Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 6 (8.2.1861)
- Date
- 1861-02-08
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— ״ 48 EHfifr e« Naftali, h4ber költem^ny. Irta Flörian. Francziäbol forditotta Bleaer Igotc. Pest, Herz Jaoosnal 1861. Elteser «ob Ntaftali, hebräische Dichtung von Florian» aus vem Frauzöfischen von 3-»a- Bleuer, Pest, bei Johann Her; 1861. (F-n.) Diese Dichtung, gehbrt bekanntlich zu den reizendsten und berrlichsten Schöpfungen, die der Feder des berühmten französischen Autorentfioffrn. — Es ist dieeine Idylle aus der jüdischen Vorzeit, voll Lieblichkeit, Wärme, Zartfinn und erhebender Pietät! Es gehört auch wahrlich keine geringe Begabtheit dazu, dieser besonder zierlichen DglstellungSweise mit aller Frische nnd Lebendigkeit de- Originalin der Uebersetzung Meister zu werden. Wir müssen gestehen, daß die- Herrn Bleuer in überraschender Weise gelungen. Wie Herr Uebersetzer in seinem Vorworte bemerkt, war diese Arbeit längst schon zum Drucke vorbereitet, «nd ist nur deshalb unveröffentlicht geblieben, weil in der Vorrede defranzösischen Autormanche Behauptungen erörtert werden, die für die gegenwärtige Zeit als völlig überwundene Standpunkte erscheinen. ״Nachdem aber" — heißt es weiter — ״seit neuester Zeit, wo die ״Judensache" von der Presse bäufigeren Besprechungen unterzogen wird, hie und da ungerechte. Autipathie verrathenve Behauptungen gegen die ungarischen ISraelitrn sich zu erheben beginnen, da schien eS mir an der Zeit, mit der Uebersetzuug hervorzutreten; indem ich dem nicht -i-raelitischen Publikum zeigen wollte, wie ein Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts in jenem Lande schrieb und dachte, dessen i-raelitischeBürger seitdem Angesichtder Welt bewiesen haben, daß sie — wenngleich J-raeliten — als Bürger ihres Vaterlandes zur Erwerbung nicht unerheblicher Verdienste sich befähigten." ״Denn-welchen Zweig der Thätigkeit innerhalb des französischen Staatewir auch immer in- Auge fassen mögen, so sehen wlr die Juden allenthalben eine bedeutende Stellung einnehmen; trotz de- Umstande-, daß sie nach Art unserer ung.arischenGlaubenSgeuossrn nicht in per vaterländischen, sondern in hebräischer'Sprache dem einigen Gotte ihre Derebrung darbringen." Nach allen dem dürfe« wir das eben so schön geschriebene als passend auSgestattete Büchlein mit gutem Gewissen allen Freunden einer uaturathmenden, sittlich veredelnden Lectüre in v ater l änbischer Sprache, «mpsehlen- Namentlich aber dürfte dasselbe für die reifere Jugend beiderlei Geschlechtes als eine höchst willkommene Gabe erscheinen! — DaS Werkchen ist in der Wohnung deliebersetzrrS, 2 Arlergasse Nr. 20 zu bekommen. — Vermischte Nachrichten und AotiM. Q Titjßx atlittn des Torontaler KomitateS machten am 5- ^zu Gr.-BecSkerek ihre Aufwartung dem Herrn Obergespau Ladislaus v. Karäcsonyi; eine Ansprache des dortigen Rabbiners beantwortete, wie uns berichtet wird, der Herr Obergespan mit folgenden schönen Worten: ״Meine Herren: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.' Ihre Söhne haben oft mit und für uns ihr Blut für das Vaterland verspritzt. Zu Ihren Anforderungen find Sie vornehmlich als Kinder des Landes, alS isr. Ungarn vollkommen berechtig», und es werden Ihnen gewiß alle Ihre Rechte zugcstanden werden, denn es ist dies ja eine unabweisliche Forderung der Zeit. — Ich meinerseits und bet meiner Stellung, ohne dies wohl besonders hervorheben zu können, kann Ihnen sagen, daß der Landtag gewiß und unausbleiblich Ihnen Ihre Rechte ertheilen wird, und sollte dienicht der Fall sein, — dann wahrlich gibt eS auch keine Gerechtigkeit mehr!