Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 6 (7.9.1860)
- Date
- 1860-09-07
- Page
- Seite 47 (sequence 6)
- Language
- German
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— ״ 47 ««*— Einen nickt geringen Eindruck erzielte der;war sckwacke, dock von kein Cantor Ster» gut gescknlte (Sbor; wie nickt minder die musterhafte Ordnung, die während der ganzen Feierlickkett herrschte, um deren Aufrecht- Haltung sich der nmsicktige (Gemeindevorsteher Herr Löwi besonders verdient gemacht hatte, und es war daher (ein Wunder, wenn alle Anwesenden gleick mir mit wahrer Besriedigung einen Ort verließe», wo daS vereinte Streben ״ach ״BorwäNS" so nnverkennbar am Tage lag. -׳-־c r— Briefe ans kr S0m0p. 1. Wenhgcsckätzter Herr Redactcnr! Meinem Bersprecken nackfommenr, beginne ick nun die bcsckeidenen Blcististzcicknnngen meiner Zegienreise ״Ans der Somogn." Tollten einige Ttricke nickt ganz nach der ״Taktir-Methode," d. h. taktlos sick berausstellen; so klagen Sic hierüber den armen Scknlmeister nickt an — er schreibt ja jetzt ans einfacken kinien. Ick denke, daß selbst das einfacke Zeichnen für Obre herrlicke nur hier;11 kande so sehr beliebte ״Illustrirtc" einige Meistersckaft erfordert — und Sie sollen nock über dies vom.innen Scknllehrer, der jahraus jahrein mit Swlausgaben, d. l>. mit Aufgaben seines eigenen Stnls (c’ost l’liomm•*) geplagt ist, >traft des Ausdruckes, sckwnngreicke Tiction, Lebhaftigkeit der Darstellung: redncriscke Begalning von dem beanspruckc», der zu Allem sckweige» muß? Nu» den»! so will ick .41,neu meine eiste Reiscstation Tnllll hockpoetisck sckiltern. Die Uiugc bnng Sand; die Einwohner zumeist Slave»; in Mitte derselbe» eine wohlbabeure iSracl. Gemeinte von 150 ״Balbatim;" eine scköne zweiklassige Scknle — in Ruinen; die tücktigcn kehre»׳ derselben im besten Zustande ׳— rcS Elends; der Rabbiner I. Spitzer — ein ״Israelit;" dafür blüht yier i» herrlickster Prackt — daS ״Scknlklopfc».". . . .4m Ringen der 5 rtlwtoric mit dem Geiste der Nenzeit liegt dock nnndestenS ein Stück keben: hier jedock die Ghetto-Mumie», welch' »nheiinlicke, welck' traurige 1״,r sckanrigc Erinnerungen rufen ste uns aus den (Gräbern der Bergangenheit wack! Darnm sei mir doppelt willkommen herrliches ktllgyeltuli! Biellcicht ließe sich der Sah: ״In einem sckönen Körper ruht gewöhntick auch eine scköne Seele" — auch aus ganze Ortschaften anwente». Zum mindeste» findet dies beim »iedlicken nnd am Plattensee gelegenen kcng»elt<>ti statt. Wclck' schöner Anblick: jüdiscke Mädchen mit Seitsen und Hauen auf «vettern lind iu Weingärten zu sehen! Wie küß tönten mir aus ihrem Munde die elegischen ungarischen Weisen herüber. Ich war in »!eine Kindheit ver-'׳ seht. . . Sinnend und singend taö BöröSmarty kied: Messze, mint a boldog ölet' Visszafolyt jö napjai, Melvekct meg nem zavartak Ifjusägora gonc^jai! schritt ick so mit nieinem knotigen Wanderstabe dem Dörfchen;11 — bis mich ein »tinkerlied »nwillknrlick in die Schule rief. Werden Sie nicht schoit — zumal von einem kehrer — etwas über Scknle, kesebücher, Bibel und ,ribcl erwarten? ״Ick will einmal originell sein," kackte ich, und ging als Eorresvontent der ״Illustrirten Iutenzeitiing" vor Allem mit meinem Bleistift in der Hand;eicknen, »nid zwar das vom scl. Bernhard köwensohn ins keben gcrnfene sehr niedliche iSrael. Spital, wo Jeder ohne Untersckied des Glaubens Aufnabme findet. Sollten Sie von meiner Bleististarbeit Gebrauch;n machen Willens sein, so bin ick bereit diese samizit ״Statntcn" erwähnten Krankenhauses nebst Portrait deS edlen Gründers in Bälde einzusenten. Dies die Außenseite. lieber den Geist, der hier berrsckt, dürfte wobt die Tbatsackc genü gen, daß ick nickt blos in dem definitiv angestellten Oberlehrer Herrn Glücksthal einen feingebilteten nnd bewahrte» Sckiilmann kennen lernte, soiidern daß anck der durck inekrerc pädagogisck diraktiscke Werke riihmlicl'sl j bekannt: Be;irkSrabbi»er Ad. Stern so ganz in die Gemeinde hineinpaßt. Der Gottesdienst ist ein geregelter, wobei nngariscke Predigt längst antge- | hört bat, etwas fremdartiges;u sein. Als Ekaratteristiko» deS Geineinde- Vorstandes dürste vielleickt nicht nnenvähiicnSwerth sein: daß so eben von j Seite desselben