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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-11-23 · 17 (23.11.1860) · p. Seite 130

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
17 (23.11.1860)
Date
1860-11-23
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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ין Dränumemtions-HiMung. Mit Anfang des lausenden Mcnals hat das zweite Quartal unserer während ihres kurzen Bestehens allgemein beifällig aufgenommenen und einer weiten Perbreitung im Iniind Auslande sich erfreuenden Zeitschrift begonnen. Wir erlauben uns daher unsere geehrten Vierteljährigen Abonnenten aufmerksam zu macken, daß sie ibr ferneres Abonnement baldigst bewerkstelligen möckten, damit die Zusendung der Blätter ohne Störung erfolgen könne. Änck mästen wir Diejenigen P. T. Herren Abonnenten, die mit dem AbollNtMtlltSbetrage im Rückstände sind, dringend ersuchen, die Einzahlung desselben so bald thlllllich veranlassen zu wollen.?für Reucilltrctcndc und neck wenige vollständige Excnrplare vom 3. August d. I. bis zur Zeit chres EinttittS vorräthig und können auf Verlangen nackgesendct werden. — Ein Abonnement vom 3. August bis Ende Tccember d. I. beträgt 3 fl. 34 kr. österr. Währ. Besonders bitten wir gefälligst zu beackten, daß unser den ganzjährigen Abonnenten zugesagtes Prfimlenbild, darstellend: ״Du rojülmgr ^rtmrt5tag5frirr Sr. (Pjjnmirörn drs Dem! (1>hrr-^ahhinrr5 Sülamon D. IvllpMpllrt" spätestens im Jänner 1861 zur Versendung an das P. T. Publikum gelangen wird. Halbjähriges Abonnement fl. 4 — ganzjähriges fl. 8 österr. Währ. Bei der großen Verbreitung, die unsere Aeitsckrisl seit dem kurzen Bestehen im In- und Auslande bereits gewonnen, eignet sich dieselbe vorzüglich für Inserate aller Art, und werden dieselben auf's Billigste berechnet. Pest, UN ־Jht>.־mlvr 1*0'׳. Der Herausgeber der ״Allg. Mustrirtkn Ludeuzeitong." Low Schwab. biographische SR!•,.;e »ou 2V •S. ,vortieuuna. ' Tic Ileberzeugung von der Nottiwendigkeit eines Svnazogenbaues lebte indesten als frommer Wunsch sckon in gar vielen Gemükhcrn; befanden stck dock beide Belbäuser in gemietbeten Localen, die noch dazu ob mancher Ilebelstände ibrer heiligen Bestimmung nickt entspracken. — Schwab inackrsstck nun viele -Jahre hindurch zunt beredten Fürsprecher dieses Gedankeus, von der Stunde an, als die Gemeinte überhaupt ein Grunteigentlium erwerben und besitzen durfte, bis zu dem Augenblicke als die Mauern des neuen Tempels stck zu erbeben begannen. — Sckon bei Gelegenheit der Spitals-Einweihung 22. Deccmbcr 1841 verkündigte er es als eine der Mahnungen, die das eben vollendete HauS an die Gemeinde richte״ ׳daß es an der Zeit sei unserem Gotte, der ״Anbetung und Verehrung seines heiligen Namens, eine feste Stätte zu ״gründen"..;. ״Jetzt, da nickt nur diese Anstalt für ״Werke der Liebe" ״aus eigenem Grund und Boden stck befinde, sondern auch so vielen Ein- ״zelncn schon gestartet, im festen Besitztbume fick ihrer GlückeSgüter zu er- ״freuen: da sei auch an der Zeit wie König David zu sprechen: ״״Siehe, ״ ״ick restdire im Zederpalaste und die Bundeslade des Ewigen wohnt in ״ ״einem׳Zelte" " — nur daher auch für Thora und Awoda, für Sckule ״und Gotteshaus Sorge zu ttagen." — — Nicht ungebört verhallten riese Worte; denn es wurde seitdem der Tempelbau ein Gegenstand ernsterer und öfterer Erwägung, zumal nachdem die Geineinde min auch in den Besitz eines Grundstückes zu diesem Zwecke gelangt war. Die Ausführung scheiteftp nur an der Schwierigkeit, mancherlei ans den alten Betbäusern herrührende Eigentbumsansprücke zu befriedigen, indem die Leiter der Gemeinde blos zur Ablösung durch Geld aber zu keiner Uebertragung der Eigenthumsreckte sick verstehen wollten. Sckwab batte inzwischen nickt ausgehört seine Sfimme für das obliegende Werk zu erbeben, die Widerstrebenden im vertraulichen Gespräche dafür zu gewinnen und insbesondre dann, wann er vor Hörern aus beiden Gottesbäusern redete, die heilige