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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-06-14 · 24 (14.6.1861) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
24 (14.6.1861)
Date
1861-06-14
Page
Seite 191 (sequence 7)
Language
German
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י. 191 » tpri grborne Familie, Lehmaier. zu Ehren ihrer Eltern eine Stiftung von 6000 fl. gemacht, veren Zinsen alljährlich unter den Armen und unbemittelten Studirrnden ohne Unterschied der Confesfioa vertheilt werden sollen. Ein hiesiges Gemeindeglied, Lichtenstädter, beschäftigt sich wissenschaftlich n־<t der hebräischen Sprache und hat vor einiger Zeit rin Werkchen אמתחת בנימין dem Druck übergeben. — Bezüglich Mittbeilungen aus Fürth will ich ihrem rortigrn Corresponkrnlrn nicht vorgreifrn. Doch darf ich die Nachricht von dem Eompromiß der dortigen Parteien, bezüglich deS Schulwesen-, wonach alle dortigen Privat«Jnstit»te mit den öffentlichen Religion-« schulen vereinigt unk unter Leitung devr. Brentano, einebrwährten Pädagogen, zu einer einzigen großen Lehranstalt mit Beide- Haltung sämmtlicher Lehrer verschmolzen werken sollen, nicht länger vorentbaltrn. — Aus der Feder des dort lebenden tüchtigen. leider wegen Kränklichkeit emerilirlen srührrn Lehrers zu Kronheim, D. Schweizer, ist ein neues Werk, ein moderner Zeenah ureenah, hervorgegangen, ras sicherlich eine weite Verbreitung finden wird. Die Gemeinrc in Nürnberg ist fortwährend im Wachsen and zählt bereits über 100 Glieder. Doch ist in neuester Zeit einigen .Bewerbern aus rem gerechtfertigten Grund früher gemachten Bankerots die Aufnahme verweigert worden. Das vielfach schon angeregte Projekt eines Synagogrnbaues rief dir Regungen der zwei Parteien in Israel wach Während man von der einen Leite eine solche unbedingt will, wirr anderseits ihre Errichtung nnr unter der Bedin gung gewiffsr Neuerungen, als Anbringung einer Orgel nzugestanden Bor rer Hand jcrock begnügt man sich mit einem, in einem WirthShaus gemietheren und angemessen eingerichteten Local, das freilich nur an Ladbar- und Festtagen geöffnet wirr. Die Rabbincrangklegenheit in München hat seit einem halben Jahr wegen der dort verhandelten, die Aufmerksamkeit der wichtigeren Gemeindepersönlichkeiten fesselnden Jukenfrage beim Landtag gänzlich geruhet, wird aber jetzt alles Ernstein die Hand genommen werden. Alle deshalb in die Oeffentlichkeit gelangten Nachrichten sind daher als verfrühei anzusehen. Deshalb kann auch nicht von Chancen gesprochen werken, welche rer Eine orrr der Andere rer 22 Bewerber (nicht 40) hat. — Bald wird nunmehr auch die Stelle in AugSbürg mit ans.hnlicbrm Gchalt zum Ausschreibcn gelangen. Im Lchulwesen herrscht Stille. Die israel. deutschen Lehrer petitioniren überall mit den christlichen bei der Kammer und ihre Sache wirk mit eer Jener stehen oder fallen, wiewohl nicht abzusehen, wie ihnen mit Schulgrldsaufbefferung zu helfen ist. Auch die Religionslehrrr wollen petitioniren und als öffentliche, daher der Unterstützung durch den Staat gewürdigte, Diener angesehen werden leider ohne auf Erfolg hoffen zu dürfen. ES handelt sich hierbei um ein Prinzip, daß man nicht anerkennen will. — In den neuesten Nummern unserer Blätter erläßt ein proiestantischer Landpfarrer, Blendinger, eine Aufforderung an un-, wir sollten nunmehr Jesus als Messias anerkennen oder ihn, nämlich Blendinger und seine Bibelstellen widerlegen. AUrS schon ragrwesrn! Hoffentlich läßt sich weder ein Fürst, noch etu Diener zu einer Erwiederung herbei. Derlei Plänkeleien erbittern nur nnd führen zu nichts. Wir Alle, die urtheilsfähigen unbefangenen Juden und Christen, wissen, woran wir sind! — Mtersrisches. >. Schir hafchirtm, Predigt gehalten am siebenten Tage de- PesachfrsteS 5621 von vr. ׳Adolf Jelltnek, Prediger der t-rael. Cultusgemeinve in Wien. 2. Dte kleine israel. Bibel unserer Zeit. Predigt gehalten am 27. April 1861 (Sabbat Emor 5621) von vr. Adolf Jelltnek re. re. Dte bekannten Vorzüge reS gefeierten Kanzelreduers, namentlich als geistreichen Apolegeten des Judenthume, und unermüdlichen Bertheidigers desselben gegen dle von kirchlicher und weltlicher Seite dagegen erhobenen Beschuldigungen, alle diese Vorzüge, welch« wir auch in diesen Blättern schon öfterzu würdigen Gelegenheit hatten, finden sich in reichem Maße in beiden in Rede stehende« Predigten wieder, welche zu veröffentlichen der Redner um so berechtigter war. als — was bei