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Handwerk und Gewerbe · 1916-02-01 · 1. u. 2. Februar-Heft · p. Seite 232

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. Februar-Heft
Date
1916-02-01
Page
Seite 232 (sequence 10)
Language
German
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2;c HANDWERK UND GEWERBE 1. u. 2 Februar-Heft Gespannt lauschen wir alle seinen Worten. Selbst der Feldgendarm, der die Stelle eines Küsters versieht, hört diesen für ihn ganz unbekannten Dingen aufmerksam zu /Dann folgt das Maarivgebet „Gut Schabbo," schallt es dann durch die Kirche. Man begrüßt alte und neue Bekanute und tauscht Erinnerungen aus. Der Pred ger bittet uns, noch einen Augenblick zu. verweilen: er | hat uns mancherlei mitgebracht. Zwar sind es nicht wie am; Chanuka Liebesgaben, dife uns die Agudas Jisroel-Jiigendgruppc Frankfurt sandte, aber ebenso begehrte geistige Liebesgaben. Zuerst erhält1 ein jeder einen der schönen Feldbriefe der Agudas Jisroel-Jugendorganisation. Dann verteilt der Prediger Zeitungen. Am begehrtesten sind die Frankfurter Blätter: .•Famthenblatt und Israelit, denn die Angehörigen unserer Division sind hauptsächlich aus dortiger Gegend. Dann folgen noch Spezialwünsche. Der eine will sein Berliner, der-andere sein Kölner Blatt haben, und fast immer kann der Prediger den Wunsch erfüllen. Mit nochmaligem „Gut Schabbos" und „Auf Wiedersehn" trennten wir uns. Einige Kameraden und ich versammeln sich dann noch in der Wohnung eines Kameraden. Einer von uns ist erst vor ein paar Tagen vom Urlaub zurückgekommen. Er hat .Datscher und Koscherwein mitgebracht, und so hören wir noch, ganz wie zu Hause, Kiddusch. Zu später Stunde trennten wir uns. alle beseelt von dem Gedanken,, recht bald diese schönen Freitag Abende wie ler im trauten Kreise unserer Angehörigen zu fejern. Frankfurt a. M. (Höchstpreise für Mazzos). Bekanntlich wird in diesem Jahre der gesamte Mehlbedarf für die Herstellung von Mazzos den Bäckereien durch die „Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, E.V" geltefert. Hierbei ist gemäß Verfügung der Reichsgetreidestelle auch die Preisfrage geregelt worden. Die Bäckereien dürfen hiernach! die Mazzos an das Publikum nie t teurer als bis zu 12' ■ Prozent über ihrem vorjährigen durchschnittlichen .Verkaufspreis, keinesfalls aber über 65 Pfennig pro Pfund verkaufen. War also beispielsweise der Durchschnittspreis einer Bäckerei im Vorjahre 43 Pfennig, so darf in diesemjahre nicht mehr als höchstens54 Pfennig genommen werden; war der vorjährige Preis 60 Pfennig, diesmal dennoch nicht mehr als 65 Pfennig. Die Erhöhung von 12'. Prozent entspricht nach gewissenhafter Schätzung der in diesem Jahre naturgemäß eingetretenen Steigerung der Gestehungskosten. ftBCPO'SNpoo _ ~ _ T.''r,ir,..iÄ'.">c,,M*-c,:r,MÄ,'"'C,,uC'OC'® Bücherschau, m 'S Hill It »««O&C'O'MC'Ci " OB"C,OCOC,COC''i''e Die armenische Frage. Von C. A. Bratter. (Concordia 1 Deutsche Verlags-Anstalt, Berlin SW 11) Preis : 50 Pfennig. Das konnte nicht ausbleiben! Nachdem die öffentliche Meinung im Auslande mit „German ^trocities" übersättigt war, mußten die Engländer für nene Flammenherde sorgen, Ohne sonderliche Anstrengung griffen sie auf ein altes, bewährtes Repertoirstück zurück und holten aus den Geheimkammern der englischen Orientpolitik die" „armenischen Ireuel" hervor. Diese Methode der Engländer kennzeichnet der durch igjährigen Aufenthalt in der Türkei mit den Zuständen Armenien wohlvertraute Verfasser in der kleinen Broschüre Und weist nach, dal) die armenischen