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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-01-25 · 4 (25.1.1861) · p. Seite 26

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
4 (25.1.1861)
Date
1861-01-25
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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—־*• 26 « — DrsnumemtlML-HnlMung. ~ Mit diesem Monate hat der zweite Jahrgang unserer bis jetzt in den weitesten Kreisen beifällig aufgenommene» Zeitung begonnen. Unverändert in Tendenz, Fonnat und Ausstattung soll der neue Jahrgang, doch in Bezug auf Reichhaltigkeit de- Stoffes, rasches undumsicktigeS Eingehen auf die wichtigsten das Judenthum aller Staaten und Länder, namentlich aber unseres engern ungarischen Vaterlandes betreffenden TageSfragen und Angelegenheiten einen sichtliche» Fortschritt bekunden. Diesen Zweck zu erreichen, haben wir eS abermals an Mühe und Opfern nicht fehlen lassen, neue und anerkannte literarische und artistische Kräfte für unser Journal zu gewinnen, während es un» gelungen ist, die!bisherigen Herren Mitarbeiter zu sleißigern, gesteigerten Leistungen für die Zukunft zu veranlassen. Solcherweise kann eS keinem Zweifel unterliegen, daß die folgenden Blätter an Werths und Mannigfaltigkeit des Inhaltes den bisher erschienenen nicht nur nicht nachsieben, sondern sie noch um Vieles überbieten werden. Aus diesem Grunde rechnen wir auf eine fortgesetzte Geneigtheit und warme Theilnahme des P. T. Publikums, das wir zur baldigen Anmeldung des neuen AbvlMemeMs hiemit höflichst auffordern. Tie ״Allgemeine Jllustrirte Zudenzeitung" erscheint nach wie vor jeden Freitag einen Bogen Großformat. t Ganzjähriges Abonnement 8 fl. öfterr. Währ. — Halbjähriges 4 fl. offen. Währ. Für diejenigen P. T. Abonnenten, deren Abonnement mit letztem Jänner 1861 zu Ende geht, ist der Pränumerations-Bettag: 5monatlich (Februar — Ende Juni) 3 fl. 34 kr. öfterr. Währ.; — llmonatlich (Februar — Ende Dccember) 7 fl. 34 kr. öfterr. Währ. Pest, im Jänner 1861. Der Herausgeber der ״Ällgrmkiurn Mllstrirlt» Ill-tllzkitllng." von der politischen Nkchtsloligkkit brr Israelileu in Ungarn. Unter dieser Ucbersckrist bringt die ״Araber Zeitung" vom 13. und 16. t. M. zwei bockst beachtenswertheArtikel von Baußnern, woraus wir die bcmerkenswertheften Stellen hier wiedergcben: Wir haben ein abgehandeltes Thema vor uns, — so beginnt der erste Artikel — nämlick die Gleichberechtigung der Juden. Man hat eS längst überall eingesehen, daß diese abscheuliche, anomale Stellung der Juden im Staate aufhören müsse, daß es eine Sckanre für jedes konstitutivnelle Leben ist, wo der Jude in politischer Knecktsckaft schmachtet, ja daß es selbst für absolute Regierungen ein Gebot der Humanität, Civilisation und der -National - Ockonomie sei, dem Juden gewisse Bürgerrechte zuzugestehen. .. .Wie finden wir tasJudenthnm in Ungarn? Es ist ein großer Körper von über 350,600 Seelen, in dieser Zahl liegt so zu sagen eine Wucht von industrieller Spekulation, von Handel, eine große Industrie und ein ungeheures Kapital des Landes aufgespeickert. Nehmt Ungarn das Judenlbum und ihr unterbindet die Adern deS industriellen Handels, der ganze Handel stockt und mit dieser Stockung tritt eine Lähmung der ganzen Agrikultur^und Industrie ein. Wahrhaftig, wir übertreiben nickt, wenn wir sagen, daß die Hauptatern in Ungarn dem Israeliten angehören. Er ist der gewaltige Hebel, der dem ökonomischen Leben Ungarns Lebenskraft verleiht, rer Spekulant, der Groß- und Kleinhändler und Tandler, sie alle sind die Faktoren, welche unserer Industrie den Haupt - Nahrungsftoff bieten. Man köre Loch endlich einmal auf mit diesen abgeschmackten Reden, der Jude ist nur eine Plage, er nährt sich von unserem Fett, welches er uns entzieht, er saugt uns aus, der Handel macht ihn reich, uns aber arm u. s. w. Was steckt hinter solchen Reden? Unkenntniß von ökonomischen Elementar- Begriffen, Neid und das unglückselige Gefühl der mit der Muttermilch eingesogenen Juden-Verachtung. Diese, wir wollen hoffen, nicht zahlreichen Menschen wollen