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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-08-31 · 5 (31.8.1860) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
5 (31.8.1860)
Date
1860-08-31
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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—•H 37 h Will der Wunderthaten freudig denken, Tie er stets an unS gethan. Galt'» das Mißgeschick von uns z^i lenken. Galt'« zu Hellen finstern Wahn!! Heinrich ■Km. a w d a l a h. Wenn des -Werktag'» sau're Stunden 'Freitag Abends sind verronnen: ״Sabbathbrant! " so ruft der Jude, .,Komme, (Lederin der Wonne!" ״.Komme, Holde! daß ich glühend, Liebeglüliend dich umfasse. Daß ick in dein Arm' der Vicbe Möge ruh'n von Müh' und Hasse!" lind er hält sic gla»l׳e»»innig, Andacktoschanernt fest nnlscklnnge»,. Bis er ihr der Freuden Fülle Wonneselig abgerungen. Endlich Zeit ist es,;» scheiden: Und der nimmermüde Zecker, Festeqlnst ganz au» zn koste». Füllt noch ci11m.1l sich den Becher. Füllend ilm mit rasckeni Gusse Hat er hock ihn übergossen, Daß mit Schäumen und mit Perlen Nieder rings der Trank gcslosien. Zündet nochmals Festeslickter, 1 . Bunt verschlnug'iie Weiheterzc», Bilder seiner glüb'nden Freuden, Tie durchzuckt von glüh'nten Schmerzen. Schlürft tiiit gierig langen Zügen Bock re» Feste» süße Tüfte, ' Wenn die Sabbathbraut, die liolre, ' ' Sckoii zerflossen in die Viiftc. Löschet dann die Fackellohe In dem ül׳ergofi'»en Weine, Taß die Glnth fick mit reu Glnlhen, Mit dein Weh' der Jubel eine. Tauchet seine Fingerspitzen . In da» Naß noch einmal nieder, Nevt damit die heiße Stirne, Netzet seine Augenlider. Will er für de» Werktags Hitze 3 idi das Auge mir evf» ifriieit? Will er schämig klug die Thränen Mit dem Festagswein vermischen? Diiiuli Zltcnlik. 3n1ti (ßfmälbr (Dpprntjrim’s. Bon teilt herükmten Historienmaler Oppenheim in Franksurt a. M., der bekanntlich mit Borliebe Stosfe aus dem jüdischen Leben durch seinen kiinstgewantten Pinsel verherrlicht, sind neuerdings zwei Gemälde zur. Bollendüng gelangt. Diese sind jener gedenkenSwerlh.n Episode auS der (beschichte des Hauses Nothschilk gewidmet, welche bekanntlich dazu beitrug, den Wohlstand, Ruhm und Glanz dieses ersten europäischen Handelshauses zu begründen. Es ist bekannt, taß der Ehurfürst Wilhelm 1Y• von Hessen (lasset im Jahre 1806, als er sich gezwnngen sak, seine Staaten zu verlassen, seine» Sckatz dem als redlichen .Kaufmanne bewährten Mäher Anselm von Rothschild anvertraute und daß seine fünf Söhne, 1813 nach dem Ableben ihres BaterS, welcher 1812 starb, dem heimkehrendcn Chnrfürsten die auf sieben Millionen Thalei? sich belaufende Snnimc treulich wieder erstatteten, welche ihr Bater mit Gefahr seines Gebens der Plünderung zu entziehen » wußte; daß der Churfürst diese Summe nicht annahm, sondern zur weitern Berwendung ihren Händen anveNraute, wodurch sie sich mit der Zeit zu jener GlückShkhc erhoben, die sie seitdem mit Erfolg behaupten. Eines der beiden Gemälde nun zeigt den greisen Mayex Anselm, wie er im Erdgeschosse seines niedrigen, armseligen HauscS in der Jndengasse in ehrfurchtsvoller Stellung den Ehursürsten empfängt. Letzterer, im Begrifft seinen Sckatz, der auS dem geöffneten Wagen vor der Thürc hcrbeigebrackt wird, seinem Hofagcnten anzuvertrauen/ legt seine Hand vertrauensvoll auf dessen Schulter׳. Im Hiiitcrgrunde siebt jman Rothschild'» Gattin mil einem schönen Miiite ans dem Arme. Das zweite Gemälde — ein