Kanzelreden etwa- Ungewöhnliches wie wir glauben, beim Lesen noch mehr und besser deren Werth, in die Augen fällt. u- Besonders gilt dievon der erstgenannten ״Shir haschtrtm" die ein wahre- Kunstwerk in ihrer Are genannt zr werden verdient. Zahlreiche Mtdrasch - Stellen lassen bekanntlich וסו Ho henli cde Israel seinen Kampf mit den Völkern au-fecht n. Diese Stellen nun hat der in der hagadischen Literatur tiefbrw, mderte Redner , sammengefaßt und aus diesen bunten, glänzenden rischer Hand ein Ganzegeformt, unk in kraftvollerl!klassischer Spracht ein Drama gleichsam vor Augen geführt, dessen handelnde Personen Israel und die Völker, dessen Schauplatz — alle Staaten und alle Welttheile, und läßt uns vernehmen, was I-raels Ruhm, Israel- Vertheikigung und Israels Hoffnung mitten unter den Völkern der Erke ist. Bon Letzterer heißt rS: — — ״da »erhob Israel, der Held von Sch. H. »ein Auge gen Himmel unr »rief aus: Wer ist kie, die hervorlcuchtet wie dir ״Morgen r öthe? (H. L 6, 10). Meine Erlösung! "p כמו שחר תהיה גאולתן של ישראל"! Ja, Licht muß es werken auf Erven: ״Licht in den Paläste», wo die Fürsten in ihrer Hohcit thronen, ״Licht in den Häusern, wo die Erwählten des Volkes mit Ernst und ״Würde Raths pflegen; Licht auf den Kanzeln, wo dir Lehren der ״Religion feierlich verkündet; Licht in den Schulen. wo die heranwachsenden Geschlechter gebildet wesden; Licht in den Wohnungen, «wo die Familien verschiedener Bekenntnisse friedlich Zusammenleben; ״Licht in den Werkstätten, wo die Hand des Fleißes sich regt; Licht ״in den Geistern; Licht in den Herzen!" ״Die kleine israrl Bibel unserer Zeit" lehnt in rer Einleitung an kie in der Hagada öfter vorkommenden: זה כלל גדול כתורה oder איד היא פרשה קטנה und will eine innere besondere Beziehung finken zwischen den jeweiligen Zeitumständen und Verhältnissen und den also nachdrücklich hervorgehobenen Sprüchen und Lehrsätzen, welch Letztere bald ein Anker, ״bald eine Schutzwehr gegen Zeitnrömungen", ״bald eine Kahne-, ״bald Aufforderung und bald Entgegnung, bald ״Aufmunterung und bald WarnunaSruf" sein sollten, ״immer aber eine Bibel im Kleinen." Solche kleine Bibel unserer Zeit nennt der Redner den Tertvers (Hl. B. M. 22, 32): das Verbot der Entweihung unv da- Gebot der Heiligung des göttlichen Namen-. Nachdem der Redner die Geschichte dieser k 1 e i n je n Bibel dargelegt und nachgewtesrn, was unter Kidusch Haschen, und Ehilul Haschem zunächst verstanden wurde, damals stle J-rael noch frei und unabhängig und selbstständig im eigenen Lande gelebt und seine eigene Staat-Verfassung. Priester, Opfer und Altar hatte, und wieder später, ״ales nicht mehr galt, blutige Thierstücke, ״sondern das Thruerste und Liebste, Haus und Hof, Hab und Gut, ״Ruhe und Frieden, Leben, Weib und Kind dem heiligen Israel zu ״opfern"; kommt er auf die Bedeutung dieser Doppellehre für die Gegenwart und die nächste Zukunft zu sprechen. Der Redner hebt nun natürlicher Weise —־ da im Grunde das Princip der gesammten jüd. Sittrnlehre in seinem Terte enthalten ist — nur jene Mo» mente hervor, die sich ihm in seinem Kreise und in seiner Umgebung besonders aufvrängen, und eS läßt sich daher mit ihm nicht rechten, warum er daö Eine erwähnt, va- Andere übergangen. Ob aber rer Ausfall auf dapolitische Verhalten der J-raeliten seine- Nachbarlande- (S-11 u. 12) hier an Ort und Stelle gewesen, erlauben wir uns zu bezweifeln. Dagegen stimmen wir, uud jedes jüdisch fühlende Herz in die SchlußstrUe der Predigt ein: ״Dawäre der größte Chilul ha Schern ״in der Geschichte, wenn ihr als freie Männer, ledig aller beengenden ״Fesseln, und als gleichberechtigte Staatsbürger, minder treu und ״anhäuglich gegen den väterlichen Glauben euch erwieset, wenn die ״Freiheit nicht als ein erquickender Thau. sondern als ein erstarrender ״Frost de- Jukenthums sich bewährte, wenn die Freiheit-lieder. in «dte auch ihr cinstimmtet, die Grabgesänge der jüdischen Gläubigkeit, ״der j idischrn Religion-treue, der jüdischen Festigkeit wären! Hat der ״Priestersegeu mü seiner göttlichen Frieden-vrrheißung (Num. 6, 24— 26״) eure Väter zu Heldm gemacht in den Zeiten der blutigsten Ver- ״folguugen, so muß er euch, die Zeugen der allmäligen Erfüllung, nicht «minder stark finden in glücklichrrn Tage», stark im Glauben, stark ״in der Erkenntniß. stark im Streben, durch Werke der Humanität, .durch Worte der Liebe, durch Förderung all,- Wahren. Schönen und

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