Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 5 (5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sofort nach \ erkiinduni: der drillen Verordnung über den vorläufigen Viifhuu des deuisi hen *i InndWerlbt e>s|-hien dir* lir« Ssc-|iii.rt« ..Hiindw e r k ' i - \ or<» r d u n n g in i t K o in in e 11 - '.ii". die jedem Mitglied, kostenlos iibei-andi w itrdd. I >i:' (Organisation umfulh I i n r i c Ii i n n e n irnl ülljen (jt l)ifu-n des handwerklichen \\ isirii««!.;ul II e < Ii t -. allgemeinen Handwerkerra :e. i. juristische. Steuer- und \V erbeberatün; \ u-w .1 ndet iunirs- und Devisenbcral ung geben Vufgubcn im i MUMi Bejrriff \<>n dem l mfung der fiaitdw erklichen (»eschenen. Der Vufhau der inneren Einriehtungen wird riesengroß überschattet durch die KüUe und Viel- 111 il: kt ii des . Aufgaben kreises. der sich nach außen [erstreefet. Die Sonderstellung der Juden in Deutschland n wirtschaftlicher und kuliiircllcr Beziehung hat auch den jüdischen .Handwerkerstand in starkem Mäße betroffen, \ueli der Vdel der Arbeit, heute « in kosmopolitischer Begriffe ist rassisch gebunden und wird rassisch bewertet". Datei Willen des rührers. nach dem l nterschied« in der 'Wirtschaftliehen Funktion nicht im in.i< In werden dürfen. ist auch in der letzten Handwerker- Vcrordnumr Rechnung getragen. W t der in den einzelnen Paragraphen, noch in den .nullit »en Koinmentaren i-i von einer unterschiedlichcD Behandlung nach Rasse oder Religion!ii irgundeiner f orm die Rede. Wir wollen mit (.»ciiugtuung feststellen, dal? ihr Vossiellung der Handwerkerkarten und auch dii \Hsübung des (»ewerbes mich der Verordnung *oih lanuar-'l'ß? anerkannt wurde. In einigen strittigen lallen Indien wir das größte Verständnis hei den zuständigen Handkerkf-kanimcrn gefunden, wodurch (Gefahren bei riii/rlncii fiel rieb-inhabern beseitigt wurden. Dabei bandelt es sieh nicht immer um l alle, denen mir unsere Mitglieder betroffen w erden, sondern alle Ii a n d w e r k I i c Ii e n Zwei f e I s f r ug e h . die auch den jüdischen Zeniralstetlen andem ganzen Reich zugehen, werften unserer Organisation zur Bearbeitung überwiesen. Die l nklarlteilen hei. jüdischen Be- (riebsinlutbern über die Vu-degurig der llandw erker - \o\eile, aber auch die oftmals von unteren Organen ausgeübte Anwendung der ^oJfelle hat inis wiederhoh Veranlassung gegeben, im- /um leil informatorisch, /um leil bcsimw erdeführend an die Spitzen-1! Organisationen 'dedeutschen Handwerk- und der deutschen W irt- -i Ii, ft /ii w enden. Der engpezogene wirtschaftliche Lebensraum, imdurch (ic-ei/ und Staatsauffassung ztigezw irigt anoftmals. bei verschiedenen die rechtlichen] Voraussetzungen, die Gesetz <re»ehaffk'ii wurden, /u verleide r w ie>en ist, I im linken vlunfn dadi'uen [In den zw itifelliafi jüdischen Handwerksbetrieben i-i uneine l e b e r Ii I t e r u ng der Betriepsinnaber"eingetreten. Es ist also von größter V. k-!ii i" keii und Bedeutung, alle Möglichkeiten /in \ erselbstiindigung jüngerer, fachlich lüchtiger Kolli u< i auszuschöpfen. Da/u bedarf es des großen BefähiiTMngsnaehweises. d. Ii. de- Meisterbriefes. I-i die Zahl der jüdischen ausbildiingsberechtigtpn Betriebe an sich schon außerordentlich begrenzt. -<> legen wir entscheidenden Werl darauf, dilti diese . Betriebe l»ei der Einstellung jüdischer Jugendlicher restlos