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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-01-11 · 2 (11.1.1861) · p. Seite 16

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
2 (11.1.1861)
Date
1861-01-11
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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—יו 16 M•- za Weihnachten zu beschenken. — Nun wellen-wir hier gegen diesen vielfach gerügten Gebrauch nicht weiter zu Felde ziehen, wollen nur registriren, daß man so oft in den Händen der jüdischen kleinen um diese Zeit die durch die JnsertionSposauue so vielgerühmten reichverzierten Jugendschristen als beliebte Weihnacht«- und NeujahrSgefchenke sieht. — Da dürfen wir fragen: wa« soll die jüdische Jugend mit diesen zumeist auf die Erweckung christlichen Glaubens berechneten Schriftchen machen? haben wir keine jüdischen Federn, die sich in >ie rosige Flut kindlicher Gemüthlichkeit tauchen, und Jugendschristen für jüdische Kinder schreiben könnten? würde sich kein Verleger finden, der eingedenk de« Gottlob doch immer mehr erwachenden jüdischen religiösen Bewußtsein« derartige Schriften Herausgabe, wie die« Hallberger in Stuttgart und Andere für die christliche Jugend mit großem Bortheile für chr Geschäft thun? Freilich sind auf diesem Gebiete keine schriftstellerisckeu Lorbeeren zu erringen, aber für Kinder zu schreiben ist auch ein ehrenvoller Beruf, und ״für Kinder ist eben nur da« Beste gut genug" sagt ein großer deutscher Dichter. — Wir schließen mit dem Wunsche ״gebt un« jüdische Jugendschriften." — Vermischte Nachrichten »ab Rothe». * Wie dem ״Magyarorszig" berichtet wird, wurden in der Neutra'er Synagoge zwei Nationalfahnen geweiht. Rabbiner Or. Fei cht (Feucht- Wangen) ermahnte seine Gemeind« zur Erfüllung ihrer Bürgerpflichten. — * Zn Papa hat sich unter Leitung der Herren Dr. Deutsch und N. Steiner ein isr. ״Llagyarikä Egylet“ gebildet, welcher bereit« 80 Mitglieder zählt. Derselbe gedenkt zunächst eine Uebersetzung von Lessing's ״Nathan d. Weise" zu veranstalten. O Szegedin. Am 5. nahm hier die Wahl der städt. Beamten und der Gemeiuderepräsentanten ihren Anfang. Bor Beginn setzte Sr. Hochw. der Herr Probst in einer längeren Rede die Nothwendigkeit auseinander, auch Israeliten in die Gemeinde - Repräsentanz aufzunehmen. Es fei nur recht und billig, daß die Juden, welche alle Lasten mittragen helfen, auch aller Reckte theilhastig würden. * TrencSin. Bei der am 20. Dccember hier stattgehabten Erneuerung deS ComitatS-AuSschusseS hatte Herr Szilvay Käroly darauf angetragen auch Israeliten in denselben aufzunehmen. Die Motion hat aber keine Zustimmung gefunden. — * Krakau. Einem Berichte oer ״Morgenpost" zufolge hat der Vbrstand der jüd. Gemeinde brscklossen, durch ein Rundschreiben sämmtliche jüdiscke Gemeinden Galiziens zur Abfassung einer Adresse an den Herrn Staatsminister aufzusordern, worin gebeten werden soll, daß die Gleichberechtignng der galiziscken Juten mit denen in den übrigen Grönländern auSgesprocken würde. * Cstoiccint. (Ein neuer Erlaß gegen das Halten christlicher Tienstbcten von Selten der Juden.) Am ersten Weihnacktsfeiertage hat der stellvertretende Probst unseres Ortes das Verbot, daß christliche Tienstbcten nickt bei jüdiscken Familien einstehen sollen, abermals feierlich von der Kanzel verkündet, und dann bei Erläuterung desselben den Zuwiterhandelnden mit allerlei Strafen gedroht. Als besonder« charakteristisch will ich nur zwei derselben anführen, nämlich die, daß Dienstboten eines jüdischeu Hauses, so lange sie in demselben bleiben, nicht zur Beickte zugelaffen, und daß sie nack ihrem Tode wie Selbstmörder außerhalb des Fried- Hofes beerdigt werden sollen. Tiefe strengen Drohungen haben aber bisher noch nicht zu einem bemerkenSwerthen Resultate geführt; die dienende Elasse bleibt, obwol sie in hohem Grade religiös ist, vorderhand nock bei den jüdischen Brodberren, solange sie — wie ries beinahe durchgängig der. Fall ist — von den Juden besser bezahlt uno besser behandelt wird, als von den ckristlicken Herrschäften, welche das frühere Hörigkeils