Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 14 (5.4.1862)
- Date
- 1862-04-05
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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" 112 **— S grndste» Resultate, «nd war e-besmrder» für den Freund jüdischer Btlrung erfreulich zu sehen, wie du« Bibeistudt«» gestützt auf hebräisch« Grammatik iwahrhaft ratioueller Weift hft, kmtot* wird - wie sagen ven«ackere» HerrenLehrer», Felklr. A«ch< ». Schwarz miteren herMften Dank. - Bei dieser Gelegenheit kftine» wft »ine Bemerkung nicht unterdrücken, die sich uns hei Schulprüfuugeu immer wieder aufdrSagt. — Wir finde« nehmltch, daß »ei« Hefe» im Hebräischen in den Elementarrkassen nur höchst seiten ei» korrektes hebräische« Gebetbuch rristirt, da« den Kindern zu» Leseu der hebrtischen Gebetstücke in die Hände gegeben «erden köunte. — Die Meisten find voll Druckfehler in der Punktatlon. — Merkwürdig iß. daß gerad« eine Ausgabe, die in Wien bei Dell« Torre erschienen und von dem sonst so umfichtigen wackeren Gelehrten Herrn G. S1 e r u durchgesehen ist, überdies auch noch auf dem Titelblatte die Angabe trägt, daß fie für den Schulunterricht durchgesehrn wurde, die meiste« Fehler in der-Punkkat!oa enthält. — ES wäre verdienstlich, ein in großen, scharfen Settern gebruckies, vollkommen richtig punktirte«hebräi'ches Gebetbuch eigen« für den Gebrauch in Schulen herau-zugeben. — Ein;weiter Uehelstanv für die jüdische Volksschule in Böbmen ist der völlige Mangel eine« böhmischen Lesebuches. — Ta« Kind soll böhmisch lesen, nun gibt ihm der Lehrer da« böhmische Lesebuch für katholische Volksschulen in die Hand — denn ein solche« für jüdische Schulen eristirt nicht — wa« das Kind da;u lesen bekömmt, ist leicht zu errathen, schwer aber mit der jüdischen Religion zu vereinbaren. — Nun könnte man vielleicht D1\ Kapprr's in'« Böhmische übersetzte Gebetbuch gebrauchen, aber davon ist auch kaum ein einziges Exemplar mehr im Buchhandel. — Möchte doch der geniale Herr Doktor der deböhmischen Idiom» wie des deutschen vollkommen mächtig ist und schöpferische Geisteskraft genug dazu besitzt, ein böhmische- Lesebuch für jüdischeSchulen herausgeben, der Absatz wäre gesichert, und einem dringenden Be-' dürfaisse abgeholftn; — für Kinder zu schreiben ist ja so ein ehrenvoller Beruf, eincs genialen, glaubenStreueo und patriotischen jüdischen Schriftstellers vollkommen würdig. München. Von den Bewerbern um die hiesige Rabbinerstelle wulden 3 erwählt, welche Probevorträge zu halten haben uud da»׳-' unter befindet sich Herr Rabbiner vr Feuchtwanger in Neutra, für den so entschieden gewirkt worden ist, daß er die meisten Chancen ür sich hat. Somit scheint sich das zu bestättigen, was Ihnen zu aller Anfang über die Besetzung dieser Stelle gemeldet worden. Die Freunde des Alten find rührig, sie legen ihre Fäden fein an und wissen, was fie wollen und wollen es mit Kraft. Die dem Neuen Huldigenden sch«inen in München, wie dermalen in allen großen Städten, durch den Einfluß der neuen Mitglieder vom Land, welche in der Regel dem Hergebrachten in Sachen der Religion huldigen, in der Minderheit zu sein. i Der Schematismus dcS Medizinalpersonals von Mittrlfranken führt eilf Arrzte jüdischen Glaubens auf. Darunter ist vr. Königshöfer in Ansbach RegimentSarzt und vr. Herz in Erlangen Prosrctor (leider jerod) nicht Professor, wie das amtliche Kreisblatt nennt) sämmtliche übrigen sind angesehene vielbeschäftigte praktische Civil- A.rzte. Gerichlsarzt darf kein Jude sein. In Nürnberg wurde kürzlich ein Theaterstück: Die Judenfamilie, von I. H. M i r a n i aufgeführt, über welches ein Rezensent sagt, cs habe wenig Originelles und charakteristisch ist darin blos, daß die Handlung ziemlich unwahrscheinlich, aber sehr geschickt so angelegt ist, daß lauter recht genießbare Bilder für beide Confessionen zur Anschauung kommen und Jude wie Christ als