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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-10-05 · 10 (5.10.1860) · p. Seite 80

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
10 (5.10.1860)
Date
1860-10-05
Page
Seite 80 (sequence 8)
Language
German
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—— n 80 *י•— Auck gegenwärtige Sammlung fc£f, wie uns Pen Sackkennern versickert wird, rübmlickes Zeuguiß von der Begabung res Herrn &. geben. Namentlick werden Sangbarkeit und angemessene Ebaraeteristik der gefälligen Melodien gerühmt. — Wenn wir neck erwäbnen, daß die Texte den gefeiertesten ungariscken Ticktern, einem Arany, Baj;a, Kissaludy, Kölct'ey und Petcfi enlnemmen sind, und daß die Hälfte des Reinertrages dem Tenkmal des ״größten Ungar's" gewidmet ist; so zweifeln״ wir nickt daran, daß von Seite teS jüditcken Publikums dem lebenswerthen Streben des Herrn &. die lohnende Anerkennung nickt entgehen werde. — -—<*«-- vermischte Nachrichten nod Notizen. 5. Aus Fünfkirchen geht uns die erfreuliche Nachricht zu, daß der Lehrkörper der dortigen k. k. Musterhauptschule, als ehrenden Beweis der Anerkennung seiner trefflichen Leistungen während deS verflossenen Schuljahre», von Seiten des dortigen CultusvorstandeS .ein wenhvolles LotterieloS nebst einem in den wärmsten Ausdrücken gehaltenen Belobungsschreiben erhalten habe. Möge sich das LoS der wackern Schulmänner in nicht allzu ferner Zeit als ein segensreiches, beneidenswertheS bewähren, und möge das würdige Borgehen dieser Mustergemeinde gegen Musterlehrer hie und da zu edlem Nacheiser anregrn. o CZaslillt, 19. September. (Exzeß gegen Juden.) In dem kleinen Tkrscken Rsckrtitsckka im Ledeffcker Bezirke wohnt seit mehreren Iahren ein Jude, Herr Bcndi, der mit der Gemeinde bis vor Kurzem auf dem besten Fuße stand; erst in neuester Zeit wurde gegen denselben gehetzt. Tie Bauernburscke pflegten an Freitagabenden, nackdem sie sick in der Schänke inspirirt batten, vor dem .Hause des Israeliten allerlei Exceffe zu begehen, zu sckreien, zu lärmen, Gebete nackzuahmen, an Fenster und Thüren zu klopfen u. s. W7 Am 16. d., am jüdiscken Neujahrstage, wollte, als wieder ein tumultuirender Hause vor dem Hause deS Juden versammelt war und Trobworte auSstieß, Herr Bondi, begleitet von einem seiner Söhne, die Hausthür und Fensterladen besser verschließen. Kaum aber war er ins Freie getreten, als ihn auck ein Bauernbursche an der Brust packte und gegen die Wand schleuderte. Bon den zu Hilfe eilenden Söbnen wurde der eine niedergeschlagen, der andere in die Sckeuer deS Sckänkers gesckleppt und dort mißhandelt. Tie Frau unk Tcckter des Herrn Bcndi, welche den Hausen durck Bitten erweickrn wollten, wurden ebenfalls geschlagen. — TaS Ledctscker Bezirksamt bat bereits eine strafgericktlicke Untersuckung gegen die Ur- Heber dieses Erzcsscs eingeleilet. 0 Leipzig, 24. September. Es waren, wie das ״Leipz. Iourn." mittkeilt, von auswärts Bersucke gemackt worden, während der Messe in Leipzig in einer der hiesigen evangeliscken Kircken Missionen zur ״Bekehrung" der Juden zu veranstalten. Ter Stadtralh sowohl als die Kreisdirection haben sick inreß gegen derartige Bersucke ausgesprochen!jedoch gegen die Anitckt res geistlicken Mitgliedes der hiesigen Kircken׳ und Sckuliuspcction). Tie Ent'ckeidung vom Ministerium des Eultus und össcntlicke» llukerrickts ist bis jetn neck nick! ergangen. t'. T ie O'esammlbeoölkeruiig im Großherzogthuinc Posen beläuft sich auf 1,4י Seelen, darunter sind re. möge rer let-tcn Zählung 7206 Inden. 0 Tie Isractilen von Paris rüsten zu dem bevorstehenden israeliti'ckcu ׳Keujabrsseste, welckes äußerst seierlick begangen wird. Bei dieser Ge׳ legeukeit sei erwähnt, daß eine denkwürdige Tbcrarolle sick im Betbause von Paris Kimm, welche Naroleon II!. mit einem Samuilmaiitel reich mit Juwelen unc Perlen geickmückt gcickenkt bat. Tie t^et'ckickte dieser Thorarolle ist sclgeürc: Als unter den! ersten Kaiserreiche die Franzosen Saragossa »ack rer berübnitcn beldcuinülbigen Benkeidigung der Bewohner er-, stürn.t kalten nur nun swnltweise Haus für Haus erobern mußten, war lie Hihe eine ie ׳gewaltige, daß ihr fast neck 1n.hr pier erlagen, als den seiudlicken Kugeln. Um enr Haus, welckes die SeviUastraße beherrschte, wurde besonders lange gekämvit. Ter ents.l?Iia>ste Turst auälte die Kämpfer, man getraute sick »!der nickt ans ren Staridruiinen Wassee zu icköxsen, da man sie für vergift.! hielt: es ickickten ück daher einige Soldaten an, einen Brunseit 1*׳•.'