Berhältniß ihrer Diener nickt vcrgesseu können. (Pr.) * Ter kürzlick verstorbene Freiherr v. Bunsen hatte als preußischer Gesandter in London lhäligen Anthcil genommen an der Gründung des vou den beiden Regierungen, Preußens und Englands unterhaltenen Protestant!» scheu Bistdums in Jerusalem, wobei es bekanntlich vorzugsweise auf Judenbekehrung abgesehen war. Im Uebrigen zeigte Bunsen recht freundliche Gesinnung gegen Juden. Er erkannte willig die Verdienste jüdischer Gelehr» ten an, und bildete in dieser Beziehung einen fteundlichen Gegensatz zu vielen deutschen Lfteraten, welche die Existenz einer neueren jüdischen Wissenschaft zu bemerken unter ihrer Würde halten und für die Arbesteo jübischer Gelehrten nur ein Lächeln haben. — O Die kais. Akademie zu Metz hatte einen Preis (goldene Medaille) für den Verfasser des besten Textes einer Cantate ausgeschrieben, welche bei Gelegenheit der großen daselbst im Mai 1861 stattfindenden Ausstellung ausgeführt werden soll. Unter den acht Bewerbern ist der Preis Herrn Molse Alcan aus Metz zuerkannt worden. (Mon. d. l. Mofelle) O Baron James Rothschild hat, wie alljährlich wieder 30,000 Kilogrammes Brod unter die Armen der 20 Arrondissements in Pari« vcrtheilen lassen. . (Arch. Isr.) * In Avignon erscheint seit Kurzem eine jüdssche Zeitschrift unter dem Titel ״La Familie de Jacob.', * Holland. Der König von Holland hat den iSrael. Justizminister Herrn Godefroi zum Commandeur deS LöwenordenS ernannt. /X Der Bey v. Tunis hat für sich und seine Nachfolger die fteisinnigste Constitution , auf Grundlage des Freihandels, der Gleichheit vor dem Gesetze, der Glaubensfteiheit und der vollen Sicherheit der Person und deS EigenthumeS, erlassen. An dem Genuß dieser Grundrechte sollen auch die Israeliten Theil nehmen. — (Magyarorsz.) 0 Jamaika. In die Magistratur und in dir gesetzgebende Brrsammlung dieser Insel sind 14 Israeliten gewählt; die meisten darunter sind große Landeigenthümer. Wochkn-Kalen-er. ־Freitag 11. Jänner 29. Tebeth. SonnaOenö 12. 1 — ״. Schebath שכת ר״ה פ, וארא; Donnerstag 17. ״ .6 — ״ Hast: 3*fc. 66, v. 1 — 24. Geschichtliche Gedenktage. 14. Jänner 1301: Starb Andreas III. König von Ungarn; der letzte Mannessproß auS dem Hause Arpad's. 2. Sckebeth 79 v. d. Z.: Starb König Alexander Jannai. Offene Lorrespoidenz der Neiittion. Hr. Dr. B. in G.: Wir sind bereit zum Tausche und würden Berichte gerne aufnehmen. — Hr. R. S. £. in P.: Ihre freundliche Gabe wird später benützt werden. Einstweilen unseren Dank. — Hr. H. D. B. in L.: Den Berichten sehen wir entgegen. Eigenrhümrr, veravtwortliiber ftefcactrnr und Hcrau-geber: JmcF Blmuinn. INSERATE. Josef Holländer in Pest, RSnigsgassc Hr. 6, empfiehlt nachstehendes Berzeickniß von Glillllltrrie-, Niidrlnull Drechsler-Marm, als: Mahagony-Tische mit Rosenholz-Einlage; Palisander-Tlsche, echte, Rosen- Holz; runde Tabouret-Tische, Nuß-Palisander; Bildcr-Tischk, neuester Art; eingelegte Tische, Perlmutter-Gemälde: Tamenkörbe, Palisander mit Seide; runde Tische; Tomenlind Hcrrcn-Schrcib-Tischc; Buffets mit Marmorplanen; Buffetskredenz; Toiletten-Kommoden mit Marmor; Eilberspiude mit Glasthüre; Betstühle; Etagere; Bücherstelleu; Thee- Tische, zum Auseinanderziehen, drcitheilig; Tischt, gemalte, mit Einrichtung; Näh-Tische, Tamen-Zchreib-Tische, gekehlt mit Drechslcrarbeit, neueste Art; Noten-Stcllagen; Feldsessel mit Teppick; Lehnsessel mit Teppich; Comptoir- Stockerln; Wasch-Tische, ganz neue Art, zum AuSeinandersckrauben mit Kanne und Lavoir; Blumen - Stellagen; Arbcitskörbe; Lesepulte; Spucklläpfe; Bioliu-Stellagen; Rauch-Tische neuester Att, zu 12 Pfeifen Tabak- und Cigarrenlade. ' Ferner empfiehlt derselbe alle Gattungen Butter-MaschillkN, viele verschiedene nette und geschmackvolle Drechsler-Arbeiten und Galanterie-Waaren: Chatoullcn, Rasir-, Schreib-, Näh-u.Zucker-Tosen; alle Gattungen Stöcke, Pfcisenröhre mit Bernstein, Schachfiguren und Brett, Puffspiel, Domino, Kegel re. re. 1—7 Pest ISstl. Truck von Larf Werfer, obere Tonanreile, Nako'iches Haus Nr.. 10.

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