Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 8 (1915)
- Issue
- 1. u. 2. September-Heft
- Date
- 1915-09-01
- Page
- Seite 190 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4883069-5771066-5771118--111-4883576- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
\ 196 HANDWERK UNI) GEWERBE 1. u. 2. September-Heft .liemh. Trier, Frankfurt a. M. Mendelssohn, Landsturm-Bat. ->en. Mpnz, Piouier-Bat. 26. Dr. Fleischhauer, Rernspr.- [Voppel-Zug 1 19. Blau, Ostrowö. Rieh. Wolfssohn, ituBartl'.-. RgL o. Krimer, Röckenhausen. Dr. Comvanl, Gi Hingen. Dr. Jacobs« >l i, hssen. Karl Weil, Düsseldorf. Df. Levy, nT;-Rßt. 39. Karl'Mifhei, Cöln. Jnl. Arnfeld, Hannover. Mav Nordwjafd, Dortmund. Anker. Berlin. Fritz Lew, Paul Prager, Berlin Cöln. Fritz Tuteur Alfons Metz. Jiäiribürgef, Re-.-nuV-Rgt. 220. Ernst Ortlieb, Inf.-Rgt. 114. Dr. Mamieberg, Oppeln. Zum Oherleutnant befördert: Erich Adam, Thom. Mart i. |afic, Berlin. Struck, Frankfurt a. M. /u bayrischen Majoren befördert: Siegfried I. smann. Dr. L..l'>l>). Ii Melierbaum, München. Die Rute Kreuz-Medaille 3. Klasse wurde veiiehen: Hh r>chw .-;> r Emma Gottschalk; Schwester Julie Grajowski, ix'vle ..Iis < juesen. '! Albert Ballin, Generaldirekt'>r der .Hamburg-Arnerikal'.ia.ic, erhielt für seine Verdienste »m die deutsche Kriegs- Ivureitschaft das Eiserne Kreuz 2 Klasse am weilteni Bande; Dieselbe Auszeichnung erhielt Dr. Alfred'Berliner, Mitglied \es Aufsu htsrates der Siemens & Halske A. G.. \i.ierikanische Juden lehnen die. Lieferung vori Munition an die Entente ab. Aus St. Louis meldet „The Htbrew": George \V. Heller, dtr Besitzer eines hiesigen Stahlwerkes, hat Anfang JunLeinen unbegrenzten Auftrag der französischen Regierung auf Schrapnells abgelehnt. Die Bestellung hätte wöchentlich auf 90000 Dollar gelautet. Mr. Hellet] lehnte den Auftrag aus < )pposiriori gegen den Krieg ab". Einige läge früher hat ein anderer amerikanischer Jude aus derselben Stadt, Theodore Phillips, eine Bestellung im Werte von 9ÜUOO0 Dollars auf Maschinen zur Herstellung von Kartätschen abgelehnt. •■'/." Bekanntmachung des deutschen Oberbefehlshabers an die Bürger von Warschau. , ' i Einwohner von ' Warschau! j Cure Stadt ist in deutscher Gewalt! Aber wir führen Krieg; nur gegen {feindliche Tfuppen, klli u gegen friedliche Bürger. werden. Ruhe und < )rduung soll gewahrt, (las Recht geschützt I..H ■ I *" Iiichen Ich erwarte, dali Warschaus Bürger keine, feiiu Handlungen unternehmen, dem' deutschen Rechtsgefihl yer- Vauen und den Anordnungen unserer TruppenbefeHlshaber Folge leisten werden. Der deutschen Heeresleitung ist aber bekannt geworden, daß der Feind Anschläge gegen die Sicherheit unserer Truppen in Warschau vorbereitet hat. Darum bin ich gezwungen, die Häupter und angesehensten Bürger der Stadt als Geiseln zu nehmen, die mir für die Sicherheit der Truppen bürgen. Ah Euch ist es. das Leben dieser Eurer Mitbürger zu sdhürtzen. Wer darum Kenntnis hat von geplanten Anschlägen irgendwelcher Art, hat im Interesse seiner Mitbürger, wie. der Ruhe und Sicherheit der Stadt Warschau dib Pflicht, solches ungesäumt bei der deutschen Militärbehörde zur Anzeige zu bringen. * ' Die Todesstrafe hat derjenige zu gewärtigen, der sich einer Unterlassung in dieser Hinsicht schuldig maclt.oder gar Anschlägen Vorschub leistet. Der deutsche Oberbefehlshaber. Leopold Prinz v. Bayern Gcneralfeldmarschall. Frankfurt a. M. Der Wir.kl. Geheime Rat Professor Dr. Paul Ehrlich ist in Homburg, wo er Heilung von