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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-05-03 · 18 (3.5.1861) · p. Seite 144

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
18 (3.5.1861)
Date
1861-05-03
Page
Seite 144 (sequence 8)
Language
German
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—« 144 h<— \ Hinterher klagt der Vater, ein Christ, bei den Behörden um Herausgäbe des lindes zu christlicher Erziehung. Mau beruft sich, vornehmltch die christliche Geistlichkeit, auf die §8- 20 und 21 der II. Derfaffungsbeilage und ist hierin nach dem Buchstaben des Gesetzeim Rechte. Wird man protrstantischerseiteinen solchen Akt der Gewalt gegen den entschiedenen Willen der Mutter wiederholen «ollen, wie wir ihn anderwärts erlebt? Vielleicht führt auch hier ein solche- Verfahren zu einer Revision der bestehenden Gesetze, nach welchen unser uralter Glaub« in Bayern so schmählich verkürzt wird. Vermischte Mchrichtm und Jochen. o Horn's Brief an den ״Izraelita magyar egylet",-welchen .M- O." seinem ganzen Wortlaute nach mütheit, entnehmen wir folgende Stelle: ״Wenn der Verein einen unwidrrleglichen Beweis seiaeS'HWlvtismus geben, wenn er der heiligen Sache Ungarns einen wahrhaften Dienst rrwciien will; so nütze er abn Einfluß dazu, daß die ungarische Regenerationsbeweguog je frH» von jenem schmählichen Flecke befreit werde, welcher ihr duri^ die Ausschließung einer gesammten Volksklasse von den Schranken jßr Verfassung, um des Glaubens willen, anhaftet. Es ist kaum vorzustellen, welch ungeheuren Schaden diese ״Vergeßlichkeit" der uugarischea Sache im gebildeten Europa verursacht. — Sie kennen SieyrS' berühmte-Wort an die franz. Nationalversammlung: ״,Von» voulez itre libres et von» ne savez pas ütre justes.“" Wie oft mußten wir seit einigen Monaten in den höchsten und, der Sache Ungarns geneigtesten Kreisen den Vorwurf hören: ״״Une nation qui ne •alt pas 6tre liberale ne märite pas d’etre libre!״". Als UNgarischer, nicht als israelitischer Verein, kann sich derselbe kaum ein größeres und bleibenderes Verdienst um das Vaterland erwerben, als wenn er jenen Augenblick beschleunigt, da es Ungarns im Auslande weilenden Söhnen möglich sein wird, den Freunde» und Feinden mit offener Stirne zu sagen: ״Ungarn ist der Freihrü würdig. denn es weiß , auch gerecht zu sein." f. (Serbien.) Die jüngste Nummer , peß _ ״Beu^AhMtznja" theilt in eine Erttabeilage ein an den Redakteur degen«m»te»BWatteS von Seiten des Belgrader Israel. Gemeindevorstandeö gerichtetes Sendschreiben mit, worin über Beschränkung ihrer bürgerlichen Rechte bittere Klage geführt wird. Die Schuld daran wird einzig und allein der Kaufmanns Nasse zugeschrieben, da sowohl der Fürst als die Geistlichkeit den Israel, gewogen sind ü. auch der Bauernstand das beste Einvernehmen gegen sie bekundet. Trotzdem ist es der Kaufmannschaft gelungen, die vom Fürsten M i l o s ch festgesetzte Gleichheit aller Bürger ohne Unterschied der Bekenntnisse durch Bittgesuche beim Senate außer Wirksamkeit zu setzen. Nach Aufzahlung vieler gegen sie in Anwendüng kommenden Beschränkungen schließt daS Schreiben mit der dringenren Bitte, die Presse möge bald und kräftig für ihre Rechte wirken ünv daß der Redacteur jener Blätter ihnen mit seinem Rathe beistehen möge. — (9 An den , Izraelita magyar egylet" ist -aus London ein Schreiben gerichtet worden, in welchem es unter Anderm heißt: Es dürfte den Verein vielleicht interesfiren, daß Kossuth vergangene Woche, im Beisein eines meiner Freunde, als die vaterländischen Angelegenheiten besprochen wurden, die Stellung der Juden zum Hauptgegenstanv des Gespräches machte. Er bedauert sehr, daß die Comitate wegen des strengen Festhaltenan die 1848ger Gesetze (waS an sich zwar das Beste ist) die hie und La bereits gewählten Israeliten nicht einmal in die Commissionen aufnahmen. Er fand es sonderbar, daß selbst die. Zeitungen nicht mehr und energischer zur Beruhigung der Juden schreiben, obwohl er überzeugt ist, daß dieser Gegenstand zu den