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Handwerk und Gewerbe · 1916-03-01 · 1. u. 2. März-Heft · p. [Seite]

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. März-Heft
Date
1916-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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I. u. 2. März-Heft 1916 |; 8. Jahrgang Deutschlands Verlag: Dr. Bäsch & Co., G. m. b. H., Berlin, Nassauische, Straße 24. Jahresabonnement für Nichtmitglieder 4,80 Mark. 'OO Erscheint am Mittwoch nach dem 1. jeden Monats. Inhaltsverzeichnis: ,We« zum Erfo1« itn Handwerk. Bucherschau. Vom Nachlasse Gefallener. Aus den Vereinen. - Umschau. Der Weg zum Erfolg im Handwerk. . Von * I (Nachdruck verboten.) Zu dem Erfolg, daß man im Handwerk nicht nur was für die Tage der Not und des Alters zurücklegen kann, gehören drei Notwendigkeiten, nämlich: Fachbildung, Geschäftssinn und Lebensklugheit. Wer diese drei Eigenschaften nicht besitzt oder wem auch nur eine von ihnen fehlt, der soll sich nicht selbständig machen, sondern lieber in seiner abhängigen Stellung als Gehilfe verbleiben. Wie 'mancher Mißerfolg, wie manche bittere Erfahrung bleibt ihm dann erspart! Geht es ihm dann in seinem Arbeitsverhältnis auch nicht immer so, wie es ihm gehen möchte, so geht es ihm doch noch hundertmal besser, als dem seiner Selbständigkeit nicht gewachsehen Handwerker. Dieser schadigt obendrein noch seine tüchtigeren Kollegen und sein ganzes Handwerksfach, indem er dessen Ansehen herabdrückt und durch Unterbieten der Preise diese auf einen Stand herunterbringt, daß auch der tüchtigere Handwerksgenosse nicht mehr das ihm zustehende Auskommen findet. Wer aber im Handwerk schon selbständig ist, sollte in den erwähnten drei Eigenschaften sich immer mehr zu vervollkommnen suchen. Unter Fachausbildung ist die Fertigkeit zu verstehen, in einem Handwerksfache die Dinge und Verhältnisse richtig beurteilen und alle vorkommenden Arbeiten dieses Faches auf das vollendetste herstellen zu können. Der Handwerker muß sein Fach bis ins kleinste hinein meisterhaft beherrschen, wenn er selbständig werden will; es sollte keinen Handwerker geben, der nicht auf den Meistertitel und die Kenntnisse, die er heute als Meister nachweisen muß, großen Wert legt. Es genügt keineswegs, daß ein Handwerksgehilfe mit nur mittelmäßigen Leistungen sjci schon für die Selbständigkeit als Meister reif hält,, sondern derjenige, der sich im Handwerk selbstfindig machen will muli etwas den Durchschnitt Uebersteigendes leisten körrnen; er muß ein kleiner Künstler in seinetin Fache sein, sodaß er schar mit seinem |Können dem PubIikura^--«upoiiiert und es so nicht nötig hat, immer die „billigsten" Preise zu stellen. Bleibt nun aber der Handwerksgehilfe, der sich selbstständig machen will, gar unter dem Durchschritt i'n seinen Fachleistungen, dann ist der „Pfuscher" der überall die billigsten Preise stellt und doch, niemand zur Zufriedenheit bedient, fertig. Er schädigt die Tüchtigeren in « einem Fache nicht nur dadurch, daß er die Preise verdirbt, SDndern auch, daß er den Respekt vor seinem Erwerbsstahde und dessen Leistungen untergräbt. Beschäftigt er Arbeitskräfte in seinem Handwerk, so wird er deren Löhne unnüt :erweise nur herabdrücken und so die Unzufriedenheit unter der Gehilfenschaft im" allgemeinen fördern; er stört das gute Einvernehmen, das zwischen Prinzipal und ^Angestellten, zwischen Meister und Gehilfen im! ganzen Fache herrschen könnte. „Störer und Pfuscher" j wurden deshalb früher solche Handwerker mit minderwertigen Fachkenntnissen nicht ohne Grund genannt, j .. Die zweite Eigenschaft, die wir als Notwendigkeit auf dem Wege des Erfolges anführten, ist Geschäftssinn. Gerade hierin fehlt esllden Handwerkern von heute noch sooft. Zeit ist Geld! Reden ist Silber! Schweigen ist Gold! das müßte in jeder Arbeitsstätte, in jedem Geschäftslokal angeschlagen sein und danach -müßte man bei

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