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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-12-14 · 20 (14.12.1860) · p. Seite 158

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
20 (14.12.1860)
Date
1860-12-14
Page
Seite 158 (sequence 6)
Language
German
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158 f (Icat׳ ) \ Eine Menora — Chanukka-Lampe — für den neuen isr. Tempel in! der Leopoldstadt in Wien, gespendet von, königl^ großbrittan. Consul, Herrn I Ealomon Braudeis-Weikersheim. — Die Menora ist aus ,nass,- [ ve» Silber, in dem Atelier des Herrn Gustav Simon, von welckem : auch die Zeichnung herrührt, angefertigt. ' __ - 1 ptk. u- Die vom Borstande der hiesigen isr. Kultusgemeinde unter den Mit- : gliedern derselben eingeleitete Subscriprivn für den Palaisbau und den Fond der ungar. Akademie ist nun beendet, und bat als Resultat zu Gunsten res Baues die Summe von 725 fl. ö. W. und zu Gunsten res Fontes *00 fl. c. SB., zusammen 1525 tl. c. W. ergeben. — Tie zlcick zeitig! mit dieser Subscription veranstaltete Sammlung für unsere unglücklichen cbristlichen Brüder in Syrien hat reu Betrag von 4£7 fl. ö. W. erreicht, und ist dieser Betrag' BehusS Lcllsührung des mit demselben angestrebten Zweckes Sr. Eminenz dem Herrn Cardinal Fürst Primas in Gran überantwortet worden. — PestT Ter Tirection der isr. Muster-Hauptscbule sind, zur Bermel,-- rung der Präparanden-Bibliothek eingesendet worden: Bom Herrn H. I. 22 Bände; ״ ״ Großhändler I. Greger 23 Bänd«, und zwar: ein vollständiges elegant gebundenes ־.:־ und niedrere andere hebräische Werke: Bon Frau Rosalie Leitner 24 Bände, und zwar: Funke's Bilrungs- Bibliothek. WaS hierniil mit dem Ausdrucke des wärmsten Tankes׳ zur össentluden Kenntniß gebracbt wird. t'. Die Rackricht, welcke in ״Xvz, >lj8äx", einem c»r dit ׳ haihitszik' zu Folge mitgetheilt wird, als ginge die hiesige isr. Gemeinte damit um, den Herrn Ober-Rabbiner Dr. Meisel zum Rücktritte zu bewegen, entvedn, wie vieles andere gegen denen Persönlickkeit Borgebracktc jeder Begründung, und mästen wir es von Herzen bedauern, daß die betreffende Redaction einer soliden unmotivirten Rotiz in ibrem geschätzten Blatte Raum gegeben bat. Q Zu der am 7. d. M. aus rem Bester Ttadthause stattgcrunrencit Borberathung über die Wiederherstellung der autonomen Sladt-Eommune waren nebst dem Herrn Ober ׳ Rabbiner, Or. W. A. Meisel, nock drei Mitglieder der isr. CultuS-Gemeinde, und zwar: die Herren l >r. 3. Hirsck-!er. Carl Ullmann und I. Kern berufen. — Q Herr S. W. Schoßberger, erster Vorstcher der Bester iSr. CultuSgemeinte, ist zu den in Gran stattsindenden Conserenzcn berufen. Lorrespondknz. ^«schall, am 20. November. Zn Nr. 1»; Ihres gerne gelesenen : BlatteS, bringen Sie, in Betreff rer Auslastung der hier bestandenen isr. rweiklafsigen Bolks'ckulc eine Corrcspontcnz, welcke mehrere entstellte Tbat- . »aden und unrichtige Angaben enil^ilt; daher ick mick im Inkcreste der Wahrheit verpflicktek fühle, die Sacklage, durck eine, zwar nickt mit Phra- ׳eu ausgepuzte, aber׳ wahrhafte S^ilderung, welcke durck ämklicke Tocunte erwiesen werden kau», warzusteUe». Bis r»m Jahre IK5l) belief siw die sire jährlicke Einnahme rer bien-' ge,l isr. CultnS-Gemeind׳ aus nickt mehr als 1800 fl. e. W. welcke durck ' e׳e Fleisckabgabe erzielt wurde. Daß dieser kleine Betrag, viel zu gering st:r den unumgänglick nötdigen Gemeindeberars, nickt genügend war um ' raven noch eine Sckule unterstützen zu können, ist einleucktenr genug: e5 ist daher die erste unwahre Angabe des Herrn I. G. daß diese Fleisck- , a gab« einen Theil rer Einnahmsquell.- rur Bttlreitung der Sckulkostcn gewesen sei. Im Februar 1850 versammelte der sehr energische und willenskräftige Vorzkeher Herr Joses Adler die Repräsentanten rer Gemeinde, um mtt chneu zu beratben, wie, und durck welcke Mittel eine zeitgemäße Orga,Nation der l^emcinde zu erstreben sei. Das Verlangen nack einer Sckule j ward von allen Seiten in den Vordergrund gestellt: ras Präliminare der! zu errichtenden Sckule stellte ein Ersorderniß von jährlichen 1500 fl. heraus; man rechnete hiebei aus hundert zahlungsfähige Schüler und eine Subvention von 500 fl. aus der Gemeinde-Caffa. Es mußte demnach zur Vermehrung des fixen Gemeinde-Einkommens