schweren Leiden suchte, ganz plötzlich aus dem Leben geschieden. Mit ihm ist ein Fürst der Wissenschaft dahingegangen. Seine unvergänglich dastehenden Verdienste um , die Menschheit sichern ihm für alle Zeiten ein bleibendes Gedächtnis bei allen Völkern. Seine Bestattung, die auf dem israelitischen Friedhof der Frankfurter Gemeinde stattfand, »gestaltete sich zu einer außerordentlichen Kundgebung für den grölten Forscher, der auch als Mensch sich der ungeteiltesten Zuneigung aller erfreute. •Louis D. Brandeis Boston hat seine Yacht „Sisilina", die einen Wert von Hunderttausenden Dollars besitzt, dem Hilfswerk für Palästina zur Verfügung gestellt. Brandeis ist ein/bekannter amerikanischer Philantrop und als führender demokratischer Politiker ein persönlicher Freund des Präsidenten Wilson.. Berlin. Dcr Verband der Deutschen Juden versendet zum Rausch ha-Schana Fest wie zum Passah- und Schowuausfest ein Heft als „Gruß der Feldrabbiner an die jüdischen Kameraden im deutschen Heer" ins Feld.' Das Heft enthält Aufsätze fast aller Feldrabbiner und einige Gedichte. Die Schrift wird gewiß allenthalben von den jüdischen Soldaten draußen mit Freude begrüßt werden, wie das nach zahlreichen Briefen aus dem Felde bei den vorangegangenen Heften der Fall gewesen ist. — Gemeinden und anderen Körperschaften sowie allen, die an Angehörige im Heer Exemplare versenden wollen, stellen solche auf Wunsch im Büro des Verbandes der Deutschen Juden, Berlin W 35, Steglrtzerstralte 0 zur Verfügung. Jüdisches Elend in Kurland. Der Jüdischen Rundschau entnehmen wir folgenden Brief. . . . „Als.ich in Riga angelangt war, fiel mir gleich auf, wie sehr sich der Anblick der Stadt geändert hat. In den Straßen sah man ein trauriges Bild abgehärmter Juden, die, ihr ganzes Vermögen in ihren zwei Händen, herumlungerten. (In der Stadt hielten sich damals 50 000—60 000 zuge- » wanderte heimatlose Juden auf.) Fast alle Juden hatten nur so viel von ihrem Eigentum mitgenommen, wie sie tragen konnten. Juden, gestern noch wohlhabende Hausbesitzer, freigebige Spender und in ihren Ortsgemeinden angesehene Männer, kamen zu den Hilfs- . komttees und baten um Unterstützung. Die Heimatlosen berichteten mir über unerhörte Verbrechen, die man an ihnen begangen hat. Nachdem ich die Aussagen geprüft und mich von ihrer Richtigkeit überzeugt habe, kann ich sie der Oeffentlichkeit übergeben: In der Funderstralte 21 befanden sich mehr als zwanzig Juden aus dem Städtchen S. im Gouvernement Kowno, die vor ihrer Ausweisung von den Kosaken mißhandelt wurden, ohne daß die Juden nach dem Grund fragen durften. Als ich die Juden in Riga traf, steckten sie fast ganz in Verbänden. In solchem Zustande mußten sie zu Fuß nach Riga kommet!. Dieselben Juden erzählten, daß auch viery Juden eines anderen Städtchens von den Kosaken so zugerichtet wurden, daß sie bald darauf ihren Wunden erlagen. Ein jüdischer Frauenarzt, der diese Juden photographierte, wurde unter dem Vorwand verhaftet, er sei ein Spion. Die Städtchen W. und M. sind fast ganz zerstört. Die Einwohner der Stadt M. haben einige Male telegraphisch um die Erlaubnis nachgesucht, nach ihrem Wohnorte zurückkehren zu dürfen, um ihr Eigentum zu holen. Sie erhielten keine Antwort Auf meiner Reise nach Riga traf ich mit einem angesehenen Kaufmann aus Dwinsk (Dünaburg) zusammen, der mir folgendes erzählte: Am zweiten Tage des Wochenfestes fand ich mich mit noch einigen Mitgliedern des Dwinsker Hilfskomitees auf dem dortigen Bahnhof ein, um