Mannheim
Compact Memory

Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-04-26 · 17 (26.4.1861) · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
17 (26.4.1861)
Date
1861-04-26
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/4884143-5427051-5427133--364-4884469
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

tcrlanbt befinden. Durchdrungen von Liebe zum Vaterlaude und Niemand -n Opfsrwilligkeit für dasselbe nachstehend, erwartru die JSrarjiten, deren Seelrnzahl da» Doppelte drrSachsen tu Siebeyhürgen beträgt. v-rtrauung-voll die Erfüllung ihrer Wünsche nach Gleichberechtigung vom Landtage,...unp würde c« «l« eine erhebende Manffestation anzusrhen sein, wenn der -rvßenlheil» au» Christen bestehende H and e^l »stand der Hauptstadt durch die Annahme des Anträgeden dem Bürgerthumr oft gemachten Vorwurf de» Juden׳ hasse» widerlegen und seine Anerkennung de» Principe» der Gleichberechtig»«- der Confesfionrn unzweideutig auSsprechrn wollte — Dieser wiederholte Antrag de» Herrn Leopold wurde in der am 23. d. Mabgehaltenen Commtsfional-BersammlMg dahin erledigt, daß die Vermehrung der Zahl der Borsteher von 2 auf 3 gegenwärtig nicht nöthig sei. daß aber zur Beruhigung der Mitglieder i»rael Glauben» zu Protokoll gegeben werde: »daß jede- Mitglied, weß Glauben» immer, zum Vorsteher gewählt werden könne; " womit der in den alten Statuten befindliche Paragraph, daß die Vorsteher christlichen Glauben» sein müssen, aufgehoben wird. — Korrespondenz. Wieselburg. Traurige Klänge find seit jüngster Zeit aus mehreren Journalen über den bedrohlichen Zustand der Ertstenz i-rael. Lehrer und den damit in Verbindung stehenden verfall jüd. Schulen! in vielen größeren und kleineren Gemeinden Ungarnzu unserem, Obre gedrungen. Solche übstnre Umtriebe in einem lichtvollen, im Fortschritte begriffenen Zeitalter müssen um so schmerzlicher jeden hltma» denkenden, moralisch fühlenden und gemeinnützig handelnden J-raeliten ergreifen, und e» unterliegt auch keinem Zweifel, daß diesem Uebel rechtzeitig schützende Dämme entgegengesetzt werden müssen, dälpit die Fluth nicht verderblich um sich greife, und bereit» gut bestellte Arckcr uav'-zUr Rtltße '^gediehene Saaten auf den hevrksthen Fluren der Erziehung und Bildung verwüste und vernichte. Meint» Erachtev» scheint dieser Urbelstand von den neugtwählten Gemeindevorständen herzurkhrrn, die da glauben, ihre ANtvrität in ein moderne» Grwand zu hüllen und den Bewegungen der constltutiouelleu Zeiten«- Wickelung gemäß zu handeln, wenn fie allebisher Bestandene schö^ uungSlo» über Bord werfen alle AmtShandlnnge» ihrer Vorgänger annullirrn und'die Form der Schulen, wie die Stellung der Lehrer nach dem Maßstabr der vormSrzlkchru Zeit gestalten. Welch' ein trau׳ riger Jrrthück! Arlch'Nbsurve Ansichten! Und trotzdtm ist es so. E» gibt solche Individuen i» manchen jüd. Gemeinden, die per fas et ne&8 — ciatn »igtEnn hrrbeiwünscheu und durch herabgelommene, bereit» .abgenützt« Grundsätze und Ansichten eine Partei zu faaatlfire», verstehen, wo nicht srlteu auch Rabbtne», Anhänger der Romantik. ihr Schäofletn dazu beitragen, wir in Ttrnau ,c. und so jede-Dvdunng störrn. Ruhe new Frieden erschüttern «Nd znnikchst die Schule als Zielscheibe nehmen. Gauz anher» ist die Wieselburger i-rael. Gemeinde gMgmt. Auch hier haben der frühere Vorstand und da» damit in Verbindung gestandene AchstP-ConM ihr Amt' stidderAelegt uild ist Fste neue Ge׳ metnde- und SchulrepräsentaNz organtfir1Dbbdest.״Ächh hster find Bef»rg»»isse, daß die Schule unter der Leitung einer andern Commission beeintrstkhkktzt werden könnte, bet einigen Ttmeludkglitdern aufgeläüchl; aber zur angenehmen Ueberraschung^ hat sich da» Gegrntheil herausgestellt. Al» Prüfe» der neuen Gemeiudevertretuug wurde Herr Sigmund Herzl unter einstimmigem ßljenruse gewählt, ein junger. gebildeter GeschstftSnan», voll Her» und Geist, energisch und intelligent, des schrHaups hä» lkepchailkn -tzerganzen Gemeinde besitzt, der best 'Grundsatz äußerte: ,daß der erste Grundstein zur ihre Capitaliga nicht vortheilhafter verzinsen können, gl» durch Fundation einer ftstchm^ÄhrlMstatt׳, detvn Mtkra stet» tytfa Kindern und -siß-lern^Nachkomme» zu Gute kömmt. Ihu» zur Gelte steht ׳«Herr tzleä. vr^Jultu» Welsch, zugleich al» Gchuldirrelor fungirenb, per h^'sjt» in dieser Eigenschaft anderthalb Jahre zur Hebung dieser Anstalt wesenlltch beigetragev. Bon solchem