geschritten werden, und da eine Erhöhung der Fleischabgabe zu drückend für die Armen gewesen wäre, so wurde die Umlage einer direkten Cultus-Steuer einstimmig beschlossen. Der Herr Vorsteher scheuete keine Mühe und kein Opfer, er besteuerte sich freiwillig mit dem nahmhasten Betrage von zweihundert Gulden ö. W. jährlich, gleich bereitwillig zeigten sich die Repräsentanten und Intelligenten der Gemeinde, eS wurde aus den Gebildetsten der Gemeinde, darunter vier Dockoren der Medicin, die Herren Or. Kain, Schässer, Holländer und Grün, ein Sckulccmite gebildet; und die Schule wurde errichtet. Nun muß ich die einzigen wahren Worte des Herrn I. G. wiederholen: Mit der Wirksamkeit rer jungen Schule begannen auch die oppositionellen Elemente ihre Tbätigkeit, und des Haders war kein Ende. Die Sckulgelder wurden nickt eingczahlt, und als man selbe mit Strenge einzutreiben begann, schickte man die Kinder nicht mehr in die Sckule, so daß tut 2ten Semester die 2te Klaffe nicht mehr als zwölf Schüler zählte. — Dieses, so wie der Umstand daß der sehr talentvolle Lebrer, Herr Rosenmeyer, die Schule zwei Monate nach ihrer Creirung, zufolge seiner Berufung nach Ujhely, verlassen mußte, vorzüglich aber Böswilligkeit, Indisserentismus, Gelduud Sckülermangel waren die organischen Leiden des jungen Jnstitut's, welche natürlich dessen schnelles Ende herbeiführen mußten. Daher schließlich nock einige Worte an Herrn I. G. — Durck Workdrechsterei, Phrasensckreiben und Entstellung der Thatsacken verbessert man nickts, nur durck eine gerechte und wahre Kritik kann dies schöne Ziel erreickl werden. Nur Unkenntniß der Thatsachen kann eS entschuldigen, daß er r.׳n Grund der ungünstigen Sachverhältnisse in der obersten Leitung der Gemeinte suckle. Ein redlicher Referent und sogenannter Vertreter der seck׳' ten Großmacht sollte aber stets die drei Bedingungen ihrer Macht vor Augen halten: Wahrheit, Klarheit und Gerechtigkeit. .1. 31. Gr. Äanizsa, November. (Die Schulcorrepetition und ihre' Nacktbeile.) .Ob das Unlerricktsminislerium die Unterricktszeit in den Bolkssckulen so knapp;»gemessen, um den Lehrern oder den Sckülern Erholung zu gönnen, unterliegt keiner weitern Untersuckung; offenbar sprickt das Gesetz zu (Gunsten der letztern, und zwar weil nickt aus Kosten des Körpers der Geist ausgebiltet werden soll. Insbesondere erscheint diese Sanitätsmaßregel gerccktsertigt, wenn man die engen Räume der Schullccalitäten vor Augen hält. Nichtsdestoweniger will diese Borsckrist die Jugend in der freien Zett nickt gänzlick vom Unterrickte dispensiren, da bekanntlich der Sckulunterrickt nur dann gedeihet, wenn er vom häuslichen Fleiß unterstützt wird. — Es ist bekannt, wie schwer die isr. ungar. Schulen mit denen andercr Ccnsessionen gleichen Sckritt halten können; denn während jene einen rreisackcn Sprachunterricht zur Ausgabe haben, nämlich den ungarischen, deut scheu und hebräii'cken, reickt in diesen die Muttersprache allein aus. Man nimmt da zu den verschiedensten Hilfsmitteln Zuflucht. Ter Lehrer führt in seiner Claffc eine oder zwei Correpctitionsstunkcn täglich für die Kinder woblhabender Eltern ein, sixirt dafiir eine Separatzahlung, die oft dem Schulgelte gleickkommt, und überläßt die Jugend armer Herkunst ihrem Sckicksale. — Nun dringen sich aber folgende Fragen auf: 1. Wird dabei die Zeit pünktlich eingehalten, und wird die sonst rühmliche Gewissenhaftigkeit der Lebrer bei dieser ״Beigabe" beobachtet? 2. Ist der Unterricht ein gleicksörmiger, wenn nur die Reicken daran participiren? und, ist er bloS Lurus und Ueberflnß, wozu 3. das jugendliche Alter im Sckullocale noch länger einpsercken und sie nock länger die zersetzte Atmosphäre einathmen lassen? Wir werden hierüber gerne Belehrung annehmen, bis dahin aber können wir uns nickt erwehren, diese Supplementstunden als einseitig, nackkkeilig für die Tbeilnebmenden oder verkürzend für die Nickttheilnehmendeu zu erkennen. — Coro». Nelldtk (Szalader Comitat), 16. November. Noch vor 6 Jahren, zur Zeit da ick als prakt. Arzt hierher berufen wurde, traf ich in der Kiesigen 120, darunter nur wenig wohlhabende, Familien zählenden Gemeinte ein altes, baufälliges Beihaus, und die Jugend, jedes geregelten

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