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Handwerk und Gewerbe · 1916-03-01 · 1. u. 2. März-Heft · p. Seite 237

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. März-Heft
Date
1916-03-01
Page
Seite 237 (sequence 7)
Language
German
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1. u. 2. März-Heft HANDWERK UND GEWERBE 237 Ebenso bitten wir alle Handwerksmeister, die offene Lehrstellen haben, diesbezügliche Mitteilungen an genannte Adresse gelangen zu. lassen. Für einen kräftigen, aufgeweckten, ordentlichen Knaben wird Lehrstelle b;ei einem Klempner und Mechaniker oder Elektrotechniker gesucht, auch nach außerhalb. Näheres durch Bernhard Heinemann, Hamburg, Weidenallee 38 40. Der Verein hält am letzten Montag eines'jeden Monats eine gemeinschaftliche Vorstandsand Ausschußsitzung, am zweiten Montag eines jeden Mciiats eine Mitglieder- Versammlung ab.! I I Unsere Vereinskollegen werden dringend ersucht, Mitglieder der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg zu werden. Etwaige Auskünfte erteilt Herr Eduard Herlin, Ohlsdorf. Der Vorstand. , Bericht der Versammlung vom 14. Februar 1916. Monatsversarhmlung am 14. Februar im 1 Logenheim, Hartuhgstrafie. Der Vorsitzende Herr Bernhard Heinemann, pöffnete mit eiiitr Bi»rü>fnrig die schwach besuchte Versammlung, insbesondere begrüßte er das in feldgrau erschienene auf Urlaub weilende Mitglied, Henri Fugen Kohn. pas Protokoll dtr letzten Versammlung vuide verlesen und nach einem jvom Schriftführer vorzunel Blenden Nachtrag, Ka»senvcrhä|tnisse betreffend genehm gt. Der Vorsitzende teilte mit, daß das Mitglied Herr "Fl. Biskupitzer, nicht, wie ei letzthin berichtigt, in russischer Gefangenschaft, sondern vermißt Werde i nd die Familie ohne jegliche Nachricht von ihm. sei er hoffe aber* recht bald günstiges über ihn zu hören. Unserem, Mitglieds Herrn Max Levinsohn ist das Hanseateiikreuz verliehen worden, Herr Ph. Wolff und der Vorsitzende, haben denselben im hiesigen Lazarett besucht. Von den. Elt< rn unseres Mitgliedes Herrn S Emanuel ist eine Danksagung für erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich der; goldenem Hochze t eingegangen. Ferner ün Schreiben des Herren Jacob R. Rotschild, in'welchem et] um Aufgabe geeigneter Arbeitgeber für zwei jüdische russische Malereclnlfen ersucht, damit dieselben bei ihrer Ankunft in Hamburg nicht interniert würden, auch wünschten sie am Sonnabendnicht zu arbeiten. Die Herren Malermeister Max Cossen und Ivan Levy hatten sich in liebenswürdigster Weise, bertit erklärt, diese beiden jungen Leute zd beschäftigen. I Von dem Verein zur Förderung der > Handwerke und technischen Berufsarten unter den Juden (E V.) Düsseldorf ist ein Ersuchen eingegangen um Namhaftmachung von Handwerksmeistern, die gewillt sind najeh Beendigung des Krieges die fachgemäße Ausbildung von Lehrlingen zu übernehmen, evtl. gegen einen noch näher zu vereinbarten jährlichen Zuschuß. Die Heirren B. th. Benjamin, Juwelier und Goldschmidt; Ivan ' Leyy, Malermeister und Herrn. Nissensohn, Schuhmachermejster erklärten sich bereit nach Friedensschluß Lehrlinge einzustellen. Der Vorsitzende ersuchte, daß sich weitere Mejster bei ihm melden möchten, da doch unbedingt für einen Nachwuchs für das Handwerk unter den Juden gesorgt werden müßte." 7 Die Wahl zweier Mitglieder für die Unterstützungskasse wu|de vertagt. j Ueber die Aufnahme weiblicher Mitglieder entspann sitjhj eine lebhafte' Debatte und bemerkte der Vorsitzende, dapj die Mitgliedschaft unbedingt den Frauen unserer, verstorbenen Mitglieder übertragen werden müßte. Es wurde sodann folgender Antrag angenommen: Frauen verstorbener Mitglieder können Mitglieder des Vereins bleiben und sich in jVereinsangelegenheiten durch ihren Geschäftsführer veitreten lassen." 