Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
- Belongs to
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VON DEN PORTUGIESISCHEN MAR ANNEN. Wir gaben in der vorigen Nummer gelegentlich der Besprechung den Büchel »Da» Land zwischen Orient und Okzident» von Dr.- Marcus Khrenprei» unUl Jem Stichwort Stumm geblieben» unserer Meinung über die niederdrückend* Te'lnakms'o.-dgkcit Ausdruck, mit der das icro-se portugiesische Marannen -!•' reignis von der Judcnheit aufgenommen wurde. Wenn wir daliei von einigen wringen Manifestationen sprachen, M wolltrn wir damit natürlich nur die In Verhaltnisse zur Zahl der Juden zahlenmas>ig» Schwäche der Manifestanten kennzeichnen und nicht etwa diesen selbst persönliche Unzulänglichkeit to» •chreiben. Muss man ihnen ja gcrad« un Gegenteile angesichts der allgemeine« '''■■ilnahmsloüigkeit ihren Schwang und ihren Kifer doppelt hoch anrechnen. An erster-Stelle ist hier Samuel Schwall hervorzuholen, der ein packende« Buch in portugiesischer Sprache lehrtet), das den Titel «Die Nevchristen in Poi^ tugal im zwanzigsten Jahrhundert» führt und einen vielfach grösseren I-eaer- Vreis verdient, als es seiner'Sprache nach haben kann. Hoffentlich wird es baW a:ich ir andere, den Juden geläufigere Sprachen ülicisetzt werden. .Marannen - Kommittees-, d. h. Kommittees, die fs sich zur Aufgabe gesetzt tiat>4Bj den portugiesischen Marannen ihre schwere Aufgabe zu erleichtern, gi't ej. in Kngland (Vorsitzeniler E. I.. Mocatta, Schatzmeister L. B. ('astello, ehren am'ücher, Sekretär Paul Goodman, London) und in Holland (Vorsitzender M. v.m Son, Hilversum). Von van Son ist eine holländische Broschüre: «Verleden en Heden der Marranen in Portugal* erschienen, die in aller Kürz« aber auch Klarheit"das Thema sowohl nach der geschichtliichen Seite ala rn Ansehung des. en, was jetzt vor sich geht, behandelt. In Deutschland wird die Gründung eines Marannen - Kommittees wohi nicht mehr lange auf sich warten lassen. Hier ist Alfonso Oassuto, Hamburg, fOt die Sache besonders tätig. U. a. Ubersetzte er einen sehr interessanten Aufsatt von Dr. Cecil Roth, London, Uber des.-en Erlebnisse und Eindrücke in Portugal aus dem Englischen ins Deutsche. Diese Uebersetcung, von der da* letzt« H»ft i:tr Zeitschrift «Der Morgen» einen Auszug in ziemlicher Breite brachte, liegt uns in vollem Umfange vor. Interessant ist schon das, was Dr. Roth über die persönliche Erscheinung des Marannenführers Hauptmann Arthur Carlos de Harros Basto zu erzählen weiss. Er beschreibt ihn als einen «dunkelfarbigen, >ergnügt aussehenden Mann von ausserordentlich breitem, der Grösse nach ein wenig unter dem Mittelmass Meinenden Wuchs» und alt «prächtige« Muster von dem Typ, der in der ganzen Welt als der englische Marineoffizier bekannt Ist.} Wir erfahren dann, dass es namentlich der Gross vater de Barros - Bastos war, der in besonders entwickelter Anhänglichkeit an das im Cieheirr*rt~fc«P~ >« ahrte und gelübte Judentum in seinem Enkel den Enthusiasmus für dieeea weckte. Und schliesslich lernen wir, von soviel Mut und Hingebung immer erschütterter, den Weg kennen, den de Barros Basto gegangen tat. Er hatte schon eine bedeutende und erfolgreiche militärische, politische, wissenschaftliche und litorariatht Laufbahn hinter sich, alt in seiner Seele «der erhabene Gedankt von der zwingenden Gewalt der jüdischen Religion und der Verbundenheit mit der Masse des jüdischen Volkes» mit Macht hervortrat. Schon vor dem Kriege hatte er begonnen, die Synagoge (der in neuerer Zeit eingewandertem Joden) in Lissabon zu besuchen und die hebräische. Sprache tu erlernen, von der er jetzt eine verhältnismässig gute Kenntnis besitzt. Nach dem Kriege trat er in 45