihrer Mruder. die in den Klauen der Inquisition lest ..ehalten werden. (Der Gebrauch, am Jauin Kippur ein besonderes (jebet lur du van der Inciuisitioti gefangen Gehaltenen und für die im vergangenen Jahre von itcr Inquisition Verbrannten zu vcrricliteii, herrschte irühei auch in Hamburg. M •«bei mit der Abschaffung der Inquisition fortgefallen.) Am Pcssaeh. der, wie bereits erw.ihm. zwei Tugc spau r als bei UM** geleiert wird, essen die Mammen kein Brot und keine Nahrungsmittel, die mit säuerndem Mehl zubereitet werden. In Erinnerung an die beiden ersten Seiltiabende feiern sie diese Abende durch Zusaminenkünfe. Genau einen Monat voi l'essacfa tasten sie am Tage der Königin Ksther. Piirliii selbst'kennen sie heule ' nicht mehr. Von anderen jüdischen Feiertagen wissen die Marauiicit so gut wie nichts . mehr, werin sie auch einzelne Taget *'ie z. Ii. Clianuka, feiern. Zu bewundern isu>_daß die Marannen. von geringen Ausnahmen abgesehen, auch heute noch nur unter' sich heiraten. Die Trauung w;rd mangels rellgtOsei l'ührer durch ein älteres PamHienmiglled vollzogen, wobei die Marannen"genau Jieselbcn Worte auf portugiesisch sprechen, wie wir Juden aut hebräisch. Im Gegensatz zu den Christen gilt auch bei den Marannen der Brauch, dal: arm und reich gleichmäßig und in einem einlachen Molzsarge bestattet verden. Am Tage des Begräbnisses verteilen die Hinterbliebenen Geldspenden ' uiter die a/men Marannen. Der Verstorbene wird mit frischem Wasser aus' einer flielieiidcn OueÜe gewaschen, worauf ihm eine Silber- oder Goldmünze in den Mund gelegt wird, die dann ein Armer bekommt Das Wasser, das sich im \ugcnblickc des Ablebens des Verstorbenen im Haus beiludet, wird ausgegossen \ciit Tage lang brennt Ith Haustdes Verstorbenen ein Licht, die Angehörigen sitzen während dieser Zeit auf niedrigen Bänken und jeden lau kommen Verwandte und Bekannte, um Gebete zu verrichten. Während der ersten acht Tage wird von den Angehörigen des Verstorben!! kein fleisch genossen, und am -Ilten und am dreißigsten läge fasten sie sogar. Während des ganzen-Trauer ihres werden Spenden verteilt. (Wie lest die Mammen miteinander verbünde'' sind und sich gegenseitig zu unerstüzen pflegen, zeigt die Tatsache, dali. als d*i v>ii nur bereits erwähnte Herr Schwarz das Städtchen Belmontc. eine größere Mar.innensicdluiig besuchte, ihm von einem ganz einfachen Maiannen gesagt wurde: Der Name Jude kommt daher, weil w.r uns gegenseitig unterstützen Im ■ 1'orttigics.i-ehen licnßt nämlich unterstützen ...uiid.ir' und Jude ..liideu"» IM