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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-06-07 · 23 (7.6.1861) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
23 (7.6.1861)
Date
1861-06-07
Page
Seite 184 (sequence 8)
Language
German
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—■י* 184 « tint jüdische Zeitschrift vor und man besprach sich darüber. Bei aller Achtung vor diesem Beweis von der Priesterlichkeit et»ejede« Israeliten muß «s doch auffallend erscheine», warum sothane Borträge nicht von*»?« Lehrer oder dem Borsäuger abgehalten «erde«. Rührend war 'iqitr» M hören, mit welcher Anhänglichkeit und mit welch tieft» Bedauern Alle von de« neulich erfolgten Abgang ihre- Rabbiners vr. Werner sprachen, der jene gotleSdieustlichen Einrichtungen zu einer Zeit getroffen, in der sich unsere ändern bayer'schm Gemeinden in süßem Nichtsthun gefalle». Die Gemeinde stellt wieder, lant Ausschreiben, einen Rabbiner an, und ein junger Maull von bescheidenen Ansprüchen findet hier eine« fthr ftuchtbaren Boden zu gedeihlichem Wirken im Neinen Kreise. (Schluß folgt.) Nermschtr Hlrchrühtm und Iotizen. . b. Pr st. Donnerstag den 6. d. M-, Vormittag um 9 Uhr, fand im großen Tempel ein feierlicher Trauergottesdienst für den dem uvgar. Vaterlandr unvergeßlichen Grafen Ladislaus Tele kt statt, wozu nicht nur die Glaubensgenossen in großer Menge fich eingefunden hatten, sondern auch die Mitglieder deS Unterhauses zufolge der von dem israel. Cultus-Vorstande an fie ergangenen Einladung tu oorxors׳ nebst noch anderen Honoratt'oreu erschienen waren. Herr^O. R. vr. Meisel hielt die Gebäcktnißrede, die er «ft den Worten Jerem. c. 4 v. 20 begann, daß nämlich in so kurzer Zeit so viele Weheruff"ob des Verlustes trefflicher Männer im Vaterlande ertönten. — Dem nun Betrauerten, dem großen Manne in schwerer Zeü. gelte der Nachruf Ps. 72, 17; für solche Männer gebe eS kein Grab, nicht nur im religiösen Sinne, im Hinblicke nämlich auf das JeuftitS, sondern auch hier hie״iedeu leben'fie fort. — Nach Schftderung seine- Lebens und se׳'nes Charakter-, dessen Hauptzüge: Offenheit, Entsch.ossenheit, Math und Ritterlichkeit, und der geachtet ryurde voa Freund und Feind, sprach der Redner von der Geuugthuung, die da» Vaterland inmitten seines Schmerzes empfinden müsse, bet« Gedanken, solchen Maua gehabt zu haben, und ln dem Bewußtsei», daß eS denn doch nicht verwaist ist, daß es der Ed'en und Trefflichen noch Diele zähle. Die mit der anerkannten Beredsamkeit vorgetratzm« Rede machte den tiefsten Eindruck. — Der Predigt vorher ging da» ״Ma towu“ und das bei Seelenandachten üblich e ungarische Lied; nach der Predigt wurden wieder einige Psalmverse gesungen. In sämmtlichen Gesangstücken wirkte die schöne kräftige Stimme und der rüh» rende, weihevolle Vortrag des Herrn OberrantorS Friedmann wahrhaft ergreifend auf sämmtliche Anwesenden. Zum Schluffe wurde das Szözat an gestimmt. — Wien. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 31. Mai wurde ein Antrag überreicht, daß ein Ausschuß gebildet werde zur Abfasung «me» Gesetzentwürfe» ,in Betreff der Stellung und Rechte der verschiedenen Religions-Genossenschaste» und ihrer Angehörigen dem Staate gegenüber und in öffentlicher Beziehung, sow ie der Rechte derselben gegen einander und in bürgerlicher Hinsicht." Wien. Die hiefige israelitische Waiseustiftung befitzt bereits 10.555 fl. in Obligationen und 35.280 fl. in Barem. Das C:!