Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 25 (21.6.1861)
- Date
- 1861-06-21
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4884143-5427051-5427149--420-4884517- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vormerkung der Stimmzettel bedurft habe. — Mit dem Bedenke» wegen des 616» nefaatua ist es de« »Mehreren Wählern* wohl schwerlich Ernst. Wollen sich dieselben damit irbste». 'daß e»' denn doch der 3. Wochentag 21« מס שנכפל2121׳‘ ist. Dürfte» wir KkeifieS mft Großem vergleichen, «Schien wir sie auch auf Sechar. c. 8 y. Ist verweisen; Und in der Thal könnte »der Fasttag de» vierten MonateS* zu« Tag der Freude für die hiesige Gemeinde werden, wenn nur auch die Schlußworte desselben Verse» beachtet würden. die da lauten: »Liebet die Wahrheit und den Frieden!" Red.) eh. (Znr Statistik der Wähler- und Stimmlisten.) Da» reetificirte WLHlerverzrichniß zäblt i« Ganzen 1128, vermöge ihre» CultuSbeitrage» oder al» sogen. Honoratioren, wahlberechtigte und wählbare Personen. Graduirte aller Fakultäten find darunter 79, wovon 64 Aerzte und Chirurgen, 14 Juristen; Literaten und Journalisten find 10 angeführt. Künstler 8. Kerner finden sich 1 Rabbiner. 2 Lehr, Institut-Inhaber und 2 Lehrer. — Bon zwei Seiten sind uu» gedruckte Listen, welche an die Wähler vrrtheilt werden, zu Gesicht gekommen. Bei flüchtiger Durchsicht beider Listen, deren Eine ״Ajanlat״, die Andere ״Szavazati lapH betitelt ist, konnten wir nur einen geringen Unterschied von vrincipiellem Charakter wahrnchmea. 92 Namen begegneten wir sowohl auf der einen, wie auf der andern Liste. Die sogenannten »Alten*, worunter man gewöhnlich, die Besucher der alten Synagoge versteht, scheinen auf beiden in gleichem Maße vertreten. I« ״Ajdnlat", der dem Vernehmen nach von der ״consersativ-llberalen* Partei ausgegangen. zählen wir, ebenfalls nur flüchtig. 123 Kaufleute, Spediteure. Wechsler, Trafikanten, Sensale und Trödler, 5 Fabrikanten, 7 Handwerker, 2 Beamte. 1 Architekt, 5 Aerzte, 2 Juristen, 2 Literaten, 1 Lithographen und 2 Privatiers. In dem von den sogenannten ״Radikalen" verbreiteten ״Szavazati lap" finden wir Hl Kaufleute rr., 5 Fabrikanten, 10 Handwerker, 2 Beamte, 4 Buchhalter, Procurauten rc., 1 Architekt, 10 Aerzte. 2 Juristen, 2 Literaten, 1 Buchdrucker und 2 Privatier-. r. Mit Bezugnahme auf eine in Nr. 23 dieser Blätter erschienen« ״Wahlreclamation für den Lehrxrftand", worin auseinandergesetzt worden! daß eS״ unrecht ist, &e GrmAndetrhrer vost der Mahl und Vertretung wegen ihrer Qualifikation al» Communalbeamte auSzuschlteßrn, donnert ,.Pest!' Htrnök" gegen die Intoleranz der Juden und ihre Ausschließung der Intelligenz im Allgemeinen in einer Weise, wie sie nur die Leidenschaft unv die plan» mäßige Animosität diese» Blatte» einzugeben vermag. Indessen ist hier keineswegs von einer Ausschließung der Intelligenz die Rede, da ja diese ohne allen Censu» wahlfähig ist. sondern höchstens von einer ungerechtfertigten Anwendung des Begriffes eines Gemeinde- Beamten. Auch wir möchten in dieser Beziehung die liberalste Aufsassung zur Geltung bringen und stimmen gänzlich ren in erwähntem Aufsatze auSg sprochenen Ansichten bei; die Ausfälle des ״Hirnük" fii.v nicht» desto weniger verwerflkch, da wir mehrere Staaten und gar viele bedeutende Gemeinde» erbände kennen, wo eine gütche An׳ ficht, bezüglich der Gemrindelehrer vorherrscht ohne daß man sie im ÄitferNtksten Irr Intoleranz ^n zeihen berechtigt wäre. «laichen gar sehr und hoffen sogar, daß bei der nächstzueriolgenden Statutenrevtfion die Wahlfähigkeit der Lehrer festgesetzt werde, aber die Ausfälle de» ,>Htrnük' sind dessenungeachtet nichts anderes, als die Eingedungen eineunedlen, haßerfüllten GemütheS, die mehr Derals Beachtung verdienen. Corresxondenz. Gr. Rani,Sa, im Mai. Im März d. I. erließ der Vorstand der ״Chewra-Kadisoka" hier folgendes Cieeular, das selbftsprechend unS der weitern Mittheilung über die Veranlassung enthebt. Cs lauter: »Verehrte Brüder! Wir besaßen ein Gemeingut, das »heilige Reliquien barg; e» war diedie seit fast 100 Jabren vacante »Ruhestätte der Abnen und Gründer unserer geliebten Gemeinte ... »So viel ist jedoch gewiß, daß dieser uneingefriedete, 42" □ Klafter ,messende, abseits gelegene Gottes.cker dem!6. und 17.. zum Theil »dem 18. Jahrhunderte angehörte. Wir tbaten Einsprache als einst »die hiesige Grundherrschast an diese verwaiste Stätte den Pflug an- »setzte, deren Bemnhuer mit Recht klagen konnten: גבי חרשו Sy» :חרשים האריכו למכגיתם״״. Allein de» Drange der ärit «ilNg.jpfc »den Pt»tz HR*«•«' Dir prienchchngeMchsO ä>M»t» dftftn «an» »pw Hnstovnäg de« Ill^nahnMgtbloln» nicht ««bchmN, »nd W »an'dier Strich»» e»ige».'