'Die Beratung über die Aufnahme weiblicher Mitglieder im Prinzip überhaupt wurde bis zur nächsten Hauptversammlung vertagt. Verein selbständiger jüdischer Handwerker der Provinz Hannover. Generalversammlung am 26. Januar 1916 abends 8 V2 Uhr in Hoffmanns Hotel. Um 9 Uhr eröffnet der Vorsitzende die Versammlung und begrüßt die Anwesenden besonders Se. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Freund, welcher es iri liebenswürdiger Weise übernommen hatte, anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. leinen vaterländischen Vortrag zu halten. Der Vorsitzende bedauert außerordentlich den schlechten Besuch der Versammlung. Hierauf verliest der Schriftführer Kollege Marcus das Protokoll der im Februar staltgefundenen Mitgliederversammlung, dasselbe wird von der Versammlung genehmigt. ..- Anschließend hieran erstattet Koll. Coldmann den Jahresbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr 1915 und führte folgendes aus: Der; Krieg, welcher die Welt noch immer erzittern läßt, lastet schwer auf Handel und Wandel, insbesondere hat das Handwerk dies erfahren -müssen, so auch ein großer Teil unserer Mitglieder. Viele Betriebe liegen still oder fristen ein kümmerliches Dasein. Ein großer Teil unserer Mitglieder steht unter den Fahnen. Im vorigen Jahre waren es 7, mit Ablauf dieses Geschäftsjahres sind es 21, also mehr als ein Dritte . Nächst unserem Kollegen Max Fränkel ist auch neuerdings dem Koll. Jul. Blumenfeld das Eiserne Kreuz'verliehen worden. Kollege Fränkel, welcher auf Urlaub ist und der Versammlung beiwohnte, wird vom Vorsitzenden nochmals besonders herzlich begrüßt, der Vorsitzende gibt dem Wunsche Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, mjt den noch draußen stehenden Mitgliedern gesund und munter nach beendetem Kriege, der mit Gottes Hilfe bald sein Ende erreichen möge, zu uns zurückzukehren, und später mit helfen möge, das Handwerk, unter den Juden den Platz zu erobern, der ihm gebührt. Bevor ich in dem Bericht fortfahre ist es mir ein großes Bedürfnis dem Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Juden in der Provinz Hannover den aller- , herzlichsten Dank abzustatten für die tatkräftige Unterstützung, die er den Mitgliedern unseres Vereins in der Kiiegszeit »at zukommen lassen. Der Zuschuß betrug bis?um Abjaur des verflossenen Jahres M. 1497,50. Möge es dem Verein vergönnt sein unter seinem hochverehrten Vorsitzenden, Herrn Senator Justizrat Dr. Meyer weiter in segensreicher Tätigkeit an der Hebung und Ausbreitung des Handwerks unter den Juden zu wirken. Der Verein zählt heute 56 Mitglieder, aufgenommen' wurde keins." Leider ist uns durch den Tod ein liebes- Mitglied entrissen worden, Herr Sammy Schnelling fand im Westen den Heldentod, der so. früh Verschiedene hat für unsere Bestrebungen stets warmes Interesse gehabt und werden wir ihn stets in ehrender Erinnerung behalten. Während des verflossenen Jahres fanden 7 Vorstandssitzungen und 4 Mitgliederversammlungen statt. Bei' vielen Mitgliedern wird nun die Frage auftauchen, hat der Vorstand voll und ganz seine Pflicht getan, hätte nicht allmonatlich eine Versammlung stattfinden müssen? Man sollte beinahe dieses bejahen, wenn man der Sache nicht auf den Grund geht Wie ich aber bereits anfangs erwähnte, stehen 21 Mitglieder unter den Fahnen und größtenteils diejenigen, welche an unseren Beratungen regen Anteil genommen haben. Wir haben alles mögliche versucht die Tagesordnung interessant zu gestalten, aber immer mit denselben Resultaten, die Versammlung vor leeren Tischen und Stühlen abzuhalten, dieses trägt nun grade nicht dazu bei öfter Versammlungen -anzuberaumen. Demnach ist nur die Interesselosigkeit der Mitglieder daran schuld, dieses ist hoffentlich aber nur eine vorübergehende Erscheinung. Ich richte aber an Sie, liebe Kollegen, die dringende Bitte, pünktlich zu erscheinen, der Vorstand allein kann einen Verein nicht hoch halten, wenn die Mitglieder abseits stehen. Trotzdem ein großer Teil unserer Mitglieder mit ihren Beiträgen sehr im Rückstände ge- 1

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