“ (Pest. Ll.) -X- Szentes.Bri der hiesigen stävt. Restauration,am36.v. M. wurde de» Israeliten auf Antrag der H. Farkas u. Boros (Stuhlrichterr, Stimmrecht und Wählbarkeit etngeräumt. □ In Raab fand im Hause eines iSr. Spediteurs eine wohlthätige Sammlung bei Gelegenheit eines Gastmahls statt, zu welchem jüdische und christliche Freunde geladen waren. ES wurde nämlich, wie ״Györi Közlöny“ berichtet, die Summe t,on 200 fl. zur Vertheilung an die verschiedenen Spitäler de- Ortes von der wackeren Gesellschast zusammengrbracht. . D Essegg- I» der ersten Konferenz zur Rekonstituirung de- Deröczer AomitateS unter Vorsitz de- ObergespanS, Bischof Streßmayer, wnrde die vollkommene Gleichberechtigung aller Religionen und Konfessionen als Grundprinzip ausgestellt. -X-Ju der zu L u g o S stattgefundeacn Vorkonferenz des K r a ssä er Komitates trug der Obergespan Hr. v. Gozsdu darauf an, auch der isr. Geistlichkeit Sitz und Stimme in der Komitatsvrrsammlung zu verleihen. Der Antrag wurde unter Fljenrufen angenommen. -X־ Wien. Nach einem durch die Vertreter der isr. Culiusgemeinde veröffentlichten Ausweise belaufen sich die in Wien gespeudeten Beiträge zum Fonds der isr. Waisen st iftu n g auf 10,355 fl. in Effekten unv 34,761 im Barem. T Ein Veteran der Buchdruckerkunst, ein Mann, der sechzig Jahre laug am Setzkasten stand, davon 45 Jahre an einem und demselben Hause, in der vormal- Anton Schmidt, nunmehr della Torre'schen Buchbruckerei in Wien, nämlich der 76jährige Schriftsetzer Herr Lazar Saar (J-raelit) ist am 28. Jänner gestorben. Dem Leichenbegängnisse folgte eine große Anzahl der College« des Verblichenen auallen Buchdruckereien Wiens, sowie eine Menge sonstiger Leidtragender aus allen Klassen, namentlich der isr. Bevölkerung Wien'- (-) Das Gesetz über die Stellung der Juden (in den deutsch-slavischen Provinzen) soll im Reichsrath debattirt und die Entscheivung über dasselbe nicht, wie früher beabsichtigt worden, den Provinziallandtagen überlasten werden, damit nicht einzelne Alpenläneer in dieser Frage an. verrotteten Vourtheilen hasten bleiben. (Presse.) D Preußen. Der neue Jukizminister hat seine liberalere Anficht, in Betreff der Richtrramtsfäbigkeit der Juden, bereitdadurch kundgegeben, daß ein bisher unbesoldeter Assessor jüdischen Glaubens als Kreisrichter angestellt worden. (A. Z. d. I.) Muchen-KalenLer. Freitag 8. Februar — 28. Schebat. Sonnabend 9. םש3טים ״ .29= ״ 's שכת שקלים; Haft. II. B. d. «ön. c. 12, v. 1 - t7. Neumond-Verkündigung. Sonntag 10. 30 --- ״. Schebat; Rosch-Chodefth. Montag ll. 1 — ״. Adar ״ Geschichtliche Srbenktage. 9. Februar 1807 : Eröffnung des S a n h e d r i u zu Paris. Eigeathmner, m«an»9rtfHfcrr Redaetettr m»d Herou-ßeverr JtMf INSERATE. 1 1 פסח סער,ל Wir geben hiedurch den resp. isr. Eultusgemeinden zur Nachricht, daß in unserem Dampfmühl« Etablissement vom 20. Jänner d. I. an, Ostermehl, unter besonderer Aufsicht des ehrwürdigen Altofner Stabbiaatangefertigt, und mit dessen Siegel versehen, wie in stüheren Jahren, wo wir uns eines zahlreichen Zuspruches zu erfreuen hatteu, zu haben sein wird. Da wir bereits mit der Altofner Cultusgemeinde die Lieferung ihres diesjährigen Bedarfs abgeschlossen haben, so-laden wir hiemit die isr. Eultusgemeinden in Ungarn. Mähren. Böhmen, Schlesien. Galizteü, höflichst zu Beziehungen ein, indem wir um baldigb'-Ertheiiung ihrer Bestellungen ersuchen, damit wir alle eingehenden Aufträge rechtzeitig auszuführen im Stande find. . Das ״Ostermehl" wird zu unseren bei AbfenbunF bestehenden Mrhlpreisrn mit Zuschlag von 20 kr. ö. W. pr. LeNtner für ritualische Aufsicht und Unkosten zu haben sein. ».»>s.!861. 2—3 Dampf» ühldefitzer. Pest I8ÖI. Druck von Emil Müller, Dorotteagaffe Nr. 12.