Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 3 (17.8.1860)
- Date
- 1860-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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< Allgemeine Eigenthümer» verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Josef WnnstNN. IAustritte Zuden;eitunlj. Erscheiit jebe» /reit«!. Man DrüHiniit i« Berlags-Uomptoir Ari»yt- Sasse i« Hole! Earopa, ü, alle» «achhaodlmi,»» de« J«. und «»«lande« ״at> bei allen PostLmteni. M 3. Pest, am 17. August 1860. yriirarratinMfrris: Vierteljährig . ft. Cfft. kbährviig H-IdjLhrig . . . *. . 4 |L ״ ««»Üähri, .8 fl. .. ״ föw Schwab. Liographifche 8kizze von D. 8. (Fortsetzung.) ') Gewitsch zählt zu den mährischen Gemeinden mittleren Ranges, und hat in mehrmal nacheinander gefolgten Wahlen Männer aus den RabbinatS- Posten berufen, die durch den Namen, den sie sich erworben, und durch ihren ferneren Lebenslauf einen gewissen Glanz auf die Gemeinde selbst geworfen; so daß einem der späteren dortigen Rabbiner, ohne persönlich gekannt zu sein und ohne dessen Bewerbung und Hinzuthun, einzig und allein auS dem Grunde, daß er in Gewissch angestellt, die Ehre zu Theil wurde auf der weiteren Candidatenliste zur Rabbinerwahl in einer der nahmhaftesten Gemeinden des Kaiserstaates zu figuriren. DaS günstige Vorurtheil für diese Gemeinde war kein unverdientes; denn nicht Zufall hatte sie bei ihren glücklichen Wahlen geleitet, sondern ge« sunder Verstand, besserer Geschmack, unbefangene von aller Einseitigkeit freie Anschauungsweise und namentlich praktischer Sinn, welcher sich weder mit unfruchtbarer Gelehrsamkeit noch mit leerer Wichtigthuerei begnügte, sondern vom geistlichen Oberhaupte genießbare und schmackhafte Seelennahrung verlangte. — Durch erwähnte Eigenschaften hatten sich die Mitglieder dieser Grnltinde, ohne gerade durch sogenannte hohe Bildung hervorzuragen oder ') Sieh« Nr. l u. S. durch Aufklärung und reformatorischeS Streben sich einen Namen nlachen zu wollen, doch vor denen vieler Gemeinden won jeher ausgezeichnet. Zur Zeit, die wir zunächst im Auge haben, herrschte daselbst ziemlicher Wohlstand; die nicht kleine Ieschiwah war in bester Blüthe, wozu nebst der Herzlichkeit und der Gastfreundschaft vorzüglich die Anhänglichkeit an dem Rabbiner I. Deutschmann beitrug. TalmudischeS Wissen war, wie faswallenthalben, dort verbreitet; häufig konnte man sogar Familienväter noch den' Schiur besuchen sehen. — Der Güte eines würdigen Greises, welcher damals schon im ManneSalter stehend und mit Deutschmann auf freundschaftlichem Fuße verkehrend, dessen Vorttäge noch regelmäßig besuchte und hiedurch bald mit Schwab in vertrauliche Beziehung trat, verdanken wir einige schätzenSwerIhe Beiträge über Schwab'- Leben und Treiben daselbst. Wir werden uns erlauben hier und noch später zuweilen seine Worte anzuführen. ״Als der 18jährige L. Schwab im Mai 1812 hieher ans die Je- ״schiwa unseres berühmten Lehrers I. Deutschmann kam, erblickten sowohl ״dieser als ich in dem jungen Manne ein Phänomen; wir fanden einen ״Schatz an Talent, Witz und Scharfsinn, durchdringenden Verstand, seltene- ״Gedächtniß gepaart mit außergewöhnlichem Schönheitssinn und tiefen! Ge- ״fühl für alles Gute und Edle; allem aber setzte die Krone auf ein eiserner ״Fleiß, welcher ihn befähigte, jedes Hinderniß zu bewältigen".״Nur ״kurze Zeit erst war er in unserer Mitte und hatte sich bereit» die Liebe ״seinegroßen Lehrer» und die Achtung aller hiesigen Bewohner erworben." I I I Dos allgemeine österreichische israelitische Laubstummen-.Institut in Wien. I T