Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 2 (2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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die Durchdringung dieser Idee gekämpft. Heute aber hüben wir uns der zum 'Handwerk strömenden Jugend anzunehmen, sie bei der Berufsausbildung zu unterstützen und ihr die lachlic-heu Wege, zh weisen, die notwendig sind und ihr Gelegenheit geben, »ich in der ganzen Well als qualifizierte Handwerker zu bewähren. Im engsten Zusammenhang damit steht die Frage der Au»- Wanderung, die erst jetzt in geordnete Bahnen zu kommet) sc heint. /tu inwci politischjüdischen Situation wurde die {Tätigkeit der Reichsvertretung, besonders in beztiE auf die .Berufsausbildung; Umschichtung und.'Auswa'rtderung. als günstig bezeichnet. Auch die gemefndnehen Aufgaben haben nicht gelitten, sifc sind v ielmelir größer und intensiver geworden.. Dem in letzter Zeit zutage tretenden Grundsatz de» f'ift\-fift\-S\Stern» kann eine gewisse-Berechtigiuig nicht aberkannt werden. I )er allgemeine VV iinsc il muß jedoch sein. daK alle Arbeiten, die die Gemeinden zum Wohle ihrer Mitglieder zu leisten haben, losgelöst sind von jedem Partei- InterCsse. Differenzen über jüdisch-politische Dinge dürfen in der Oeffetttlichkejl nicht ausgeinagen Werden. I usere \ ufgäbe war es jeder/eit und wird es bleiben, uns überpolii i » c-Ii auf die I e be n »not w e nd i g e n w i r t - »i fr» f t I i c n ein Ding e ,/u k o n z e.n t r i e - r e ji. I usere Aufgaben waren, jederzeit abgestellt auf die Erfordernisse des jeweiligen Augenblicks. \nf Grund dieser Einstellung aber erheben wir einen \n»piuch darauf, bei der gerade jetzt statt finden den Neugestaltung innerhalb der (Gemeinden den "jis zukommenden Platz und die Vnerkennptng zu finden. . . Na< Ii diesen allgemeinen Viisführungen zur •\ t'i hand»tüt igkeil übergehend wie» der Redner aul den zui rechten Zeit vom Verband hernusgi'^elx;nen K o in m e n I a r z ü $• d r i l I e n \ e r - o V d Ii ,11 n g über den vorläufigen \ufbau des detTt*i*lten Handwerks hin. der »ich als wichtige» Hrffstnittel für die Verbandsmiiglieder erwiesen hat. V , Die \ e i b a n d s /. e i l n n hat auc h im \ ergangenen Jahr in .beziig auf ihre innere Gestali»iii.ü^wesentliche Fortschritte gemacht. Dank der behandellen ernsten und aktuellen Probleme w ird »iii gern und intensiv gelesen. (Wir behalten uns vor. auf die weiteren internen Dinge später näher einzugehen»! I ebei die allgemeine Rec htslage und besondere Fragen im Handwerk referierten die Faehbeärbeiter. Besondere Bestimmungen der dritten \ erotdnung betr. Eintragung in die Handwerksrolle. Erleichterungen. Doppelmitgliedschaft. I.ehrvertrug. Gehilfen- und Meisterprüfung wurden eingehend behandelt und erläutert, \uc-h die Fragen der Arbeitserlaubnis für Ausländer, für Arbeitnehmer unter 2~> Jahren, die Ztizugssperre für einigte Großstädte wurden erörtert. Voll wese ntlicher Bedeutung ist es. dal? eine : -\ »-,> Arbeitsteilung innerhalb der jüdischen Organisationen stattfrefirnden hat. Fs i»t erreic ht worden, daß » «He handwerkliehen Fragen dem Zentralverband zur direkte n Erledigung überwiesen werden. Vitch da» im November vorigen Jahres ergangene Gesetz über Arbeitsvermittlung. Berufsberat iiiil' und I ehrstellenv et nii11hing w urde eingebend be*pi?oehen. Diehiervon betroffenen .jüdischen Arbeitsnachweise haben