eine ״Adresse" an einen kebrer, Herrn Ig»a; Reick! in Pest,;nm Sckluße des eisten Bandes seines trenlicken ״Betb El" abgebt. ״kehrer und Adresse? Wie dock die kandsjuden so wenig Bonton ׳ ' besitzen!" dürfte wohl mancker ״aufgeklärter" Großstädter oder Großhändler lächelnd auSrlifen. Uud doch muß ich als treuer Berichterstatter nock die Thatsache binzufügcn, daß kengyeltüti'S Borstand nickt blos 40 Exemplare dieses verdienstreichcn Werkes bestellt, sondern daß auch einige feingebildete iSracl. Damen hier mit der Idee umgehen, denselben kehrer mit einem sinnigen Gesckenke;u übenaschen, daS die Aufsckrift führen soll: ״So habe ich eS bei meiner Mntler vor mir gesehen. *) j Ick weiß wahrlich nicht, ob ich dem Betressenden eine Gefälligkeit er > weise, wenn ick einiges ans benannter ״Adresse" hiemit der Ocssenllichkeii ' übergebe. Dock wenn Herr Reick irgendwo geistvoll behauptet: ״keider . haben wir Inden nock kein Reckt bescheiden;1, sein;" so steht dies vom jüdischen kehre» in viel höherem Grade. Also rajla! Die Einleitnngsworte benannter Znsckrift lauten: J ״Bon, keng»>eltt'>tier (tiiltnsgeineinre-Borstanr nnd Rabbinat. ״Encr Wohlgcborcn! ״Wir sind vollkommen überzeugt, daß alle Gemeinde» nnsers nngari׳ ״scken Israels Ihren Priesterdienst im ״(vhrciltcmpcl" nur;» würdigen ״wissen, zumal Ihre biographisch-literarische keistlingen in einer Zeit gescke- ״hcn, wo der Glaube an Unsterblichkeit so liefe Wurzeln saßt; wo die her- ״sckicdcuen Nationalitäten von Monnnient zu Monnment schreiten; wo der ״Werth der Smnbole '7ו~א\7~ א so hoch angcsckätzt wird; — ״in einer solchen Zeit ist Ihr literarisches Wirke», hochgeehrter Herr, eine ״Ehrcnrctlung Israels. Sie sagen eS aller Welt: auch Israel hat seine ״Moiininente, nnd werden anck diese ohne Braus und SckmauS anfgcrick- ״tet, so sind sie doch darum nicht von geringcrm Eindrücke nnd »linderer ״Dauer. «viir TbcuereS und Heiliges hat der Jude eine ganz eigene Stätte: ״daS thenere Object selber bewalnl er im Herzen, die Erinne»1l»g an den ״geliebten Gegenstand im Hanse: ״Ihr sollt mir ciucn ״Tempel" macke», ״ick will wohnen in enck, unter cnck." Wenn Sic mein erstes Schreiben nachsichtsvoll ansiichmen *), so will ick Ihne» bald ein zweites nnd drittes anö Gige und Att-id, aus KapoSvär, Szill, Szigetvär u. s. w.;llkominen lasse» — aber hier müsien Sie schon aus Bibel »nt Iibel, auf kesebücker nnd kehrer-Kritisirung u. dgl. ein biscken gefaßt sein. l8t> n < ttliiel! b'. - .׳<-«!«—- — - vrrmischtr Uachrichtra und llotytn. 0 Der hierlandS von Biele» gekannte l)r. Ephraim Bl Ücker ist' in .(!osten (Posen) als Rabbiner und Prediger ausgenommen wörden. 0 Herr Iaval, Grnndbesiver im Süden ,Frankreichs, hat bei der AgrikultnranSstellung, bei welcher sich viele israel. Agrikulturisten auSzeickstc ten, die goldene Medaille -ls Preis erhalten. 0 AuS dem Schreiben, worin Gras Eavour die von klerikal» Seite gemacklen Borwürfe über Benvendung von Israeliten in Staatsgesckästen zurückweist, heben wir folgende Worte heraus: ״In meiner politischen kanfbahn giebt eS »ichtS, was mich mehr freut, als daß ich zu vertrauten und gewandten Mitarbeiter» in de» heikelsten nnd schwierigsten Angelegenheite» mir anSersehen habe zuerst Herrn Eonstantiuo Nigra und sodann Her-rn Isaak Ai-tom, junge Männer von verschiedener Religion, dock gleich ausgezeichnet durch ihr bemerkcnswerthes und früh gereistes Talent, ihren unverwüstlichen Eifer und ihren Eharakter, der rein ist wie Gold. Dieses kfsentlicke Zeugniß, welches ick mit Bcrgnügen -Herrn Isaak Artom gebe, wird, wie ick überzeugt bin, von reuen bestätigt, die ikn kennen, und besonders von den Ehess, deren volles Bertranen er stets besessen, so wie -von seine» Eollcgen, die ihn hochackten nnd vollkonnnen zu schätzen wissen. Die öffentliche Meinung wird zu rickten wissc>» über »inwürtige A» griffe von Seiten der Me»sck>en, welche die Zeiten;»rückwünschen, wo der Unrerschicr des Glaubens genügte, um die gebildetsten und befähigtsten jungen keute vom Staatsdienste ausznsckließeu." * Stockholm. Im ״Nna ^agligt AUebanda" liest, man: ״Eine ') Ta» Liblagwon einer sZiau, deren geiiiülbveUe i'ebeneski;;: im ». Heile bekailme» Bmt׳e« initgeibeilk wurde. '1 Mil Ber,,,lügen. D. Red.