׳ X1T.1t oe» li'jrt Lserler. c neu zu graben. Kaum hatten sie die ersten Spatenstiche gethan, als sie . auf ein verschlossenes Kästchen stießen, man zertrümmerte eS, denn selbst große Sckätze hatten in diesem verhängnißvollen Momente keinen Werth, und erblickte eine Pergamentrolle, welche die Finder bei Seite warfen. Corporal Vernarb, ein Jude, verbarg den Schatz in seinem Tornister, dort fand man ihn, als Bcrnard auf dem Leichenhügel mit zeschmetterter Brust leblos gefunden wurde. Es war eine Thorarolle. Ter Fund wanderte nach Paris ins kaiserliche Kabinet, von da in die Synagoge als Geschenk Napoleons an die Juden, welche diese Reliquie hoch hielten. Tie Kaiserin Josefine arbeitete ein Mäntelchen für diese Thora, hatte aber in ihrer Unkenntniß vom Iudenthum ein Kreuz hineingestickt. So lange Josefinens Glücksstern glänzte, stand auch das Kreuzchen auf dem Thoramantel, als aber der Napoleonische Kaiferthron zusammenbrach^, hörten die Rücksichten auf, die man bisher hatte und das Kreuzchen verschwand aus der Stickerei. Napoleon III., der für alles, was aus dem ersten Lasserreich stammt ein unverwüstliche» Gedächtniß hat, besichtigte diese Pergamcntrolle und da die Gelehrten versichern, es sei dies das älteste vorhandene Exemplar deS alten Testaments, so hat sie sowohl einen antiquarischen als historischen Werth; jedenfalls ist sie so viel werth als die Thorarolle von Metz, welche, als der Konvent dekretirte, alle diese Pergamentrollen sollten sich in Trommelfelle verwandeln, im Schoße der Erde verborgen wurde, bis sie unter Napoleons Herrschaft in die Bundeslade der Metzer Synagoge wieder Herausstieg. (Fortschr.) 0 Tas Grab deS Propheten Ezechiel. Der ״Lcvant Herald" vom 20. Juni schreibt: Seit vielen Jahrhunderten war es bei den Juden von Mesopotamien Gebrauch, alljährlich zu dem Grabe Ezechiel's zu pilgern, welches etwa 60 Meilen von Bagdad sich befindet. Vor wenigen Wochen jedoch hat Soure Mustapha Paschah, der neue Gouverneur der Provinz, bald nach seiner Ankunft ein Verbot gegen diesen Gebrauch ergehen lassen, indem er angab, daß das Grab von den Muselmännern gleichfalls verehrt werde, und daß er die Absicht habe, darüber eine Moschee zum ausschließlichen Besuche für islamitische Pilger errichten zu lassen. Die Israeliten beriesen sich vergebens auf den seit Jahrhunderten bestehenden Gebrauch; der neue Gouverneur wollte darauf nicht hören. In Folge dessen haben die Iuden eine Deputation entsendet, die ihre Beschwerde dirert bei der Pforte vorbringen sollte. Ties ist geschehen, und es dient zur wahren Befriedigung berichten zu können, daß ein Vezirial - Schreiben nach Bagdad abgezangen, welches die Aufhebung des bigoten Verbotes anordnet. — 0 Unter den Manuskripten in der kais. Bibliothek zu St. Petersburg befindet sich eine PapyruS - Rolle, deren Inhalt bisher noch nicht entziffert worden. Die Schrift ist chalräisch; und wenn einer beigefügten lateinischen Uebersetzung, deren Aukhenticität aber nicht verbürgt werden kann, zu glauben ist, so rührt die Rolle von einem Rabbiner her, der von dem Tode deS Stifters der christlichen Religion als von einen! gleickzeitigcn Ereigniß sprickt. Jene. Ebro» 0 Herr Artom, Sccrctär des Grasen Cavour, hat vom Kaiser der Franzosen das Kren; der Ehrenlegion erhalten, nachdem ihm vor wenigen Monaten der Srken Earl's HI. von der Königin von Spanien ertheilt wordetr. «I. Lady Montcfiorc ist die Vice - Präsidentin eines Damen- Ausschusses, der sick in Loitdon zur Unterstützung der syrischen Ehriften gebildet. Präsidentin deffelben ist Lady Stratsord de Rcdcliffe, zu den Mitgliedern gehören Tanten von hoben! Rang unk Einflnß. w o ch r n - il a l r n b c r. .frntiit] .'). Cct. — 19. Tisckri •Soiiiinfu’tiil 1). -כיב־, ך״ ־;, ״ .20 ״ ׳Sotmliii] 7. ,, — 21. ״ Hosckan. Rabba. .s|tc»1l>11> 8. ״ .22 — ״ Sck'mini A;ererb .־־כ־־■ "״ניד Dionsing 9. ״ .(.'2 — ״ Simckath Thorab. ' t?esck,ick,tlick,c tHodo» klage. 9. Sctcbcr l.'>20: Königin Maria v. Ungarn weist die Preßsnrger Juden aus rer Start. yiiä.-ntbümeT. r.rant-i-crmrf-iT « :׳!.־nt •4nt ״.raii^.biT: Jnorf Kärinutii■. ׳.׳!.׳ In.■;;ck, Kit!1 ■!'ויי י.::1 יי• י■:•‘ ׳'׳".

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