Zuschauer mit der Ueberzeugung schlafen gehen könne: ״Wir find alle beide recht brave Leute." So der Rezensent. Wir aber freuen uns eines solchen unparteischen Standpunktes in einem Stücke, das dem Publikum vorgeführt wird, in der Erinnerung, wie man sonst in derlei Werken mit dem Juden umgesprungen ist, und meinen, g rade diegibt rin schönrS Zeichen der Zeit. Man will nicht besser fein und siehrt beiderseitig drn Menschen mit Icinen guten und schlimmen Seiten. Wohl uns, wenn man überall so wcit wäre! — Vermischte Nachrichten und Mtizen. Pest. Auf den 15. d. M. sind die Vertreter der sämmtlichen tsrael. Sultusgemeinden in Ungarn zu einer Berathung vom hiesigen Vorstand geladen worden. w. Don de» jüngst veröffentlichte« günstige« Aeußrr>«gen der zu« Laadtag gewählte» Deputirtr« über die EmancipattooSftage sinbesonders die Worte des Grafen Lad. Teleky an seine Wähler in Abony hrrvorzuhebrn. - Auch Iokai Mär. spricht sich darüber wieder im ״M- S.' als über rinen Gegenstand aus, worüber keine emphatlschen Reden mehr zu halten seien, sondern rer nur kurzweg im Sinne der Menschlichkeit und de« Rechtes eutschieven werden muß. — Im ,M O." spricht Graf Bäla Keglevtch ebenfalls dafür, daß die Emancipation der Juden eine der hervorragendsten durch den Landtag bald zu lösenden Reformftagea sei. Däva. Zufolge ein:s im ״Carmel" erlassenen Aufrufe« Sr. Ehrw. des Herrn O. R. vr. M e i s e l veranstaltete Herr vr. Heinrich Fischer in der nur ans 8 — 10 Familien bestehenden Gemkinre zn Däva eine Eollrcte ״zur Erbauung von Armen-Wohnungen in Jerusalom", drrril Ertrag, 25 fl. ö. W-, bereits v«m genannten Herrn Obrrrabbiner ringesandt worden. Es spendeten zu diesem ftommen Zwecke: Hr. Abraham Büchler I fl. Hr. vr. Heinrich Fischer 2 fl. Hr. Fried aus Karlsburg 2 fl. Hr. Bernhard Hartsteia 2 fl. Hr. Samuel Krongolo 3 fl. Hr. Salomon Läufer l fl. Hr. Popper auS LugoS l fl. Hr. Josef Preifich 2 fl. Hr. Jacob Roser 2 ff. Hr Hermann Räth 1 fl. Hr. Simon Räth I fl. Hr. Berums Salzmann I st. Hr. Samuel Schnee l ff. Hr. Jacob Stern 2 fl. Hr. Heinrich Teitelbaum I fl. Hr. Salomon Werner 2 fl. Paris. Wie vcm ״Jew. Chron." gemeldet wird, soll der Oberrabb. des Central - ConsistoriumS, Nlman, zum Senator rnannm werden. Preußen. Unter den 52.211 Studirendcn au den höheren preußischen Lehranstaltcn sind 3963 Israeliten; e« ergibt dies ein Verhältniß ver Letzteren zur Gesammtzahl wie 1:13. — Die jüdische Bevölkerung in Preußen beträgt 249.416 Seelen unter 17.739.913 Christen und verhält sich demuach.zu Letztrren wie 1: 71. Wochen-Sialrnder. Freitag 5. April — 25. Nissan- «״««abend 6. שבת פ׳ שמיני ״ .26 ״; $af»! 11. ». $«m. t. 6, v. I— c. 7, p. 17. Neum..B,rk.;Per,k l. Mittwoch 10. . ״ .30 ״ I. Rösch-Lhodesch. Donnerstag I I. 3 .1 ״jar II. ״ Trauung im israelitischen Lullus-Temytl zu Pest. 21. Mär,: Frl. Charlotte Lachs — Hr. Ignatz Haberfeld. flKtrei-enthümer. $rrlrgrr a»b wanrtwtlf&fr fttbaerm: JoMf B&rmuta. INSERAT. Loncurs- Ausschreibung. Von Seite der Stuhlweißenburger isr. Cultusgrmeinde wird zur Besetzung der erledigten Nabbtnats-Stelle der EoncurS eröffnet. Die Bewerber haben ihre schriftlichen Gesuche mit authentischen Zeugnissen über ausreichende diesbezügliche Befähigung התרת הוראה von anerkannten Capacitäten, über gründliches talmuvisches Wissen, «acte Kenntniß der ungarischen und deutschen Sprache, und über Routine in der Kanzelberedsamkeit in beiden Sprachen bis 30. Juni 1861 an den gefertigten Verstand eiazusenden. Die Bewerber haben sich, — wenn sie hiezu aufgeforvcrt werden, einem Probevortrag zu unterziehen. Reisekoste« werden nur dem Akzevtirtrn ersetzt. Ueber Gchalt und sonstige Bedingnisse wird bei der Aufnahme.mit dem Betreffenden rin vertragsmäßige- U'bereinkommen getroffen werden. Ttuhlweifieuburg, den 28. März 1861. 8—1 Der israelitische Lultusgemein-e-Vorffand. Pest,18St. Druck von Ennil Müller» Dorotheagasse Nr. 12.