Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 25 (21.6.1861)
- Date
- 1861-06-21
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Eüäge ernste Wyrte W^di^^eÜWd.^^deuLernde. ׳ W״ Hh WM» dck ‘itujldtGWWchtWlMiW H W»uF r E»L-' Wnj bcviefrn ju haben glaubt, daß dem immer «ehr und mehr sich Bah» breche»dea Skeptt'cr'Smus allein die Ehre gebührt, die Quelle der Duldung zu sein. so müssen »ir — um die Ehre Gottes »nd seines geoffenbarten Glaubens zu retten — ebenfalls, als nicht minder feststehende Wahrheit «nehmen 7 daß auch -eoffe»b«rte Religio» DultzMg »n». Würdigung der Menschenrechte nicht nur glH.zulchssig, sondern als Pflicht lehr» und vorschreibt. Demgemäß kann eS als eia nicht zu bestreitendes Axiom ausgestellt werden, daß echter positiver Glaube sowohl, wie wahrhaft durchdachter SbytieiSmus, Faktoren sind, deren sicher zu berechnendes Produkt — Duldung ist. Geaffeubartet * *) wie natürliches 3) Gesetz, richtig aufgefaßt, werden uns hierüber nicht in Zweifel lassen. Für diese Wahrheit stehet aber auch die Erfahrung rin, und ihre ewige Schriftführerin, die ewig wahre Clio. Nach Voraussetzung dieser feststehenden Wahrheit können wir nicht mehr daran zweifeln, daß die Judenfeinde unserer und ftüherer Zeit, unsere- und jedes Landes, weder wahre Anhänger eines positiven Glaubens noch des Skcptikismus sein konnten und sein können; denn, da sie weder nach dem Gebote degeoffenbarten, der Gleichheit, noch nach dem des natürlichen Glaubens, der Liebe und Duldung lehret, Geist und Herz sprechen lassen: so muß man nothgedrungen zum Schlüsse kommen, daß sie Priester einer Wahngott - heit nur sein konnten-, die sie sich selbst zu eigenem Vortheil . geschaffen, auf deren Altar sie, zur Kurzweil ihres verblendeten und irre geführten Anhänge-, Menschen — die sie Juden nannten und nennen, opferten und immer noch opfern wollen. Als Cäsar in seiner Red« zu Gunsten deS Eatüina die S t e r b - l i ch k e i t der Seele zu beweisen versuchte, ließe» Lato und Cicero — wie die Alten erzählen *) — sich nicht auf das Phüosophiren ein, um den Redner zu widerlegen, sondern es genügte z« beweisen, daß Cäsar als-ein schlechter Bürger sprechet indem er eine Lehre vortrage, die für den Staat nachtheilig sei. Ebenso könnten wir eS uns anch ersparen, die von de» T0n«Atkberu im .Prstk trinftt gebrachten, jndenfeindlichen Artikel z» widerlege», »nd hätte» bloS zu beweisen, wie nachtheilig Lehre» ei»r« Staate werden können, die anrathen. 400,000 LandeSkiuder, die zudem geistig- und materiellbegabte, rüstige, fleißige Laudeskmder find — vom Herzen des Landes loszureißen, um sie. entweder j« gleichgültigen, polilischunthäiigen Zuschauern zu verdammen, oder zur feindlichen Stimmung gegen dalheuere Vaterland za reizen — — u.'s. w.! Ader wir »ollen so leichte» Laufede» Handel nicht lowerden; wir wollen uns bestreben, die von Jene« vorgebrachte» Borwürfe — obwohl dir« schon oft, sehr oft geschah — vor den Augen degroßen, geehrten Publikums zu prüfe», nnd sehe».- ob diese Borwürfe wirNich G»«»d und Bode» haben. Wollen!« diese indirecten Rälhe d«S gesetzgebende» Lörpers nicht einmal in de» Auge» der Welt als Judenfeinde gelten; das »tre ja nicht zeitgemäß. Als Freunde de- Staates, des armen Volkes, ja. als Freunde der Inden sprechen sie, um ja nichtzu überstürze», um Unheil zu verhüten u. sw. Run desto besser, ihr Herren Staats- «nd Menschenfreunde! so wird eS euch ja Freude «acheu z» höre», wie das Alle-, waS euch euer Menschen- und staatsfrenndlicher Genius in die Feder dietirt hat, nicht wahr sei; ja! es wirs nutz Kreide mache», und darum also: widerlegen! — ,Geld" — sagt einer dieser Judenfteunde im ״P. H." — Geld ist den Juden alle-; nichtsonst ist ihm heilig ans Erden, und alles räumt er auS dem W ge, waS ihn daran verhindert dazu zu getangen, denn ewar und ist das einzige Mittel sich zu erhalten." Welch ein Wirerspruch zwischen Vorder- und Nachsatz? erst ist dem Juden Geld Alles, und rann wird es ihm blos Mittel. Also ihr gesteht eS ') Geschichte der Livilisation in England, 2. ALl-eilung von H. Th. Buckle, rette 12 ff. *) Zm jüd. Sinn: 4. Buch Moses Cap. ä ». 14, - Cap. 15 v. 15. 