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Handwerk und Gewerbe · 1916-08-01 · 1. u. 2. August-Heft · p. [Seite]

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. August-Heft
Date
1916-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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u. 2. August-Heft 1916 9. Jahrgang Verlag: Dr. Bäsch & C Offizielle» Organ dies Zenfralverbancles selbständiger jüdischer Handwerker Denfectilancis )q., G. m. b. H., Berlin, Nassauische Straße 24. Jahresabonnement für Nichtmitglieder 4,80 Mark. oo Erscheint am Mittwoch nach fiem 1, jeden Monats. InhdltSVerzeichnis. Organisation im jüdischen Handwerk und die Ostjudenfrage. - Die Juden^ls Handarbeiter. - Ver * bandsnaclirichten. Ai s den Vereine^. - -Umschau. - Unterhaltungsteil. — Bücherschau. Die Organisation im jüdischen Handwerk u. die Ostjudenfrage. Von J. Hei n. L (Nachdruck verboten.) In den vorangegangenen Nummern dieses Blattes ist ein Artikel von rjrir zum Abdruck gekommen, der das Handwerk und die; Juden behandelt. Ich habe darin einer Organisation «Im jüdischen " Handwerk das Wort geredet, die nicht nur dem jüdischen Handwerk im Inlande nützt, seine Bedeutung izum Erstarken bringt, es wirtschaftlich kräftigt und weiterbildet, sondern die auch eine restlose Lösung der sog. Ostjudenfrage im Handwerk ermöglicht. Nur in ganz knappen Strichen konnte darin die Art der Organisation gezeigt werden, wie sie für das jüdische Handwerk nach dem Kriege sich als nötig erweisen wird. Denn wohlgemerkt: Das ganze Handwerk wird nach dem Kriege bei den dann vorliegenden Aufgaben seine Organisation ausdehnen und verfeinern müssen und da das jüdische Handwerk, wie ich schon in meinem früheren Artikel gezeigt habe, wieder Besonderheiten innerhalb des ganzen Handwerks zeigt, da weiter im jüdischen Handwerk auch die Ostjudenfrage zu lösen ist, so wird sich das jüdische Handwerk auch dementsprechend eine besondere Organisation geben müssen, die es ermöglicht, die im jüdischen Handwerk bestehenden besonderen Aufgaben zu lösen. Es sei mir nun gestattet, hier diese Organisation, wie sie sich für das jüdische Handwerk als notwendig erweisen wird, näher und eingehender zu behandeln — unter besonderer Berücksichtigung der Ostjudenfrage. Für eine Organisation ist nicht nur die Form der Organisierung wichtig,-sondern aucji der Geist, der in ihr herrscht. Der Geist muü so beschaffen sein, daß er sozusagen die Organisation von selbst am Leben erhält, daß er in den in Frage kommenden Kreisen lebhaftes Interesse auslöst, daß er erhaltend, erneuernd und vorwärtstreibend innerhalb der Organisation wirkt j Es muß danach ein Gemeingeist sein, der, von hinreichenjder Kraft, die Mitglieder der Organisation fest zusammenhält und der auch außerhalb der Organisation auf die Kreise; die für den Mitgliederzuwachs in Betracht kommen, werbend tätig ist Gemeingeist ist ja nun innerhalb der Judenschaft gewiß vorhanden, wie die vielen jüdischen Vereinigungen, die vielen jüdischen Stiftungen und dje vielen besonderen Bestrebungen — namentlich auch Wohltätigkeitsbestrebungen — innerhalb der Judenschaft beweisen. Aber dieser Gemeingeist muß eine besondere Kraft in einer Organisation, wie der hier vorliegenden, dadurch erhalten, daß er einem hohen Ziele nachstrebt, daß er als Untergrund der Organisation einen Zweck besitzt, der in seiner Größe j und Bedeutung einem jeden aus den Kre'sen, die für die Organisation in Betracht kommen, ohne weiteres einleuchtet. Das Ziel~muß die Massen begeistern und in lebhaftem Interesse erhalten. Ein solches Ziel findet nun das jüdische Handwerk hier in. der gesicherten Zukunft des jüdischen Handwerks, in seiner Ausdehnung und gewinnreichen Ausgestaltung sowie in der Verbindung mit der ostjüdischen Frage, deren befriedigende Lösung für das inländische jüdische Handwerk geradezu eine Lebensfrage ist Denn — um' auf das letztere ausführlich einzugehen — braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß ein ungeregelter, aus dem Osten kommender jüdischer Handwerkerstrom auf das inländische jüdische

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