guten Geiste sind auch die übrige» »ackern Glieder der Gemeinde- und Schulrepräsratanz beseelt; welch' eine schöne Zukunft läßt sich da und Schulwesen hoffen! Den Keim, den der frühere nicht minder verdienstvolle Vorstand in den Gemrindebodea gelegt, werden die wacker« Nachfolger zur,vollen, reifen Frucht gedeihen lassen. So der ^leur Zustand unserer kleinen Geptuade. Mögen sich die älter» und größrrn Gemeinde» Ungarn» eig Beispiel nehmen und nicht verhiebstvolle Männer verdrängen und dem angeregten,Fortschritt hemmend entgegentrrteu! Schließlich ^k»«n ich nicht umhin von der Haltung der ganzen Wieselbmgrr ^Ve^kr^M pt beruhten. Hier leben alle Lonfesfiouen in schönster Ejiztracht und friedlichster Harmonie. Der Mensch wird nach seinem sittlich moralischen Charakter, nach sejnen Fähigkeiten und Leistungen bemessen. Al« neulich ein berüchtigte« divtruum au- Raab hier in eine« Kaffeehause seinen judenfeindlichen Gesinnungen durch rohe Arußerungen Luft machen wollte, erhob kein anweseurer Jude seine Stimme gegen denselben, sondern die angesehtusten christl- Bürger traten energisch gegen ihn auf, und äugenblicklich mußte diese» Individuum, da» in der Geschäftswelt keine unbedeutende Rolle spieU, den Ort verlassen. L»»p»ld W»u«-r. Brief« aus brr Waravya. *) ' iii. Gr. Lassen tpjr mehrere kleine in. unserer Nähe gelegene Ge- Mkindea wie MohäcS^PjLc-vär. rc. Revue pasfirea und machen eine» Rast bet den dortige« sein sollenden -Aildung-instituten. so treffe» wir — leere düstere Räum». Die »gekündigten^, hedauernSwer'then Pestalozzi-Junger.find hetmathlose Wandervögel geworden, die dazu, verdammt.ßpd , mit jeder Saison in aen« Gegenden zu ziehen, mit jedem Jahreswechsel einen Hetmathpechsel zu verbinden. Und da fällt un» uuwillkührlich jene in einem Städtchen, wo unter andern Anstalten, wie vlindeninstttut rc rc. auch ein Lehrerseminar war, abgrhalteue. Schulprüfung ein, bei welcher der Schüler auf die Frage, wie heißt denn die Anstalt, worin nur Unglückliche leben, mit der Antwort .da» Lehrerseminar" herauSplatzte. Dir uetsljch höchst unliebsamer Welse auf» Tapet gekommene, durch allzufinster blickende, um ihre Ertstenz besorgte südungartschr Eorrespondente» in der »Allg. Z. d. I." hervorgebrachten Recrimi- Nationen zwischen den uagarischen Lehrern verschiedener Zange, die auch in diesen Blättern s Z. eine recht würdige Entgegnung gefunden, sind nun Gott Lob.durch .ein« geharnischte Beilage in genauster Zeitung Nr. 13 zu« Au-trqge gelangt, wofür alle ungar. Lehrer dem ehr«. Herrn Einsender ihre Devotion dazbringro sollten. Nur scheint un» die ^jguatur ״Dp. twd appr. Rabbiner" etwa» im Mißverhältuiß zur Leidenschaftlichkeit der Sprache. E» muß ja böse» Blut machen, namentlich unter den ehrw. Herren ״Rahbiurn wenn sin College, anstatt versöhnlich, so,avfsiachelnd. anstatt gemäßigt, so maßlo» spricht. Her ehrw. Herr vr. würhe nach unserer unmaßgeblichen Ansicht srinepz Tit»^ und .Berufe mehr entsprochen haben, wenn er für die, eitel Furcht zum Motiv habenden Manifestationen nur Priesterliche Tröstungen oder im strengste» Falle rin mitleidig Lächeln grhäbt hätte- Einem Sterbenden noch Fußtritte versetze», ist nicht im Sinne de» »edlen Üngar»." Hvvi», im ApNit. Lin erbaulicher Akt eigeMhümltcher Art hatte am letzten Pcsa chwg« in unsere« Gdtte-Haose statt. Ratze an 4JO jüdsscho׳Sel»at», Kinnar her Hegvallya. wtlchr während der Feiertage hierher bemlaubt gewesen, war»» in Parade znm Gottesdienste und zur Predigt da» etznv. Herr« Rabbiner» Dr. Ltzre«theil erschiaeen, I» begeisterten schwungvolle» Warte» drückte der Herr Rabbiner im Namen der Fremdlinge den Dank für die ihnen von Seit« der Gemeinde gewordene höchst freundliche Aufnahme am», ,ermähnte di» Dotrmwazur getreuen Pstichtrrfülltmg. sprach ihnen «»« IHM Heimath» «1m erbat sich endlich van der Semetuvr. di« »all «ühvung auf die scheidenden«Gäste blickte, die Srtauhniß. an die ftemae» JünMge einig« Wort« tu der klangvollen Sprachihre» blühenden Vaterlandes M richte». Thränen ergänzt»» in de« Augen der ׳.Soldaten, als .der M* ungarische» AuSdrncke» Mächtige, beget- -> Der grsitzchtl -Herr es »»hl sttödi «iächhi». Mchi Mr 1lrßa«»,»deU friaM «riech». Mch »r»«—et»»»v«»wch«» de» »erchmml«, M. (HfmfinhffgrrtrrUr, aU^t «ehr dychtzm keastn,, Zur LeiLeudung In voriger nicht für Gkchkindsj, Rümmer Jam un^ schreiben zu spät zu. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.