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Der jüdische Handwerker · 1936-12-01 · 12 (12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
28 (1936)
Issue
12 (12.1936)
Date
1936-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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/ Aus äetn HakdMtket-VetUutd Berlin Jubiläen Vjh f*tovcjrt*t)c) I'ijii feierte unser .lieber Kollege Kondi'orm.ister Isidor Dohrin ineffl '<'■' <iebürtsbig.! (liroß war de? Kreis derer, die e> sich nicht nehmen r> ihm ans diesem Anlaß persönlich zu gratulieren. si!'<;' dem Vertretern des Gemeindcvorstandes. des SynaogenVerbandes und viele, a m. nahmen auch wir üelegcnliiisercm ahin . Freund und Mitglied Dohren unsere cr/Bc siti Glückwünsche hi.ni Ausdruck /u bringen.' Au i; Stelle aber »vollen wir mit unserer Gratulation un- ■ :! Dank verbinden mr seine jahrzehntelange treue Zukeii uftcJ (las große Interesse und die Lieb«?, die er ins.erei < hgajiisat.ibn, b< i jeder sich bietenden Gelegenheit atijcg' . gebracht hat. * ■ * \ Januar I">7 begeht unser Mitglied Schneidermeister Bernhard Bendit irriges (iCschnftsjubil.imn Kollege Bendit unterhalt .Pas« uer Str. IT-einen wohlbekannten Modesalon. Zu i im m t:i'ii? :iiiti sprechen wir dein Kollegen Bendit unsere ler/liclisten GhVk.wüitsehc aus. Breslau flu großen S.13! der Lessingloge veranstaltete der Zcuiidisclitti Handwerker e. V.. < >rtsgruppc Breslu-i \ . unter I i-itti-iu ihres Vorsh/enden. •Olasermeister Hugo S ji i n i e r am. 2J Xovember einen Vortragsabend, an welchem U t lernte is k-r I \ir.' Simcnäuer über das Thema sprach: kVW'-Luid rück* ejites Handwerkers in Afrika''. I mieitciid ^.ib der Vortragende einen kurzen Uebcr- .' Iii k' über «he staatliche Gliederung des mittleren und süd- Vfrjk -• Für die indische Einwanderung spiele heute die. ■ Südafrikanisch« Union eine grobe Rolle. In l.ler Tat ' 1 "ttt: :t dort Handwerker, aber nur solche von harter Ar- KertsVjrafl lind voti: überdurchschnittlichem Können ihr Aus- »mmen finden" da sielt das Land und namentlich sein wirt- •haitiich.T Zentralpunkt Johannisburg gegenwärtig in einein S'jadtini ra>< hen Aufschwünge^ befinde. Der Hauptteil des Vor - ■ v die eigentliche Schilderung des von Felis Simenauer bei istcji Gebietes, wurde erläutert durch eine große Anzahl I ichtbtldem, die er größtenteils selbst auf die photoraphjscbe Platte gebannt hatte und d.ie eine bunte Fülle •oii Anschauungsmaterial boten. Die pittoreske Schönheit \frikas, seine.', noch in weitem Umfange vorhandene, freilich s-fandfg mehr dahinschwindende Ursprünglichkeit, zeigte sich uns in technisch vÖlKudeten Aufnahmen, welche dem künsthen Scharfblick des Autors alle Ehre machten. Viele« .:r di uf Besthauer neu. manches überraschte ihn. -z. B. eini er 0*1 -80 m vor dem Auto Löwen gemächlich quer I i r die Strafte trotten sah. i Malermeistei S i m e na u e r bezeichnete die Einwandci mg in Länder wie Protugiesisch-Angola, da> englische Man- -r.ii t Tangajtyik;/ du englische Kronkolonie Kenia, freialli s noch wenig erschlossene Gebiete, als Verhältnis- . nicht schwierig. In der Südafrikanischen Union sei litt besonderes Feld für Bauhandwerker, auch andere Hand- ^ker iiitun dorl Chancen, aber das gelte alles nur für Leute, v'khe an Können erheblich über (Uli! Durchschnitt ständen. D.i.- Sehr Zahlreich erschienene Publikum spendete dem Vortragenden' am Schluß lebhaften Beifall.! S ' Hamburg i Mjährißts Jubiläum des Handwerkervereins. Die .im tl. November 1036 abgehaltene Mitglieder-Vert itnmlunq halte insofern besondere Bedeutung, als der Hamburger Verein vor genau dreißig Jahren gegründet worden ist. Dir Mitbegründer und seit Jahrzehnten das Amt als Vorsitzender ausübende Kollege Bernhard Heinemann nahm deshalb V eranlassung einen' kurzen Rückblick und Ucherbück der Gesehehnis>c in diesen Jahren innerhalb des Vereins zu gehen Zunächst ehrte die Versammlung das Andenken der verstorbenen Mitbegründer Steinmetzmeister Eduard Berlin, Malermeister Cossen, Malermeister Säbel. Malermeister Fmanuel. Schornsteinfegermeister B I u tu i n t I; a I und Schuhmachermeister Nissensohn, denen der Vorsitzende tief empfundene Worte des Gedenkens widmete^ Aus der Arbeit während der Zeit des Bestehens des Vereins sei zunächst auf die vor 20 