•ite hat seine Thätigkeit, die Erziehung hilfsbedürftiger Waisen aufs wirksamste zu fördern, bereits begonnen. (Presse). Bayreuth. Ein jüdischer Arzt, vr. Würzburger, will ei« Spital für jüdische Geisteskranke errichten. Er weist in seiner diesfälligen Ankündigung darauf hin. welches wichtige Moment die Religion in der Behandlung solcher Leidenden sei, und beruft fich auf die Erfolge einer ähnlichen, in Amsterdam bestehenden Anstalt. Vor der Hand sollen nur weibliche Kranke ausgenommen werden. (Jew. Ehr.) Lon^on. Eine unlängst verstorbene Mrs. Phoebe Zachariah hat folgende Legate letztwillig angeordnet: Dem jüd. Spitale 500 Pf. St., der Freischule 200 Pf., dem Blindeninftitute 200 Pf., dem Waiseu-Asyl 200 Pf., dem Wittwenhause 200 Pf., der Portsee- Synagoge 100 Pf. u. a. m. ׳Kopenhagen. Dem Repräsentanten der israel. Gemeinde, Commerzienrath I. W. Hey man, ward kürzlich die Ehre eines königlichen Besuches in seinem chemischen Etablissement zu Th eil. Als das Dejeuner, welches der hohe Gast daselbst eiunah«, servirt wurde führte derselbe die Lommerziearäthi«, als seine Tischdame, a« rechte» Arme au die Taftl- Beim Abschiede lud Se. Majestät den Dirth zur königl. Tafel. - (A. Z. d. I.) Florenz- Lin hiefiger Jsraelite, Russe voa Geburt, Ra»eus Walltuch, ist Verfasser mehrerer italieuischer Tragödien, welche von den kompetentesten italienischen Kritikern, wegen der edlen Diktion und schönen Erfindung, zu den besten dramatischen Erzeugnisse« gezählt werden. Warschau. Die Zahl der daselbst wohnenden ISraekite» wird auf 50.000 angegeben. Synagogen und andere vetloeale gibt e» 142. Woclavek (Polen). Die dortigen Juden haben den Ertrag einer Grldsammluug zu einem Stipendium für eine» Studierende» an der künftigen Uuiverfität in Warschau bestimmt, zur Erinnerung an den stattgehabten Berbrüderungsatt zwischen Juden und Ehrtsten. (Jew. Ehr.) Schweden. Bis vor Kurzem konnte daselbst kein JSraelite ein Geschäft oder rin Gewerbe ohne besondere RegierungSlirenz betreiben, deren Erlangung aber mit vielm Lexationen und schwerm Kosten oft verbunden war. Diesem Zustand« ist nun ei» Ende gemacht durch das vom Könige mit dm gesetzgebmdm Kammer vereinbarte Gesetz. Diesem zufolge ist es jedem Jsraelften, der nicht wegen eine» Verbrechens verurtheilt worden, gestattet, fich unbeschränkt in Schweden niederzulassen , jedem Berufe nachzugehen, und Eigrnthum jeder Art zu erwerben. Eorfu. Die griechische Bevölkerung dieser Insel zeichnet fich durch die Will heit des religiösen Fanatismus aus, dessen Opfer nicht selten die harmloftn Israeliten find. Wie der in Triest erscheinende ״Diavoletto״ berichtet, begnügte fich Heuer der Pöbel nicht mit dm gewöhnlichen Ercessm, welche er um die Osterzeit gegen die Judm zu verübm pflegt. In der Nacht vom 3. auf den 4. April stürzte ein »über Haufe auf den jüd. Friedhof, zerttümmerte sämmtliche Grabsteine, riß die Todtm au» den Gräbern, zerstreute die Gebeine umher und verfuhr mit deu Urberresten in der rohesten Weise. Marokko. Die Erbauizpg neuer Synagogen war bisher nicht gestattet. Kürzlich wurde jedoch unter dem besonderen Schutze Frankreich» eine neue Synagoge gebaut, ohne eine Schwierigkeit von Sette der Regierung. ES ist die größte Synagoge in Tanger. (Univ. isr.) Mochrn-Mendtr. Freitag 7. Juni — 29. Etwa». Sonnabend 8. ״ .30— ״ I. T. Rosch-chodesch שבת פ׳ קרח; Haft) Jes. c. 6«, v. 1—24; Perek IV.. Sonntag 9. 1 — ״. Tamur. II. T. Rosch-chodesch. Donnerstag 13. ״ .5 --- ״ Geichiehtl. Oedenktsg. 9. Juni 1173 (4. Tamus 4931): Sterbetag de« Rabbi Jacob be« Meir, genannt Rab denn Tam. TrrmrulM in beide« israel. Temxrln in Desl. 2. Juni: F. Rosalte Wachsmann — H. Edmund Gutfteund. F. Babette Witz — H. Sigmund Orgel. F. Fanny Engel — H. Albert Löbl- Mtei,e»ttz«»cr, Btiltjt? wt ttra*t»$rtUtn Nedactevr! Jom« B&rmann. INSERAT. Im Verlage des Unterzeichneten ist so eben erschienen: צ א י נ ה 11«׳ 11. Ein Erbauuugs- und Nnterhaltuugsbuch zunächst für Jsraelite«. verfaßt von Preis: 18 Sgr. — 1 fl. 6 ft. rh. — 1 fl. 40 kr. österr. Währ. Kürt-, den 17. Mai 1861. 8. 2. Ousdorfet. Eine besondere Ausgabe desselben mit jüdisch-deutschen Lettem, verläßt innerhalb eine- Monats die Presse. 11—3 Pest 1861. Druck von Emil Müller, Dorotheagaffe Rr. 12.

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