3m cdristl. Lina: Ev. Lukas Tay. 10 v. IS—3s Paulus Epheser Lap. 4, v. 1—3. *) Lolne», physische Grundsätze der Moral § 1 n. ff. *) Saluftii Lariltaa 51 u. 52. selbst ein. daß Geld dem Juden blos Mittel war und ist, um EpijtzrH seine Nutz» «d Duldung, die ihm Zweck ft»d. ßrßp^n. OeH Oigst hstw.rer Pels» PGltzist an, he»- Un»rq. qster-de». SqDMM»? Weil n» dem- UMi»r««cke? Geld allewar und ist. u»d de« Unterdrückten überdies jeder andere Weg abgeschvitte» war, zum Herzen seines Unterdrückers gelangen zu köuue», so «nßte er ja uatürtich mit allem Eifer sich bestreben, die goldene Brücke stetin gutem Zustande zu erhalten, die allein ihn zum Bruder-Unterdrücker geführt, hat. Daß tß aber nicht ausschließlich seinen Geist und sein Gemüth tu Anspruch, nehmen konnte, haß qr eS nicht als das Heiligste. Theuerste, allein Seligmachende betraArte, beweist, daß er kqrch, achtjr.hn Jahrhunderte seinem Gjaüben troh des Druckes, der Verachtung lreü geblieben, Md zu allcn Zeiten MgMcr in feiner Mitte hatte, dir — Sterne erster Größe — jeder Nation Ebre gemacht hätten. Der Jude betet das Geld nickt an. ״ES ist eine irrige Annahme — sagt Monttsqieü *) — daß die Alten, wenn sie diesem oder jenem Laster Altäre erricktetcn. darum daS Laster geliebt hätten; sie beurkundeten kadurck im Gegenthril ihren Haß gegen dasselbe. Wenn die Lakevämonier der Furckt rin Hriligthum weihten, so bedeutete diedoch wahrlich nickt, daß eine so krikgeriscke Nation jene Gottheit anflebte. in den Scklackten die Herzen der Lakedämvnier zu erfüllen." Der Jude betet das Geld nickt an! es war ihm von jeher der Blitzableiter gewesen, woducck er selbst verschont geblieben, wenn sein Horizont von Berfolgungswettern schwanger war; es war da- Opfer, das er der ihm feindlichen Gottheit — — — darbringen mußte, um deren Grimm zu besänftigen: eS war das einzige Mittel, wodurch er mit seinem mächtigen Unterdrücker in Berührung kommen konnte. Er liebte nicht das Geld — das Mittel; er liebte den Zweck, zu dem ibm dies Mittel allein verhalf. Wer liebte demnach mehr das Geld? wen klagen jene weisen Rathgeber also an? »Gleiche Ursachen, gleiche Wirkungen" sag« einer dieser Apostel der Freiheit im ,P, H." Nun dasagen auch wir. Oeffnet ihm die Arme ohne Entgelt, öffnet ihm die Ehrenpforte, damit ihm der Eingang gestattet sei, wenn er ihn fick verdient, und ihr werdet sehen, wie er beflissen und bestrebt sein wird, um de- Einlasses sich verdient pe mache». Ihr sehet es. ja, wie er bestrebt war, dasjenige Mtttsl z» suchen, wodurch er euch nützlich und angenehm werden konnte; schließet daran-, daß er nicht minder bestrebt sein wird, auf dem Felde der ^khre Md der Bürgertugendrn euch zu gefallen und eure Spmpatien zu gewiMru. ״Der Atde — sagt einer dieser Menschenfreunde und Volksaufklärer — «isbrauchl da» Werkzeug, daer in seiner Gewalt defitzt; wo er sich Mficdelt, da verarm! das Volk." Wo wird - fragen wir — von Seiten des Juden, als Judea^ da- Geld miSbraucht * Wo wird vom Jude», als Solchem, zur VerarmMg des Volkes Beranlaffuug gegeben? Wir habe» Wucherer? nun ihr habt sie nicht minder! Wir haben Betrüger? ihr habt sie nicht minder! Dasind Gottlob nur Ausnahmen. In jedem Orte, wo der Jude als Laufmann lebt und Erzeugnisse der Jndustrie verkauft, sind Irtztere so wie die des Kaufmanns christlicher Confessio», und dennoch verkaust er sie billiger; darum der größere Absatz. Wo er rohe Naturprovukte kaust, bezahlt er sie so und auch besser als der christl. Provakienhändler. Wo ist die Bevortheilung zu suchen? Wenn dies sich bestätiget — sagt ihr — wie mag es kommen, daß der jüdische Kaufmann dennoch schneller zu Vermöge» kommt, während Lausteute anderer Glaubensgenosse« weit Zurückbleiben? Nun? Töltsnyi erklärte es ja selbst. Geistige Md sittliche Tbatkrast — sagt er — ist es; und wir setzen hinzu: Sparsamkeit, Nüchternheit. Fleiß und Ausdauer. Lernet von ihnen, wetteifert mit ihnen, ahmet ihnen »ach, und ihr werdet anstatt zu fluchen, segnen. «Der Jude wählt zu seinem Aufenthalt Länder der geknechteten Völker" behauptet Töltänyi. Aber er hätte durch statistische Daten beweisen müssen, daß Juden aus Frankreich, England, Belgien, oder sonstwo wo sie vollkommen gleichgestellt find, gekommen find, um sich dort anu,fiedeln, wo die Völker geknechtet find, um dort ihr Unwesen zu trerdcn. Bis er daS nicht thut, erklären wir seine Angabe als Verleumdung Wohl lebte dort der Jude stets am sichersten, wo, wie er, auch die übrige Bevölkerung unter der Waltung einer starken ') Geist der Gesetze, Buch *4, 2. Eap.