Pendant z» dem erfreut bildend — versetzt uns in einen Salon, dessen Fenster nach einem kleinen Hofe gerichtet sind. Wir sehen den Eburfürsten vor einem mit Blumen gezierte» Tiscke sitzend. Die einander auffallend ähnlichen'. fünf Sökne Rothschild'» sind in versckiedenen der Situation entsprechenden Haltungen dargestellt. Der älteste, Amschel R., übergibt ihm ein Portefeuille, während der Ehurfürst durch eine Handbewegung andcutet, daß er e» ihrer ferneren Obhut überlasse. — Während dessen läßt die alte Mutter >)f. durch ihre bereits herangewachsene Enkelin ein Glaö Wein und Backereien präseiitireu. j Diese 3eenen sind vom (ßünstler mit einer Bolleudung zur Darstel- ׳ tung gebracht, wetcke den Beifall rziid die Bewunderung aller Kenner erregen. Dem Ganzen wußte der Maler in lebendigster Weise zugleich das Gepräge j eines achtbaren jüdischen Familienlebens und der Sitte jener Zeit anfzndrücken.! (Nack einem Berichte de» IV.V g eft iit teil ״',Irch. i»r.1el.“> ״גו . ן«■ f ■ *׳; Geehrte Rcdaction!! .!! Ich erlaube mir Ihre llnpartlieilichkeit in Anspruch zu »ehm.'n, und. . Sie um die Aufnahme einer Reel.imation gegen zwei Artikel Ihre» ucaentstandenen interessanten Blatte» zu bitten. Ders :lief. über den hiesigen Handtperkerverei», Nr. 3, leitet seine Anpreisung der von Niemand bestrittenen Bcrdienste de» Herrn .Kern um denselben, mit den Worten ein: daß die erste Anregung zur Gründung dieses Bereins von verschiedenen Seiten beansprucht werde. Offenbar ist diese Bemerkung gegen einen Artikel im B. Eh. 5. Heft d. ׳I. gerichtet, wo ineincs Aufrns» zur Errichtung dieses BereinS und der von mir!׳edierten Statuten Erwähnung geschieht. Da seitdem, weder in der Presse, noch in den Aiisschußsitziingen dieftr Behauptung widersprochen worden ist, so kommt e» Niemanden zn, so im Borbcigehen ungerechlfertigtc Zweifel dagegen zu erheben. Ick lege so wenig Werth ans mein geringes Berdienst um die Entstehung des erwähnten Bereins, daß ick lauge Jahre eS ruhig zusab, wie derselbe Anderen öffentlich;»gesprochen wurde, ohne dawider anfzutrctcn. — Bielleickt, tackte ick, trägt diese» dazu bei, den Eifer derselben anzusporneu ,und zn verstärken. — Mit dem größten Widerstrebe» sah ich mich auch seitdem, durch die Nichtbeachtung von Seiten, der Herren Directvrcn meiner mündlichen Borstellunge» gegen den cingejchlichenen Mißbrauch, des litt» terbleibens einer freien Wahl und einer aufrichtige» Eontrolle, gezwungen für die genaue Beobachtung der Statuten an die Oesientlichkeit zn appelliren, unk meine besondere Berechtigung zu diesem Wäckteramte geltend zn macken. So wenig mir aber daran liegt, eine so unbedeutende Leistung zur Auerkennnng zu bringe», so sehr muß ich darauf halten, taß die Wahrhaf tigkeit meiner Aussagen, für welcke, bei Allen die mich näher kennen, mein bloße» Wort eine hinlängliche Bürgschaft ihrer Zuverläßigkeit gibt, nicht durch verdächtigende Jnsinnationen. angezweiselt, und mein Auftreten in dieser . Sache in übles Lickt gestellt werke.; Meine zweite Bemerkung betrifft daS Referat über daS Winter'scke Jahrbuch ans da» Jahr .'>021 in Nr. 4: Darin wird mir zum Borwnrf geinackt, daß ich in meinein Borschlag zur Reorganisation unserer Geineinde, nickt den jetzigen Wahlmodus meinem Statutenentwurfe gegenübergestellt habe, welche« zu einer interessanten Bergleichnng Stoff geben würde. Res. laßt aber unerwähnt, daß mein Borschlag schon im October v. I. ab-

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