Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 9 (9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ZUR JAHRESWENDE Wiederum neigt Pich ein Jahr zum Ende. Treue zum Glauben, Liebe zum Werk geben uns aus Jahrtaufenden die Kraft und den Mut, unbeirrt unferen Weg fortzufetzen. * Möge der Schall derPofaune am Neujahrsfefte alle Seelenkräfte unferer Glaubensbrüder erreichen und uns zu wahrer, fleh reftlos erfüllender Gemeinfchaft zufammenfehweißen. Allen unferen Kollegen und Kolleginnen des Handwerkerverbandes und des jüdifchen Mittelftandes reichen wir die Hand zu einem herzlichen lefchonoh tauwoh. Wilhelm Marcus Louis Wolff Den Juden in Deutfchland, den Männern und Frauen, den Alten und Jungen fprechen wir zum Jahresbeginn unfere herzlichen Wünfche aus. Neue Aufgaben bringt das kommende Jahr, neue Bewährung erwartet es. Von uns ift im Ernfte der Zeit ein Aufbauen gefordert. Wir können defTen fähig fein, nur wenn jeder den Platz kennt, den feine Pflicht ihm weift, nur wenn wir das heranwachfende Gefchlecht zu einem Weg der Arbeit erziehen. Jeder von uns fteht in feiner Gemeinde, ohne Tie wäre er verladen. In unferer Gefamtheit find unfere Gemeinden geeint, ohne das wären fie verloren. Diefem Geifte der Gemeinfchaft dienen wir, diefen Willen zur. Gemeinfchaft wollen wir pflegen. Möge die Arbeit, die uns alle verbindet, gefegnet fein. DIE RE Baeck ICHSVERTRETUNG DER JUDEN IN DEUTSCHLAND Hirfch 1 in jähes Oese tick zvwiten Vorsitzenden JH Dachdecker-, Klempi ir /u einer Her/kjur f i-enbahnrückfahrt, durch Ncr/schla;,' t Kofi. Appel ist Pr< *\ in/ I'osen g und I >acluleckcrhanldw Utttl ir.it dann in sei le \ au r- .ui( den Schf er nach Krotoschin wirkte 1<I1<| kam hier das Geschäft eine Filiale. In sei."er gan/<$i FleiH und Ausdaü geachtet \on seiner entriss uns am 21. S. 30 unseren unseren lieben Kollegen: a x Appel, O e I s, er- und Installationsmeister. Kol!. Appel in Nauheim und befand sich auf der als ihn in Eisenach im Zuge der Tod „•ilte. Er ist 63'Jahre alt gestorben, n 2b. 5. 1 STJ in Kobvlin in der damaligen boren. Er erlernte das Klempner erk in der Werkstatt seines Vaters Firma ein. Nachdem das Geschäft des ager des Koll. Appel, überging, siedelte über, wo er als Handwerker bis lQl'J ■ als Flüchtling nach Oels und beirieb weiter. Wii errichtete er in Breslau Berufstätigkeit hat Koll. Appel mit und erfreulichem Erfolge gearbeitet, Kollegen und seinem grollen Kundeu- „Er war ein zünftiger Handwerker von altem Schrot und Korn'*, wie unser Kollege Spanier an seinem Grabe bei der Beerdigung in Oels am 23. 8. 36 rnit Recht anführte, menschenfreundlich, hilfsbereit, kollegial und sozial, jederzeit bereit, für die Interessen seiner Handwerks- und insbesondere auch seiner jüdischen Kollegen sich einzusetzen. Wir verlieren in ihm einen ausgezeichneten und wertvollen Kollegen und Freund. Im Vorstände bekleidete er das Amt des /weiten Vorsitzenden. Würdig hat er sich stets für das Handwerk im Judentum eingesetzt, ihm überall zu hoher Anerkennung verholfen. Wir haben durch seinen zu frühen Tod einen schweren Verlust erlitten. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten: Die Ortsgruppe -Breslau. Auch wir werden diesem hervorragenden Menschen und lieben Kollegen ein bleibendes Andenken in unserer Mitte bewahren. Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands c. V. Sitz Berlin.