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Handwerk und Gewerbe · 1915-10-01 · 1. u. 2. Oktober-Heft · p. Seite 200

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
8 (1915)
Issue
1. u. 2. Oktober-Heft
Date
1915-10-01
Page
Seite 200 (sequence 10)
Language
German
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200 HANDWERK UND GEWERBE r. u. 2. Oktober-Heft harn Kaminkes. Die hatten, trotz mancher Reibereien, auch! das Gleiche im Sinn. So waren die Kinder in Gedanken schnell verfreit. Nur wissen brauchten sie's für's Erste im cli nicht . I Uebermütig, wie bisher, konnte die hübsche blonde i Uc' Kaminke dem schwarzen Nathanael die Zunge heratrsbKVken, wenn er höflich die Mütze vor ihr zog, oder dtem Nachbarssohn, dem lustigen Böttcherkarl, zublinken, daßl er dem mit frischgebackenen Kuchenblechen daherkommenden, sein altes Spottlied gerad" ins Ohr pfeife, während Js«e selbst mit ihren Händchen den Takt dazu klopfte. War.um.sich nur Nathanael gar nicht vorstellen konnte, daß iSara Rubensolm-je so etwas tüte! Freilich die hatte von kleinauf ernstere Dinge im Kopf haben müssen ohjne Mutter bei dem launischen Vater und immer die Sorge um's Brot v>>r der Tür. Aber er er hat's doch gut gehabt sein Leben 'lang, warum nur konnte er doch nie, wie die Andern:- Aber die Andern hatten alle Vater und •Mutter undjunge Geschwister. Ejne Schwester wenigstens hatte er in Sara gefunden. W© er selbst aber nur hergj?- I mimen- Nie hatten die Nonnen ihm etwas darüber erzählt, so oft er auch fragte. ,1 ' Eines Sonntag Vormittags, um die Zeit, da man geradle wieder, wie einst den ()stermarkt abräumte, waren die K'anisius in die Kirche gegangen und ihr Pflegesokn mußte Allein das Geschäft hüten; Da tratder'WachtmeisterBujakowitz üi den Laden, den Sonntagskuchen für seine Trau einzukaufen. . Freundlich wie stets legte er dem jungen Menschen die Hand auf die Schulter: „Ja, ja, er hat's weit gebracht. Utzt muß man wohl gar bald „Hen" sagen zu^ ihm seit er solch ein feiner Meisterssohn geworden. Hätt ich mir auch nicht träumen lassen, als ich ihn damals in seiner, jämmerlichen Schachtel gebunden. Fünfzehn Jahr' sind's auf den^ Tag;" und er wies durch das schmale Schiebefenster hinaus ,.grad" wie heut' beim Markträumen unter all dem ver-j gessenen Krempel und Gelumpe." Der Knabe horchte mit glühenden Wangen hoch auf und starrte den Mann an, als habe er ihn noch nie gesehn. Sein Atem ging keuchend, und kaum konnte er die Frage h:rauswürgen: „Und meine Eltern? habt Ihr sie gekannt' wo waren denn die? wo sind, sie jetzt?" Bujakowitz zuckte die Achseln: „Wer kann's wissen. Hat Kinder genug, das lüderliche Marktvolk. Wollt' wohl gern eins los sein. So'n kleines zumal -- wenn Eins so von Ort zu Ort ziehen muß." An dem Tag konnte der Junge keinen Bissen hinunter bringen, so prachtvoll der Sonntagsbraten auch duftete. Sobald das Geschäft still.geworden, schlüpfte er heimlich davon, zu Sara hinüber. Hastig zog er sie aus der niedem Werkstätte, in der ihr Vater stichelte. Verwundert folgte sie ihm, der noch kein Wort sagen konnte von dem, was in ihm war. Schweigend, aber Hand in