Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 8 (21.9.1860)
- Date
- 1860-09-21
- Page
- Seite 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DaS Festmahl, daS zu Ehren des Tages von Herrn Philipp Schey von Koronila veranstaltet war, wurde namentlich durch die liebenswürdige Laune und den perlenden Witz des großen Redners l>r. Jcllinek gcwstrzt, unter dessen trefflichen Toasten wir namentlich die dnn alten, in dem hoch» herzigen Festgeber repräsentirten Indenthume, und dem jungen, daS in der liebenswürdigen Wirtbin Frau Theresia Schey sich darstellt, dargebrachten, hcrvorhebeo. Herr Philipp Schey selbst brachte Seiner Majestät dem Kaiser und dem gesammten Vaterlande ein von stürmischem Jubel begleitetes ״Hock" anS. Zugleich wurde auf Antrag deS Herrn 1)r. Nobel, Stadtphysicus in Steinamanger,, eine Saminlung für die unglücklichen syrischen (Christen eröffnet. ES sollen diese Zeilen insbesondere den Zweck haben, die Herren Zellinek »nd Snlzer »nsereS tiefgefühlten Tankes für die Verherrlichung deS Festes zu versickern, Ersteren namentlich auch für die Bereitwilligkeit, mit der er. unserer Bitte, Predigt und Gebet im Drucke crsckeinen zu lassen, nackzukommen versprach. Schließlich nehmen auck Sie, hochgeehrter Hecr Retacteur, unfern tief*’ gefühlten Tank hin, für das Interesse, daS Sie für unscre kleine Gemeinde und deren Zustände hegen. Pespril», 13, September. Die hiesige rcform. Gemeinde, die mit dem Vorhaben umgeht, Kirche unk Sckule z» renoviren, und zn,dessen AnSführung milde Spenden ihrer Mitbürger in Ansprnck zu nehmen sich veraulaßt sieht, hat sich an den israel. Vorstand dahier mit der Bitte sckristlich gewendet, auch »nter den hierwohncnken Israeliten eine Sammlung zu diesem Zwecke cinzuleiten. AnS dem diesbezüglichen Schriftstücke, das uns von befreundctcr Hand mitgethcilt wurde, tritt u»S ein so wohlthnendcr, brüderlickcr Ton entgegen, daß wir eine deutsche Uebersctzung deS ungarisch gesckriebcncn Originals der Bcröffentlicknng in dieser, jüdische» Interessen gewidmeten Zcilsckrift werth und würdig halten. — Mit einigen kleinen, und gebotenen Abänderungen, lautet dasselbe folgendcrniaßen: Ticfverehrte »nd geliebte Mitbürger! Verdienstvolle Mitglieder der VeSprimcr israel. Enltusgenicinde! Gott liebt jcvt auch noch sein erkorenes Volk — er liebte Israel, als er cs aus Aegypten führte »nd in das gesegnete Kanaan brachte, er liebt eS auch im Lande der Magvaren, wohin er es aus Asien, wie uns, glcickfalls Asiaten, in ein »encs, gesegnetes Kanaan führte, auf daß wir hier zusannnen, im »ciien Vaterlande, in Glück nur Frieden in alle Ewigkeiten leben! Ter Ewigseiende, den auck wir verehren und anbetcn, segnete es anck in diescin neuen Vaterlande mit Wohlsein, Sckätzen, Reickthümern und Ehren, insbesondere aber in jüngster Zeit auck mit jenen Rechten, die es einst unter seine» glorreicken Königen David und Salomo» batte besessen. Seit von nns gegrüßt alle Söhne Israels! siehe, wir reichen enck nnsede brüderliche Reckte zur Vereinigung und Versckmelznng in der Erfüllung der heiligen Pflichten der Brüderlickkeit, und sind wir die Ersten, die wir euch im Vatcrlande mit offenherzigem Vertraue» entgegen eilen; vorzüglich aber richten wir diesen Gruß an enck, geehrte Mitglieder der VeSprimer israel. Eilltusgenicinde mit rer Erklärung und offenherzigen Bitte vereint: daß wir unter die anfgernfenen, großmüthigen Spender zur Renovirung unseres Tempels und unserer Schule auch euere Namen gerne zählen und auch euere Gade» cntgegcnnchnicn würden, und bitten wir enck daher, eine Cannnlnng zu diesem Zwecke bei de» Mitgliedern euerer Gemeinde veranlassen zu wollen. Tie Namen der edlen Spender werden wir in unser Kirchenbuch znin ewigen Angedenken cintragen. Diesen unscrn Ausruf und diese unsere offenherzige Bitte euerem Wohlwollen cmpfchlent, verharre» wir, um Gottes Segen und Frieden für Israel flehend, im Namen nuferer Kirchengcmeintc, eines ehrs. israel. Vorstandes ' . . - er,1cl׳enste SzütS Daniel, Geistlicher. . '?)I iklos Samuel, V orsteher. ten zugestellt wurden, worin ihnen für den 26. September, als unsmr VersöhnungStag — man siehe, die Böswilligkeit weiß auch unserer Zeit Rechnung zu tragen — einige unliebsame Kleinigkeiten, als Galgen, Mord und Ausplünderung verheißen und