ausgenutzt werden. . I i-i für; imeine wirtschaftliche Lebensfrage, wenn wir nicht » orher errechnen wollen, wann und /u welchem Zeitpunkt der letzte jüdische Handwerksbetrieb audein Wirtschaft liehet) Raum \ ei -< li w imlel. In allen diesen Kälten, die /um leil neueren Datums sind, versuchen wir. bei den übergeordneieti Stellen eine u n I e rs c Ii i ed I i <• Ii e B e - Ii .i n d I ii n f> a ii - / ii - e Ii a I i e n, die nirgends im Clesetz ihre Stütze findet^Ks i-t eine unerhörte, oftmals aufreibehtle Kleinarbeit, die-e Linzelfüfle /u bearbeiten, die aber, wenn auch nicht iinnier. -o duch oftmals den Lrfolg hatte, dau nicht /ulässige .Vlaltiinlimeu beseitigt wurden. I eber der JWorge um unsere Jugend fiTergesseü wir aber nicht, für die [*örderiin,g und Lrli a I t u n g besonders unserer Mitgliedshetriehc dazu tun. w aw ir nach menschlichem I rmessen in dem uns zugewiesenen Rühmen nur irgendwie leisten können. Da- ijngerechlfertigte Miittrauen weiter kreise gegeln den jüdischen Handwerkerstand ist stark im Schwinden begriffen. Ks ist aber für die (ieschäftsleitiing ein unerträglicher Zustand, wenn in der heutigen Zeit t r o I z d e in noch eine erhebliche Zahl von Auftraggebern an uns herantritt und imoftmals berechtigte Klagen' über eine iinsachgemälte Verhandlungsweise vorträgt. Die-e Klagen, die an uns herantreten, beweisen, dalt dies auch für die jüdische Oeffentl.ichkeit untragbar i-i. Wer gegen die handwerk-' liehen (Grundsätze ve'rstöftt^ schädigt sich nicht nur Selbst. Kojidern zieht alle anderen Kollegen in Mitleidenschaft. Wir sind aber nicht gewillt, den ehrlichen und allständigen, den pünktlichen Handwerksmeister für die oftmals leichtfertigen Fehler anderer bülten und damit die Organisation schädigen zu lassen. Wir sind daher gewillt, für die Zukunft solche Mitglieder aus unseren Reihen V.u entfernen, die w iederholt pegen das. was wir handwerkliche Ehre und handwerklichen Ruf nennen. \ erstoften. Neben der seelischen und geistigen Ausrichtung w edlen wir auch eine Fundament ierung der w irt schalt liehen Existenz. Wenn diese Wirtschaft liehe Förderung sich auc h niehl auf alle Berufsgruppen gleichmäßig \\ en n tnö"- ausvfirkt. -o ist der W ille, vielen und lieh, allen /u helfen, vorhanden. — In die al l g e tu ein - j ü d i s c h e P I a - n n u n - a r b e i t sind w ir in starkem Muße eingeschaltet. Es gibt ast keine jüdische Organisation, in der w ir nic ht unsere Vertreter haben. I nter den brennenden lagesfragen. die uns und unsere Zeit bewegen. ist und bleibt die Beriil'sverteilung das Primäre unserer Arbeit. Die Einsetzung des II a n d w e r k e r - A u s - s c Ii ii s s e s innerhalb der R e i c Ii s \ e r t r e - t u n g der Juden in Deutsc hland ist das Ergebnis einer Kordefung. die wir seit Jahren bereits an anderen jüdischen Stellen vertreten haben. I )ie erste \ rbeit. die Handwerkerl in - I ra g.e. isi abgeschlossen. Die Auswertung dieser l mfrage wird in kurzer Zeit erscheinen und wird mit all ihren Auswirkungen wie Berufsverteilung. I nterbringungsmöglicnkeiten. Lehrausbildung, Niederlassungsmöglicljkeiten oder Austausch von solchen ein interessantes und lehrreiches Bild ergeben. Dein theoretischen l.r,rebnis wird die praktische hat folgen müssen. VV'ertn ich den gewaltigen Aufgabenkreis — v\ enn auc h nur in Kohtureii ohne auf Kinzel- 2