Hand gingen sie die schmale Holpergasse hinunter durch das enge Stadttor zum Weichsetufer. Das geschäftige Treiben der abziehenden Marktleute dort, das Fluchen der polnischen Flissaken — Nathanael kannte es von je und je aber ganz, ganz anders schien ihrn heute das alles. (Fortsetzung folgt.) Glaube. Wepn träumend ich im Graben lag, Der Wald war grün umlaubt, An ■solchem sel'gen Frühlingstag Hab' ich _an Dich geglaubt, ' Daß Du voll Güte früh und spät Und zarter- Liebe voll; Und jubelnd dann ein Dankgebet Aus meinem Mund entquoll. Und wenn auf dem" Gebirgskamm mich Dein wilder Sturm umbraust Und mich durchschauert fürchterlich Und mir das Haar zerzaust, Dann glaube ich an Deine Macht Üiid Stärke sonder Spott. Und schöner als in Frühlingspracht Erscheinst Du mir,1 mein Gott! r Doch wenn in Winterruhe liegt Das Land, gehüllt in Schnee, Wenn krächzend nur die Krähe fliegt, Sonst alles tot ich seh, Dann stehst Du vor mir riesengroß, Ganz wie Du wirklich bist. Ich Weiß, daß Ewigkeit Dein Los, Meins aber Sterben ist. > ■ Ludwig Franz Meyer. (Gefallen am 'k Mai bei. Lovric/).?'|-|''r'C.'C'OOOC^"'C^TH'!>,>^ i in IS Bücherschau. i* & 6 i§'&iMR'C|ii"tOi«i'Cl|Ci'^^ Unser Kaiser, ein Sendbote Gottes. Predigten zum Allerhöchsten Geburtstage! Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I und aus anderen patriotischen Anlässen. Von . Dr. Faerber in Mährisch-Ostrau. Selbstverlag des Verfassers. (I Mark). Diese Reden bilderi einen schätzenswerten Beitrag zur gegenwärtig reich anwachsenden Predigtliteratur. Sie zeichnen sich durch geschickte "Wahl und treffende Vorarbeitung des Textes, durch Gedankenreichtum und ebenso edle wie gemütsvolle Sprache aus und sind vom Geiste inniger Liebe zum Judentum und zum Vaterlande des Verfassers getragen. Sie bieten ein schönes und ansprechendes Bild des erhabenen Monarchen des uns verbündeten Landes und werden darum auch in unserer Mitte nicht ohne Befriedigung und Anregung gelegen werden. Länder und Völker der Türkei. Schriftensammlung des Deutschen Vorderasien Komitees. Herausgegeben von Dr. Hugo Grothe-Leipzig. Verlag von Veit & Co. in Leipzig. Jedes Heft —,50 Mark. Es sind weiter erschienen: Arabien und seine Bedeutung für die Erstarkung des Osmanenreiches. Von Dr. Max Roloff- Breslau. Die deutsche Forschung in Türkisch-Vorderasien. Von Prof. Dr. Fritz Regel-Würzburg. Die Juden der Türkei. Von Davis Trietsch-Berlin. Wh" weisen wiederholt auf diese Broschüren-Folge hin. Der Leser bekommt einen Einblick in überraschende Tatsachen und Entwickejungen, die nie interessanter und wichtiger waren als im gegenwärtigen Zeitpunkte. Besonders dürfte unsere Leser das Buch von Davis Trietsch interessieren, dessen unlängst gehaltener Vortrag den Berliner Mitgliedern wohl noch im Gedächtnis sein dürfte. Der Preis für die Bücher ist billig, die Aufmachung sehr geschmackvoll. Annoncen-Annahme und Verlag: Dr. Bäsch & Co., O. m. b. H., "Berlin-Wilmersdorf, Nassauische Str. 24. — Verantwortlich für-die Redaktion: Dr. Carl Bäsch, Wilmersdorf. - Druck: D. Feilchenfeld, Berlin SW 19, Beuthstr. 19.

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