Revolten von Engländern Russen angezettelt sind. Auch gegen den bekannten Schweizer Aufruf findet der Vc rasser treffliche Worte. | Girilliver's neue Reise. Von Dr. M. Ascher. (Concordia. Deutsche Verlags-Anstalt, Berlin SW H.J Preis: Geheftet M. 1,50, gebunden M. 2.50. „Guilliver's neue Reise" ist ein selten schönes Werk, voll an tiefen Gedanken und herzerhebenden Ausführungen. Der Leser findet darin wahre Erbauung und eine unversiegbare Quelle der Weisheit und des Rats in allen Lagen und Verhältnissen des Lebens. So wie Guilliver einst im Reich der Zwerge und im Reiche der Riesen seine Abenteuer hatte, so führt ihn j-.tzt das Geschick in das t Reich der Lachenden und in das der. Weinenden. Es ist Risolja, das Reich der Lachenden, welches an ihm seine Zauberkraft ausübt und auch uns in i seinem Bann gefangen hält. Die gegebenen Ideen über Erziehungskunst, Armenwesen, Naturwissenschaft, Philosophie und Religion, über Krieg und Frieden, die Ehe, die Stellung der Frau, Kohzentrationskraff, Kunst, Zeit und Ewigkeit regen mächtig an und gewähren große Befriedigung. Das Buch w l uns in ernster Zeit lehren, wie wir die Freuden dieses Sems nach Gebühr zu schätzen haben, wie wir uns von den kleinlichen niedrigen Sorgen freizuhalten und zur wahren Glückseligkeit erziehen können. Es verfolgt den Zweck, die Mahnung in die Welt hinauszurufen: „Laßt Sonnenschein hinter euch, laßt Sonnenschein hinter euch!" /Von Paul Lehmann. (Kart. M. 2—, geb>M. 3, Otto ' «endel )• \ Der lebendige Baum. Verlag Hille a. S. , Der Verfasser des „Akabjah" und „Akabjah-Ruf" hat auch in seinem neuesten Werk wieder ein Buch von vollendeter Formenschönheit für die gebildeten Kreise gespendet. Aus engen Gassen. Von Salomon Dembitzer. Verlag C. A- •Schwetschke & Sohn, Berlin W57. Kart. M. I,50. Luxusausgabe'M. 8,—. . . J i Der durch seine Ghettoschilderungen wohlbekannte Verfasser bringt auch hier wieder reizende jüdische Skizzen. Jüdische Kriegstrophäen von Judäus Verlag M.W.Kaufmann, Leipzig. 6"f ai,Zl'r,'Ä"Si,|jm.",i,l ij 0 i= .......; r.iCi'"'CN,r.iC'c.'iiii'ffih,TMCs~pCiCiCO|,i^~'C|MTi'i!i =i D C« iCMi^r'C'CHBociOi^^ Unterhaltüngsteil. Lied des Blutes. k Du Bruder im Dunkel, was drängt mich zu Und drängt auch Dich, ich fühl' es, zu mir? Du kennst mich nicht, und ich kenn' dich nicht, Doch etwas in unserm Herzen spricht : Der ist Dein Bruder! Den jiebe! Und das kann nicht von gestern und heute s Ich iwürd' nicht so Sieger und Beute seih! Ist anders als Freundschaft und Liebe'und Treu, Wie von Uranfang her und doch wie'derUteu Dein Blut und mein Blut sind Brüder! Vor fünftausend Jahren — besinne Dich doch — Trug mein Ahn' und Deiner ein Sklavenjoch! Und vor dreitausend Jahren in Qual und Not, — Denkst Du's nicht mehr? — Dein Ahne bot Meinem den Labtrunk der Liebe!. Bruder, wie dunkel mein Herzblut rauscht! Ich ftihl's, wie dein Ohr seinem Raunen lauscht, Und wir hören beide das gleiche Lied, Wie damals, da Ahn' bei Ahn' gekniet: | E i n Gott drohte beiden vom Himmel. Und der Sturm verweht, es lischt die Glut, J. Und Leid wird Lust: doch Blut bleibt BlutÜ Und ein Tropfen in mir und ein Tropfen in Dir Wissen : Brüder, Brüder sind wir, Brüder aus einem Dunkel. .... Hugo Salus*) *) Aus Hugo Salus „ülockenklang", München bei Albert Langen. Annoncen-Annahme und Verlag: Dr. Bäsch & Co., G. m. b- H., Berlin-Wilmersdorf, Nassauische Str. 2A. - Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Carl Bäsch, Wilmersdorf \- Druck D. Feilchenfeld, Berlin SW 19, Beuthstr. 19.

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