elften Aufgaben des Landtages gehören wird. 0 Der ״Pasära. UjS." schreibt man auS Kisujszalias, daß das dortige Volk sich einreden läßt, die Juden mischen Gift in Wasser^ Wein und Brandwein, um auf solche Weise di e Ungarn auszurotten. Der Berichterstatter fügt hinzu, daß derlei Gerüchte von der Reaction verbreitet wurden, um einen sogenannten ״Jureukravall" zu provociren und dann die Ungarn als Barbaren bloßzustellen. Wien. Zur letzten Soiree beim Slaatsminister, R. v. Schmerling, soll Herr Prediger Mannheimer durch eigenhändiges Schreiben des Ministers geladen worden sein. Breslau. Die Bibliothek des hier vor 20 Jahren durch Rabbiner vr. Geiger gegründeten jüdischen Lesevrretns ist in den Besitz der Gemeinde gekommen; und kann nun jedes Gemeinvemitglied aus dieser Gemeindebibliothek gegen Revers Bücher umsonst entlehnen. — Karlsruhe. Ueber den hier bestehenden ״israel. Chorverein" dessen Hauptzweck die Hebung des Cultus, hat Se. königl. Hoheit der G r o ß h e r z o g das Protektorat übernommen. Er et er. ״Jew. Chron." widmet einen Nachruf dem daselbst unlängst verstorbenen k a t h o l. Geistlichen vr. Oliver. Derselbe gab während der letzten dreißig Jahre zahlreiche Beweise seiner freisinnigen und menschenfreundlichen Denkungsart in Betreff der Juden. Als kräftiger Anwalt der Letzteren trat er auf gegen jede Verfolgung, die sie in irgend einem Theile der Welt zu leide» hatten, unv stritt allezeit für die Entfernung jeder Beschränkung der bürgerlichen and religiösen Freiheit. Warm verfocht er Ihre Sache zur Zeit der DamaSeener Blutbeschuldiguag; unv noch rEletzt (last not least) erhob er seine Stimme zur Verurtheilung dt-ZDssahrenS des römischen Elerus in der unseligen Mortara-AngelegeHAR 0 Ja der Fabriksstadt Lodz (stkuss. Polen) haben deutsche Fabrikanten ihre jüdischen ConcurrentM in der Nacht vom 21. April überfallen und deren Spinnerei zerstört. Polen und Bauern aus der nächsten Umgebung eilten den Juden zur Hilfe. 0 Türkry. Auf die Klage einiger Gesandten, daß die von der Pforte den N a j a h's zugeficherte Religionsfreiheit in der Praxis verkümmert werde, wurde dokumentarisch nachgcwirsen, daß seit 1856 1021 nichtmohamevanische gottesdienstliche Räume wieder hergestellt oder neu errichtet worden. Unter diesen waren 13 Synagogen. (Berichtigung.) Bet Erwähnung des in der ״Arad. Ztg." veröffentlichten Schreibens der dortigen Israel. Gemeinde an den Pester Vorstand sollte ein vor. Nummer (S. 136 a) heißen: ״worin dar Nichtpetitioniren motivirt wird." — Wucht«-Kslrnder. Freitag 3. Mat — 23. Jjar. Sonnabend 4. שבת פ' בד,ר בחקותי ״ .24 — ״; Haft: Irrem, c. 16, v. 19 — e. 17, v. 14, Neum.-Berk. Perek V. Donnerstag L. ״כ ר,טן ״ .29 — ״' Grrchichtl. Ordrnktng. 27. Jjar 142 ante: Demetrius II. erkennt die Unabhängigkeit der Juden an. TlMMM in bridrn jsrnel. TrmM in Herl. 28. April: F. Fanny Stern — H. Friedrich Stern. F. Hermine Hirsch — H. Jacob Frankl. F. Josephine Steiner — H. Gustav Stern. F. Marie Taster — H. Heinrich Blum. F. Regtnc Etbenschütz — H. Emanuel Stroh. F. Nettt Abeles — H. Joseph Perlu«^ F Sophie Löwy — H. Tarl Weiner. F. Nettt Grünfeld — H. Jacob Friedman!,. F. Tatharine Fischer — H. Alexander Müller. F. Johanna Kramer — H. Moritz Sounenthal. F. Rosalie Neumann — H. Moritz Schnitzer. F. Rosa Weinberger — H. Moritz Gelb. F. Fanny Ziffer — H. Elkan Politzer. vtitelgkich»»»»; Scrle>»r »d »eraaNdaetllcher Redacteur: JOMf B&nauuL INSERAT. MT Hlettcngesuch. "MR Ein als שוחט, Borbeter, Kore und Notar gegenwärtig im Amte stehender Mann, 32 Jahre alt, Vater von 2 Kindern, sucht eine Anstellung in einer ansehnlicheren CultuS-Gemeinde Ungarns. Derselbe kann über Charakter, Leistungen und Fähigkeiten die besten Zeugnisse vorweilen. und ist durch den Besitz einer guten Tenor stimme und musika'ti'lber Kenntnisse auch zur Berweneung beim Chore geeignet. — Näher» Auskunft ertheilt auf fraakirte Anfragen dte Redactto«. 9—1 ipest 1861. Druck von G«il Müller, Dorotheagaffe Nr. 12.

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