die notwendigen Anträge gesteift und können nach unserer Information mit Weitemusübung ihrer Tätigkeil rec h neu. .Die Herausgabe von M i t g I i e cl e r - V e r - z e i c Ii n i s s e n . die fast in allen Ortsgruppen durchgeführt wird, hat bewiesen, daß sie als geeignete» Mittel für die Kxistenz-Frhaltung angesehen werden kann. Auch die für unsere Mitglieder gesetzlich geschützten Wahrzeichen haben sic h in letzter Zeit in der jüdisc hen Oeffentlichkeii eingeführt. Leber die Tätigkeit des Handwerker-Ausschüsse» beric htete Kollege Louis W o I ff. Berlin. I m planvolle Arbeit leisten zu können, müsse man den bestehenden Zustand zunäc hst einmal genau kennen. Die Handwerker-Umfrage hat die .bisher fehlenden . Unterlagen hierzu geliefert, wobei es nicht sei sehr auf das zahlenmäßige Krgebni». als auf eine geeignete Ausw:ertunjg ankommt. Bei der tUnterbringung der Jugend im Handwerk muß zunächst die Aufnahmefähigkeit in den einzelnen Betrieben, dann aber auch eine genaue Berufsverteilung berücksichtigt werden. Es steht leider lest, daß die Zahl der in Einzelbetrieben zur Verfügung stehenden Lehrstellen bei weitem nicht ausreicht. Ks werden deshalb Hilfsmittel zur Ausbildung Jugendlicher im Handwerk notwendig sein. Nach wie vor stehen wir auf dem Standpunkt, dal? nur eine qualitativ hochwertige Ausbildung in Frage kommen darf. \nl (.rund unserer inner jüdisch neutralen Einstellung dürfen wir uns in der Frage der Berufsausbildung nic ht danac h ric hten, wohin der Betreffende später einmal auswandert. Fr muß »o ausgebildet »ein. daß er überall in der Welt dank »einer Leistungen »einen Mann stehen kann. \\ ir w ollen unsere Jug< nd zunächst einmal im Handwerk befestigen. ihr aber keinerlei Vorschriften machen, wie sie sic h ihre Zukunft sichern will. Bei klarster "Erkenntnis der Dinge steht es doch fest, daß nur ein feil unsere r Jugend .nach Palästina gehen kann. Ebenso fest aber steht es. daß diese Jugend nur zu einem geringen Teil Aussicht hat. liier in Deut seid and zu einer Existenz zu kommen} Deshalb muß »ich unser Blick dorthin wenden, wo noch l nterbringungsmögliehkeiten jreboten werden, nach l ebersee. Der l eberfluß an jüdischen Bewerbern macht die Einrichtung von Lehrwerkstätten notwendig, die für die Teilnehmer eine umfassende Ausbildung in »ach I icher. fachlicher, charakterlicher. aber auc h in jüdischer Hinsicht gewährleistet. Di r Redner geht in diesem Zusammenhang kurz auf die neu entstandene Au»wandeirungssehule'ein. die' die Ausbildung in der Landwirtschaft in den Vordergrund stellt. Auch die 'Tätigkeit der Gesellschaft ..Ort", die die Einrichtung einer Gewerbeschule und deren Aufbau nach Grundsätzen des deutschen Handwerks vornehmen will, wird zur l nterstütziing empfohlen! Der Handwerker-Ausschuß hat seine Arbeit in beztlg auf die Hand w erker-l inf rage angeschlossen und bietet nunmehr eine brauchbare l nlerlajre für die jetzt einsetzende praktische »Durchführung. (Diese Ausführungen fanden ihren Niederschlag in einer einstimmig angenommenen Resolution.die wir auf der ersten Seite dieser Nummer im Wortlaut wiedergeben.) I eher das Ergebnis der Handwerker-Umfrage erstattete Dr. Herbert Ka hu einen ausführlichen Bericht. Das Ergebnis dieser Aktion kann als gut bezeichnet w erden, sind doc h in Berlin OS1 V»/». im Re|ieh etwa M)" e der Fragebogen ausgefüllt und eingesandt worden. (Fortsetzung Stile 3)