Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. Februar-Heft
- Date
- 1916-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I. u. 2. Februar-Heft 1916 Verlag: Dr. Bäsch & Co., G. m. b. H., Berlin, Nassauische Straße 24. Jahresabonnement für Nichtmitgliedej 4,80 Mark. OC? Erscheint am Mittwoch nach dem 1. jede n Mot^ts. nhdltsverzeichnis: M Verefaigung Futtkainerf über c chau. -- Unterlialtungsteil. jüdischer Hand\xerk<-rvereine Deutschlands'und Oesterreich-Ungarns. ~- Goi ie Ostjudenfrage. - Verbaiidsnaclirichten. - Aus den Vereinen. - Unischat verneur von Bucher- Eine Vereinigung Handwerkervereine jüdischer Deutsch- Schlachtfeldern lassen mit voller Zuversicht die Morgenröte ands u. Oesterreich-Ungarns. Wenn auch jec e intensive nüsjsen wir beim Anbrjuch der gegenüber nes des Zentral - erker Deutschlands Das Januarheft des offiziellen Orj Verbandes selbständiger jüdischer Hamb Handwerk und Gewerbe" brachte einen für unsere Bewegung uHerst wichtigen Artikel über politische 2ukunftsfragen von Dr. Carl Bäsch-Berlin. Der Verfasser macht den Vorschlag die Tätigkeit des jieichsdeutschen Zentralverbandes nach Oesterreich auszu- ** L J ' |- dehnen um eine brüderliche Vereinigung mit unseren jüdischen Handwerkervereinen zu erzielei. Im Schlußsatz der trefflichen Ausführungen heißt es: Wir sind der Meinung, daß nicht nur dem Stande in Deutschland großer Nutzen und viel Ehre aus dieser Vereinigung erwachsen würden, sondern daß sie eine politische bedeutsame Handlung von großer Tragweite und bedeutenden Folgen sein könnte. Der Oedanke, uns mit unseren reichsd;utschen jüdischen Standesgenossen in der Zukunft zu verbinden, hat auch uns vorgeschwebt. Es fehlt uns jedoch eine Zentrale unserer österreichisch-ungarischen Handwerkerverbindungen, welche diesen Gedanken zu verwirklichen hätte. Gerade als wir darangingen den Zentralverband zu gründen und ein Exekutivkomitee zu diesem Zwecke bereits gewählt war, brach der Krieg aus. Bald waren die Reihen unserer Mitgliedschaft stark gelichtet. Das Handwerkzeug; wurde mit den Waffen vertauscht und die Braven gingen um für die Ehre des Vaterlandes zu streiten und zu sterben. Die bedeutenden Erfolge unserer verbündeten Armeen auf den verschiedenen de,s siegreichen Friedens sichten Vereinstätigkeit vor der Hand gehemmt ist trotzdem an die Zukunft denken um Frieclenszeit den veränderten Verhältnissen gerüstet zu sein. Mit brüderlichem Vertrauen erfassen wir die dargebotene Rechte unserer reichsdeutschen Stammes¬ und Standesgenossen. Wir sind dessen sicher, caß beij uns für den Zusammenschluß alle und niemand d£gegen sein wird. Vorerst muH jedoch wie bereits erwähnt der Zentral verband unserer Vereine festgefügt dastehen damit in allen Punkten die Einmütigkerf der Meinungen herrscht Der Herr Dr. Bäsch meint auch, daß wir jüdische Handwerker Oesterreich-Ungarns berufen sind i i gemischt- Parteihader Monarchie sprachigen Gebieten als Mittler des Friedens im zu wirken. Wer die Verhältnisse in unserer kennt, wird sich diesbezüglich keinem besonderen Optimis mus hingeben. Es ist richtig, daB der jüdische Handwerker im engsten Verkehr mit seinen Mitbürgern änderet Kpnfession" und anderer Zunge steht. Die Erfahrung lehrt uns jedoch, daß das Hervortreten der Handwerker in der. Ortspolitik nicht zu empfehlen ist. In den Parteikämpfen findet man, daß der Jude im allgemeinen durch seine Veranlagung einmal ins Parteigetriebe hineingerissen mit besonderem Eifer seine Anschauungen verficht. Dort wo es berufene jüdische Kollegen gibt soll?!«- sie bemüht sein friedenstiftend zu wirken. Um haben muß man sehr umsichtig sein und alle Umstände berücksichtigen. Ueberhaupt soll unser ganzes Bestreben dahin zielen, Gegensätze unter den zu mildern und nicht zu verschärfen. Die erzürnte Oeffent Erfolg zu gegebenen Mitbürgern