««-tsMr» cht.MjchnMsteift.NMtz«,. »Die Ausgrabung wuche unter Aufsicht W/frm .Ohewra-Kmfiaoka* .,ssrgfällig gchstker, «elchestünch dft in FolIe der Nioeüjr,ng.bloß« »getigrrn Reste am 16.' Jänner 1859 in ehrende» Seift Auf »p ״gegenwärtige« Frftdhoft in ri«m gemeinschaftlichen Grab« befpttet».' »Soll' nun das Andenken derer ganz verschwinden, nie schSE ״früher unsere« Gedächtnisse entrückt? Sollen wir dftse» »ichttgon ״Theil unserer Geschichte gänzlich der Tergrfienheit übergeb«»? StzAA ״wit nicht aufweisen, daß wir diese Stadt schon vor Jahrhunderten ,.Vaterstadt genannt? Soll über diese kn«q>pe Stätte, die »ine so an- ״sehnliche Gemeinde geschaffen, nicht ein würdiges Monument ״emporragen, da» jedem Besucher gebührende Achtung gebietet? »Nein! wir find eS der alten, wir sind e» der regenerirten Gemeind» ״verpflichtet, hier eine Denk-Säule zn errichte».* » ... Wir rufen daher alle unsere lieben Ehewra-Geuoffen unter »dem Losungswort *״ושכח אני •את הסתים שככר סחו-zu «eintzar» ״an, und setzen eine Geldsammlung in Cur-, deren Ertrag wir4M» ״tiren und indem Hauptbuch« der »Chewra* namentlich fthiftrirek ״werden.... Jos. Löwy, Jac. Wintrrstein, Sam. Deutest/ Und siehe! noch in demselben Monate flössen die SpendtN ft reichlich ein. daß sie den glänzende» Erfolg vollkommen sicherten. B». reitist ein von Herrn Dahninspector L ö w e N t h a l trefflich gezeichneter, achtunggebietender Obelisk auS grauem Marmor tn Atbelt, der im September d. I. auf dem jüd. Friedhofe qufgerlchtet weiden wird. Aus jeper drr 4 Seiten «erden Symbole und Platten in bnarelisk angebracht, welche nachfolgende Inschriften tragen. Auf drr einen Seite. Symbol: zwei sich kreuzende שופרות, al» Zeichen der zwei Auferstehungen mit der Inschrift:!,»ד. חצבנו קכר להעצסות היכשות המשלבות סקברותיהן מב״הק יש גושן. אן לקטנו עצס אל־, עצמו באחד עשר לחדש שבט תד״יט למען ftMk^ ח9יא אוון אלי האר^ חזאיש אשר עליה נבנו אבני בזית חאלז־ז עולם כשנת שסר כל י עצמות יו." י י Auf der zweiten Seite, Symbol: Myrthrnkranz. mit drr Inschrift: ״A r^gi z9idö temetö lakoi sz&zöve8 nyughelyükbßl a vnaut altal kiszoritatviln ide at költöztck jan. 16-än 1859-ik «vban.“ Auf drr dritten Seite, Symbol: ein vom geflügelten Rade gedrückter Todtenschädel, mit der Inschrift: »Zweite Ruhestätte der Bewohner de» alten jüd. Gottesackers, dur^ Eisenbahnbauten ans ihren hundertjährigen Gräbern verdrängt und hieher übertragen am 16. Zän. 1859.* Auf der vierten Sette endlich, Symbol: eine Schlange dan Schweif im Rachen haltend, mit der Inschrift: ״Qasa avorum e veteri coemeterio jud. per aedif. vine ferr. oc r cupato 16a. Jan. 1859 huc tranalata sunt.״ Mögen Schwestrrgemetndr» hievon ein Beispiel nehmen, wie da» PietätSgefühl in Israel nur schlummert, und wie schon eine leise Berührung auSreicht um e» zu voller Thätigkeit zu wecken. ss«y. r. firmbetg, 14. Juni. Ich übersende Ihnen in Abschrift d?n im hiesigen Amtsblatt v. 10. d. M. enthaltenen Erlaß bezüglich der Gründung einer Rabbtnerschule: ״raut Erlasse« dehohen Staatsministeriums vom 21. Februar 1861, Z. 186-9917, haben Se. k. k. Majestät allergnädigst zu genebm?״en geruht: l 1. Daß in Galizien eine mit den Rechten einer öffentlichen Anstalt auSgestattete Rabbinerschule errichtet und der Kostenaufwand, insoweit solcher nicht au» einheimischen Quellen gedeckt werd-m könnte, aus rem dermal mit dem katholischen vereinigten israelitischen Schulfonve bestritten werde; ferner 2. daß der i-rael. SchulfoodSantheil aus rem katholisch, a Fond« m׳t dem zur Zeit seiner Einverleibung bestandenen Kapital«- betrage in 5 pCt. Obligationen im Nominalwerthe auSgeschieven, so-