Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Programm und Probenummer
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4884143-5427047-5427059--016-4884153- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
TN a .«; wir wollen. ««» >'.' ' - / Diese Blätter sollen im jüdischen Sinne und Geiste belehren, erbauen und erheitern, — da« heißt in dem Sinn und Geist, der von den heiligsten Büchern der Menschheit ausgeströmt ist, um da« menschliche Geschlecht zu erheben, zu veredeln, zur Fortentwickelung anzuspornen, Erkenntniß zu wecken, sür Recht und Gerechtigkeit empfänglich zu mache» und zu begeistern. Wir legen also ein große« Gewicht darauf, in diesen Blättern Alle« zu bringen, so weit die Grenzen unseres Programme« e« erlauben, — wa« jeden empfänglichen Geist intercssiren, in seinem Bildungsgang fördern kann. Interessante Nachrichten von Nah und Fern, litcraturgeschichtliche Skizzen und ausfuhrliche Anzeigen interessanter Bücher, Beleh» rendc« au« dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft, — alle diese Elemente, welche den nach Bildung Strebenden nahe angehen, gehören in den Kreis unserer Bestrebungen. Denn Streben nach Bildung, nach allgemeiner, sämmtliche Errungenschaften des menschlichen Geistes umfassender Bildung, — das ist der Haupt-Charaktcrzug der jüdischen Geschichte neuerer Zeit. Der Geist der Freiheit, welcher der Weltgeschichte seit acht Iahrzchnden ihren Gang vorgczeichnet, der streifte die Fesseln durch blutige Arbeit ab, er kam seinem Ziel auf blutigen Pfaden nahe. Die Juden aber erstrebten und erlangten die Verbesserungen in ihrer gesellschaftlichen und politischen Stellung, indem sie die heutigen Errungenschaften der Wissenschaft, Kunst und Literawr sich anzueignen, indem sie sich zu bilden suchten. Nur auf diesem Wege kamen ihnen Fürsten und Gesetzgebungen mit Erleichterungen entgegen, — nur auf diesem Wege können wir zu dem erwünschten Ziel vollends gelangen, — und auf dieser Bahn soll unser Blatt ein Wegweiser sein. Doch eine Zeitschrift, die nicht eben einzig und allein einem besonder» Fach gewidmet und auf einen großen Kreis von Lesern berechnet ist, kann nicht sür Einen Alle«, sie muß für Alle Etwa« bieten. Wir dürfen daher nicht für Fachgelehrte schreiben, wir wollen diese Blätter Allen denen widmen, die Unterhaltendes und Belehrendes wünschen. . ' Indem wir jedoch so die. Fahne allgemeiner, humaner Bildung aufpflanzen, — wollen wir den Boden nicht außer Acht lassen, auf dem wir stehen. Diese Blätter sind zunächst israelitischen Lesern gewidmet; wir wollen daher für weitere Kreise interessante Berichte aus und über israelitische KultuSgemeindcn, Biographien ausgezeichneter verdiienstvoller Juden und solcher Persönlichkeiten bringen, die zur Geschichte der Juden in irgend einer Beziehung stehen; wir wollen die Leistungen jüdischer Künstler, Schriftsteller und sonstiger Fachmänner bekannt machen; wir wollen die Spalten dieser Blätter gediegenen, heitern, wie ernsten schönwissenschaftlichen Produkten und historischen Skizzen einräumen, die uvtt jüdischem Leben, jüdischer Geschichte vn Zusammenhang sind; u. dgt. m. Wir wollen aber auch den Boden nicht vergessen, auf denn die Juden in jeder Beziehung stehen, die nicht ausschließlich confessioneller Natur ist, — wir meinen den Boden de« Vaterlande «. Wir wollen däher mit besonderer Rücksicht von Allem Kcnntniß nehmen, was unsere Leser als Kinder des Baterlandes interessir««,, mag. Mögen aber a«ch die Mitarbeiter, die uns durch Tagesbe« richte unterstützen wollen, darin von Allem Kennwiß nehmen, wa« Juden in ihrer staatsbürgerlichen Stellung als Landwirthe, GewerbSleute, Fabrikanten, Kaufleute, als Gemeinde- oder sonstige Beamtein, als Gelehrte, Künstler u. s. w. leisten. Weil wir eben von Mitarbeitern gesprochen, so möge al« (Ergänzung unseres Programme« znr Kenntniß dienen, daß wir sämmtliche Original-Beiträge in angemessener Weise honoriren. Es ist das ein wichtiger Punkt, sowohl bezüglich der Capacitäten, die sich uns anschließen werden, als auch der 1'. Abonnenten, welsche dadurch die Gewährleistung haben, daß diese Blätter uck so eher sich eines lesenSwerthen Inhalts erfreuen werden, da wir von Heixzen gern bereit sind, die Mitarbeiter für ihre Mühe nach Kräften zu belohnen. Bis jetzt haben uns folgende Herren ihre Mitwirkung zugesagt: vr. Walther Behrnauer, Docent der türkischen Sprache an der k. k. Universität, und AmanuensiS an der k. k. Hofbibliothek in Wien, Adolf Duz und Dr. Schwab in Pest, vr. Adolf Jelliuel, vr. Leopold Äomvert und vr. Moscnthal in Wien, Professor Stößel in Brünn u. v. A. - Außer diesen Schriftstellern haben wir auch Künstler gerwonncn, die unsere Blätter mit entsprechenden Zeichnungen verschen werden. Bild und Wort sollen bei uns miteinander abwechseln. Porträts berühmter Israeliten, Ansichten schöner Tempel und anderer israelitischen Zwecken gewidmeten öffentlichen Gebäude, Scenen aus der Geschichte, und viele andere Illustrationen sollen diesen nützlichen Blättern auch den Charakter des Angenehmen und Schönen verxleihen. Wir schlagen nun getrost den Weg ein, den wir un« vorlgezeichnet. Möge die Theilnahmc des Publikums eS uns ermöglichen diese Blätter von Nummer zu Nummer dem Programme stets entsprechender zu machen. Pest, im Juni 1860. Dij^ledaclion. .s^/-»-^^^,.«. Die Allre Ses Iuöeninum.? über die Beziehungen von Juden )» Nichts «den kcincn allgemeinen Begriff für daS Judcnthum bilden, sondern daß sie für Israel in „Heiden" und in Bekenner der jüdischen Tochterreligioncn" zerfallen. Di- Bibel, die Apokryphen, die Werte des Phile nnd des Joseph»« haben «S natürlich nur mit den Heiden zu thun, da zur Zeit ihrer Abfassung noch keine « «s». cv,„-„,,°« m>- bestimmt auSgesprochme, von der Mutter loSgettmn^t jüdische Tochterreligion ge schichtliche Geltung erlangt hatte. Aber auch die Mischna, Tosista. Mechilta, Sisra, Eiste und der palästinische Talmud können unmöglich ein Gesetz oder eine Halacha über die Beziehungen von Juden zu den Anhävgern der älteste» jüdischen Tochterreligion enthalten, da diese, zur Zeit als die genannten Werke gesammelt und endgültig geschlossen wurden, selbst noch um ihre Existenz kämpfen mußten. Wollen wir genau und bestimmt ernMeln, wie die Lehren >über die Beziehun-. gen von Juden zu Nichtjuden, vermöge der Grundwahrheiten des JudenthmnS,, in unserm Schriftthum sich entwickelt und gestaltet haben, ohne gegen die geschichtlicher Wahrheit zu fehlen: so müssen wir un« vor Allem er-nnern, daß „Nichtjuden"«