wir nun fragen: Nun, warum laßt Ihr Euch plündern von riesen Juden? Wie kommt es denn, daß das herrschende Geschlecht von dieser Handvoll rechtloser Juden ausgebeutet wird, wie kommt eS denn, daß Ihr Euch ihnen auf Gnade oder Ungnade überliefern müßt, diesen Menschen, die keine anderen Waffen haben als den Geist und daS Berständniß des Handels, die Kraft des Kapitals und die Energie der Spekulation, die nimmer ruht und rastet. Tie Parias der Gesellschaft, dies von Gnaden in Handel geduldete Geschlecht, sollen Euere Industrie in Feffeln schlagen gleich der Schlange, die den gefunden Leib umstrickt und ihm das Blut aussaugt? Wie unnatürlick, wie unglaublich! Ihr seid bethört und Euere Sinne trügen Euch. Wir glauben, cs sei nicht Euer Unglück, daß Ungarn dies regsame und intelliaente Geschlecht besitzt das Eueren Handel besorgt. Laß eS die ökonomischen Hilfsquellen deS Landes aufftöbert, daß eS zur Thätigkeil und regen Prodnktion anspornt, daß eS das ganze Wissen der Spekulation und des Handels zu Gunsten unserer Oekonomic verwerthct. Fühlen wir wohl die Kraft der Energie und den Geist in uns, diese so wichtige Handels-Mission allein und ohne jüdische Hilfe zu erfüllen?... Wir antworten: Nein, denn wenn wir's könnten, so hätte der Jude nicht das industrielle Terrain unseres Vaterlandes okkupirt. Statt also zu schelten, zu zürnen, mögen alle Kurzsichtigen begreifen, wie heilsam und nothwendig die Spekulation deS Israeliten sich bei unS bewährt, wie segensreich trotz einzelner Uebervortheilungen diese Thätigkeit dem Lande ist und wie sie ftei von Gewalt und Unterdrückung sich bewegt. DaS möge man sich überall zu Herzen nehmen. Auch ist der Gewinn, den der Jude aus dem Handel zieht, nichts weniger als ein an uns verübter Bettug, Prellerei oder Monopolausbeute. Wir bitten zu bedenken, daß sich heute bei unseren schnellen Verkehrsmittteln, bei den täglichen Marktpreisen und Hantelsberickten, sowie der Konkurrenz der Handelsmänner weder Betrug nock Prellerei noch Monopol erzielen läßt. — Der Gewinn des Handelsmannes ist ein bescheidener, mäßiger, das schnelle Umwechseln des Kapitals aber, das ist der Gewinn unserer Zeit. Wer wollte denn ferner leugnen, daß dieses rührige, nie müde Handelsvolk eine solche Schärfe des Geistes besitzt, die nicht nur die materiellen Interessen, sondern auch die geistigen zu durchschauen vermag. Wir sehen hiefür zahllose Beweise. DaS patriokische Gefühl der Israeliten ist ein Ausfluß dieser Intelligenz, welche das Beste Los Landes immer sogleich begreift. Der Jsraelite begrüßt in der Freiheit unseres Vaterlandes auch den Triumph der Industrie deS Landes, an das er trotz aller Wandelbarkeit des Handels mit tausend theuren Banden gefesselt ist.... t Wir müssen es offen sagen, daß es eine große Schwäche des Landtages von 1848 war. Alles zu emanzipiren, unseren in tiefer Finsterniß, in Armuth und gänzlicher Vernachlässigung befindlichen Bauernmaffen alle politischen Freiheiten zu erthcilcn und den so vorgeschrittenen, industriell und sozial intelligenten, rührigen, betriebsamen, reichen und immer pattiotischen Bolksstamm der Juden hinter Schloß und Riegel im Lande versperrt zn halten, als ob sein Athem die politische Atmosphäre eines freien Ungarns vergiften, als ob sein Her; an dieser Freiheit Berrath üben, als ob sein Gut den Feinden des Landes dienen und sein Verstand Verwirrung und Unruhen stiften würde. Wir begreifen sie nicht, diese Schwäche des so er habenen, so glorreichen und ewig denkwürdigen Landtages von 1848.... Das rechtlose, in politischer Knechffchaft belassene Volk der Israeliten — so beginnt dann der zweite Aussatz — wie rächte es sich an dem Lande für diese Unbill seiner Minorennitäts-Erklärung im I. 1848? Wir antworten: es opferte freudig Gut und Blut auf dem Altar des bedrängten ge-, meinsamen Vaterlandes, es wetteisette mit den patriotischen Anstrengungen der Ungarn deusscher Zange. (Die Sprache ist es nicht, das pattiotische Her; ist es, was die Männer des deutschen Wortes in Ungarn zu ״Ungarn"

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