daher der gute Rath ertheilt wird, in Masse auszutckandern. Angesichts der Schmerzensschrei'- der das civilisirte Europa durchdringt über die Entsetzen erregende Opfer des orientalischen FanatismuS; angesichts der Opferwilligkeit, die auch die europäischen Israeliten an den Tag legen, das unsägliche Elend der so hart betroffenen Opfer in Syrien zu mildern, müssen solche Symptome eines hcraufbcschworencn, in Ungarn nie gekannten Judenhasses jeden VaterlandSfrcund und wohlgesinnten Bürger mit tiefer Betrübniß erfüllen. — In unserer Mitte weilt jetzt per k. k. Artillericlicntenant und Professor an der Olmützer Militär-Akademie, Herr Rothhanser, der Sohn einer hiesigen acktbaren jüdischen Familie. Als guter Sohn benutzte er die Ferienzeit, seine Eltern zu besuchet: und ihnen Freude zu machen. Derselbe ist vor 10 Jahren in die Armee eingctrctcn, hat die genannte Akademie mit gutem Erfolge besucht und als Lieutenant den italienischen Feldzug im vongen Jahre »litgemacht und ist sodann ans Vor-schlag der Akademie zum Profcssor der Mechanik unk Physik ernannt worden. Von Sr. Excellenz, dem hockwürdigsten Herrn Bischof, wurde er neulich zur Tafel geladen, sowie ihm auch von alle» Seiten mit AnSzcicknnng begegnet wird. vermischtr Nachrichten und ttotijrn. 0 Nach dem kürzlick ersckienencn Ausweis über die Pcster Hanpt- Elementar- und Privatsckulen für das Scknljahr 1850/60 waren: An der k. k. LehrerbiltnngS A.nstalt unter'172 Zöglingen, beiderlei Geschlechtes, 7-1 Israeliten; an den öffentlichen Hanpt» und Elcmentarschnle» unter 0130 Schülern, b. G., 1522 Israeliten.; in den Sonntagsschulen -1-11 Israeliten unter 3154; in den Privat Instituten unter 2305 Schülern, b. G. '.>44 Israeliten; in den Bewahr Anstalten 105 ISraclitc» unter 1420. — Tie iSracl. ReligionSschnle wurde von 475 Knabeu und 250 Mädchen besucht. 0 Herr l)r. Ignatz Löbli», Honorar - StadtphvsiknS in Ofen, ist zu»! Mitgliede der ständigen Medicinal-EomMission für Ungarn eruannt worden. 0 I>r. Sachs soll seine Stelle in. Berlin nickcrgelcgt haben. In der ״A. Z. d. I." wird sein Unwille, daß dem kürzlich verstorbenen Holtheim ein Ehrenplatz auf dem Friedhöfe zuerkannt worden, als Grund dieses SckritteS angegeben. f 0 AtzS Bernburg wurde von Seite mehrerer Notabeln dem Do. Jost zum 25jährigen Jubiläum die Abbildung des Hanfes zugeschickt, in welchem der Jubilar am 22. Februar 1703 daS Licht der Welt erblickte. 0 Herr S. S charman in TemeSwar hat auf seine Kosten ein Zidakha-Din-HauS in sehr anspreckendenl Style erbauen lassen. Dasselbe wurde am 7. d. M. vom Oberrabiner Löw eingeweiht. Die Opferwilligkcit der Tcnicswarcr Gemeinde zeigte sich bei dem an diesem Tage abgehaltencn -Ehewra ׳ Mahle auf »ne glänzende Weise, ungefähr 2000 fl. wurden zu Gunsten des Spitals gespendet. * Kampf zwischen Hilden. Der ״Wjcstnik" von Wilna meldet. 0״» der Stadt Wikowir sind die jüdischen Sekten der ״Mißnagdim" und ״Ehassidiin" an vcrsckiedcncn Orten der Stadt in Kampf gerathc», der in Krawall »nd Unordnung auSartcte. Es gelang endlich der Polizei- und Militärgewalt die Ruhe hcrznstellen. Die ״Mißnagdim" überfielen jedoch die Schule der Ehasikim und zertrümmerten alle Fenster." Nachdem dieses Sckreiben ffi einer Borstandssitzung verlesen wnrde, bat cS der Vorstand vorgezogen, janstatt eine Saminlung, deren Resultat möglickenveise als geringfügiger hatte anSsallen könne», cinzulcitcu, anS der t^cnieintekassc '40 fl. k. W. zu spenden, und diese Spende mit der schristlicken Erklärung begleitet, daß in Nücksickt der viele», in diesem Jahre gehatten Geineinteanslagcn eine bedeutendere Sunime nickt beslinunt werden konnte, daß man aber auck in Zukunft bereit sei, zn ähnlicken frommen Zwecken l'ülfreicke Hand zu bieten. Sckreiben und Antwort halten wir für die beste Widerlegung der anon.'inen Drohbriefe, die iiu Lause dieses Sommers mehrere» hiesigen J^aeli- W o ch t n - L a l e n d k r. ,sroilng 21. Sept. — 5. Tisckri 8on»nlwnd 22. שיבר. £' וידך ״ .0 — ״ r2r Haft: Hof. c. 1», v. -2—10 und Micha c. 7 v t»— •20. .Ukillmoch 20. ״ .10 ״ Vcrsöhnuiigstag. «HcschicffNichc tHcbenNage. 23. September 173>» starb R. Davit Oppenheim in Prag. > 8. Tisckri (5304) 1.004 gcb. Manaffe b. Israel in Lissabon. Eignilhiimdr, rxr^nlwcrllichrr «kt-cl-ur und H.-rn»»z>-bcr: J»Hrr Härnwnn.