Pflicht ernstlich zu Gemütbe zu führen. Welche gctteSdienstlicke Lrdnung in die zu erbauende Hauptsynagoge eingesührt werden sollte, darüber war weder er selber einen Augenblick im Zweifel, noch stand er an, seine Ansicht mit voller Energie auszusprechen. ״Ich schweige" — sprach er in einer vor der Cbewra Kadiscka gehaltenen Predigt über Cbron. I. c. 20 v. 15ft. — ״ick schweige von so ״mancher Anstalt, die zum Heile der Jugend, besonders der weiblichen, ״zum Nutzen und Frommen der Erwachsenen, zur Milderung des leiblichen ״und geistigen Elendes der Armen zu grünren oder stärker zu unterstützen ,,höckst nötbig wäre; ick schweige von so manck' anderem Werke, das noch ״unser wartet, testen Segen unermeßlich diesseits und unvergänglich jenseits ' 21ib׳ ■Jtr. 1 —X, I", II. 1-2. 14, 15 u. IG. ״des Grabes sein wurde. Aber ich kann nicht schweigen von dem aller- ״größten, allerheiligsten Bedürfniß, das zur Abhilfe so dringend auftorkert; ״ich kann nicht schweigen von der heiligen Verpflichtung, die uns obliegt, ״ein Werk zu gründen, ähnlich dem wovon im Texte die Rede, — ein : ״Heiligthum zur Anbetung und Verherrlichung unseres Gottes".! ״Wahrlick, so lange wir den gegenwärtigen Zustand fortkauern lasten, so ״lange wir nicht mit dem König David geloben, keine Ruhe und keinen ״Frieden uns zu gönnen, bis wir gefunden haben eine bleibende Stätte! ״für die Ehre unseres Gottes, eine Wohnung, ״״die ewig geweiht sei! ״dem Mächtigen Jakobs""; können wir auf die Ehre und Würde einer j ״Gemeinde in Israel keinen Anspruch machen, stehen wir hinter der kleinj ״stcn und armseligsten weit zurück. Von dieser kann zu ihrer Ehre gesagt! ״werden: שומדיש צ£י£*ש וסש־*חו*ש דח־ז־ש; wie gedrückt und beengt auch - ״ihr äußerer Zustand sei, so besitzt sie doch zu ihrer Gottesanbetunz die! ״eigene bequeme und freundliche Stätte; — anders hingegen bei uns, "״ ....שי דדר תד.£״ש־ת דימו־Ist eS denn so schwer einzuseben, daß un- ״serer h. Religion, unserem Glauben, unserem Gottesdienste auch nicht der ״allerkleinste Nachtheil daraus erwachsen könnte, wenn wir immer so verci-! ״nigt vor Gott stünden wie in gegenwärttger AndachtSstunre?" —. j ״Ja, ick könnte meine Augen nicht zu Gott erheben, und es vor meinem ״Gewisten nickt verantworten, wenn ich aus Mensckenfurckt anstehen würde, ״der Wahrheit die Ehre zu geben, und eS öffentlich zu bekennen, daß ick ״einen wohlgeordneten, dem gebildeten Sinne und Geschmacke zusagenden ״Gottesdienst für ein unabwcislickes Erforderniß halte; daß in der alten ״hergebrachten Weise gar Vieles diesem Erforderniß nicht entspreche, und — | ״was noch mehr zn beherzigen -— daß so manches Gebetstück, weder seinem ״Inhalte noch der Form nach, würdig sei, auf dem Altar der Andacht dem ״heiligen Gotte Israels dargebracht zu werden".... ״Nur wer gewaltsam ״die Augen vor dem Lichte zudrückt, wer von Unwiffenheit, Leidenschaftlich- ״fett oder sonstigen unlauteren Rücksichten geblendet ist, kann die Wahr- ״heit verkennen"... ״Besonders wenn er einen Blick wirft auf daS heran- ״wachsende Geschleckt".״Und so lastet auch uns thun, lastet keinen! ״Zank, keinen Hader, keinen Zwiespalt zwischen uns obwalten! Sind wir! ״doch Brüder, Brüder nach der Abstammung, nach dem Glauben und nach i ״den Hoffnungen; reichen wir uns darum brüderlich die Hand zur Eintracht ״und zur Einigkeit!" \ Der nicht eben flache Schwab hatte sich demnach noch nicht zur Genialität des mehr bizarren als ftommen neuorthodoren Wunsches *) erbobcn: daß dock alle Synagogen auf ein Jahrhundert geschloffen werden mkgen. um so vielleicht die strenge Beobachtung des CeremonialgesetzeS wieder zu Ehren zu bringen. Er hielt dafür, daß je mehr die Jugend im Hause; und im Leben der Religion entfremdet wird, es um so nothwendiger sei. sie in das Gotteshaus zu ziehen, einen Einigungspunkl, eine gemeinschasti licke Stätte zu suchen, wo der göttliche Funke vor gänzlich rm Erlöschen be- 1j Jeickurun ilir 5G20.

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