Jahren begründet: Beruujbcratungsstellc hingewiesen. Schon damals wurde die Notwendigkeit der Zuführung judischer junger Menschen zum Handwerk weit vorausschauend erkannt. Die Entwicklung der Ereignisse bestätigte die Notwendigkeit dieser I inrichtiuig. I)iet Zusammenfassung der Lehrlinge und Gehilfen zu besonderen (n-uppen, die jetzt in der' Jugendgruppe vereint sind und sich regen Zuspruchs erfreuen, war auf Anregung des VorsitzendSpn vor langen Jahren erfolgt. Auf Anregung der vom Verein in die Repräsentantenversammlung der Deutsch-Israelitischen Gemeinde entsandten Kollegen wurde die D a r I e Ii n s k a s s e gegründet, der die Erhaltung vielerjudischer Existenzen zu danken ist. Nicht unerwähnt aber darf die vorbildliche soziale Arbeit der F r a u e n g r u p p e innerhalb und außerhalb des Vereins bleiben. Maßgeblichen Einfluß nahm der Verein bei der Einrichtung der Lehrkurse für Schlosser, Tischler, Haushalt usw wie überhaupt der Verein bei allen in Frage kommenden Beratungen der Gemeinde und ihrer Institutionen hinzugezogen wird. Im Vorstand der dt. israelitischen Gemeinde ist der Verein durch ein. im Repräscntantcnkollegium durch vier Mitglieder vertreten. Durch diese gehört er den verschiedenen Kommissionen an. und zwar denen für «las Wohlfahrtswesen. der Mittelstands- und Notstandshilfe, dem Jugendamt, der Bau- und Grunds.tüokskommission. der Krankenhausfüiisorgc, Darlehnskasse. Etat-Ausschuß, Kulturbund. W interhilfe u a. hl. Dank der zähen und 'zielbewußten Arbeit ist es dem Verein gelungen, sich durchzusetzen. Mehr denn je besteht die Pflicht, unbeirrt diese Arbeit fortzusetzen, damit es gelingt, auch den letzten jugendlichen Bewerber für eine Handwerksstelle in geeigneter Weise unterzubringen. ,'§.:;. '; ■ -..• ' - ■: Die Feier des 30. Stiftungsfestes am IW. Nov. erfreute sieh eines überaus starken Besuches. Die von Kol! Louis Wolff vom Vorstand des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands, e. V., gehaltene Begrüßungsansprache wiirdiptc die Verdienste des Vereins, zeichnete die vielen durch ihn errungenen Einrichtungen innerhalb der Deutsch-Israelitischen Gemeinde au!, (lanz besonders lobte er den Genius des Vereins, den Vorsitzenden Bernhard Heinemann, der in nimmermüder Tätigkeit immer wieder neue Anregungen gibt und sich in aufopferungsvoller Weise fiir die Interessen des jüdischen Handvverkers und Gewerbetreibenden einsetzt. Der Verband und seine Tochterorganisationen und nicht zuletzt der so rege I lamburger Verein haben sich im Laufe der Jahre tatkräftig für den Wert und die Beständigkeit der handwerklichen Berufe eingesetzt. Von dieseni Standpunkt braucht unsere Bewegimg auch heute keinen Deut abzugehen. Heute heißt es besonders, die ganze Kraft einem kollektiven Wollen unterzuordnen, denn i Lebensform und Lebensgeslaltung ist nicht mehr Sache des Einzelnen, sondern der Gemeinschaft. Jeder jüdische Mensch, der sich voll der Gemeinschaft verantwortlich fühlt und dementsprechend handelt, beschleunigt den Heilungsprozeß der Gesamtheit. Leistungsprinzip, persönliche Verantwortungsfreudigkeit, scharfe Auslese, innere Berufung zum Handwerk sind Faktoren, auf die wir niemals verzichten dürfen. Nur so könenti wir der Jugend helfen und den Mangel an Ucberlieferung in diesen Berufen ersetzen. Die Jugend heißt für uns ebenfalls die Zukunft, mag sie nun ihren Platz im Heiligen Lande oder anderwärts finden. Unser jüdisches Dasein aber ist ein Reichtum, den wir bewahren wollen, denn das Wort nur wandelt sich, der Geist aber bleibt beständig. Kollege Wolff überreichte dem Vorsitzenden als dankbare Anerkennung für seine Verdienste um den Verein und den Verband die goldene Verbandsnadel und \Veitere 0 silberne Nadeln für Mitglieder mit 25jähriger Mitgliedschaft bzw. noch in unserer Mitte weilende Gründer .des Vereins; dieses sind die Kollegen Malermeister Ivan Lew und Tapezier Henry Herz. Nach diesen mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen wurde unter Leitung von Lutz Proskauer ein reichhaltiges Programm zur Abwicklung gebracht. Neben seiner eigenen großen Bühnenschau, die die Kapelle in launiger Weise durchführte, hörte man den beliebten Sänger Siegfried Jonas, mit Tonfilmschlagern. 10 ___'

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