Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 8 (1915)
- Issue
- 1. u. 2. September-Heft
- Date
- 1915-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I. u. 2. September-Heft 1915 Deufectilonds Verlag: Dr. Bäsch & Co., G. m. b. H., Berlin, Nassauische Straße 24. Jahresabonnement für Nichtmitglieder 4,80 Mark. }g. Erscheint am Mittwoch na:h dem f. und 15. jeden Mb s. Inhaltsverzeichnis: Eine Rausch haschanah-Betrachtung. - Kriegsverletzte und Krankenv«rsicherung. - Verbaridsnachrictyt«^ * Aus den Vereinen. - Umschau. — Unterhaltungsteil. - Büchersch.u Eine Rausch haschanah- Betrachtung. . Von Dr. Adolph Kohut, Königl. Rat. ■•• (Nachdruck verboten.) Kein einziger der hohen jüdischen Festtage, die den Israeliten daran erinnern, daß er wichtige religiöse und sittliche Pflichten gegen Gott zu erfüllen hat, ist so sehr geeignet, Um- und Rückschau zu halten und zum Denken anzuregen, ^vie der Tag der seelischen Wiedergeburt: Rausch haschanah, das Neujahrsfest. Die Feier des Tages wird bekanntlich durch das Blasen des Schofar begangen. Dahe trägt auch das Fest den Namen Jörn terua „Tag des Posaunenschalls", doch auch eine andere, noch viel wichtigere Bezeichnung kommt hinzu, nämlich die des Jörn hasikaron, d. h. des „Gedächtnistages". Dieses Fest der seelischen Wiedergeburt mahnt uns daran, unsere Herzen zu läutern, indem wir der großen Barmherzigkeit Gottes gedenken, der bis dahin das Volk Israel so gnädig geführt. Mit Recht nennt unsere Religion das Neujahrsfest den „Gerichtstag" (Jörn haddin), an dem der Herr seiner Kinder in Liebe sich erinnert, aber auch der Mensch eine Selbstprüfung und ein Selbstgericht: abhalten soll, um zu edlen Entschließungen und zu einem neuen reinen beben zu gelangen. Der Neujahrstag ist nach unserer Lehre sehung gepriesen und eijgnisse des Judentums demgemäß auch ein Weltschöpfungstag," um Hn Schöpfer der Welt uijd den Lenker der Zeiten tu heiligen Wenn Gott am Neujahrsfest, als die richtendje IV<j>r bedeutende geschichtliche Urin Erinnerung gebracht werden, sowie das Freiheits- und Jubeljahr feierlich begangen wird, in dem der Posaunenschall, den Sklaven Ihre Freiheit und denVerarnten die Wiedererlangung ihres verlorenen Eigentums v erkündet, so ist das diesjährige Rausch haschanah-Fes wie kaum ein zweites se^t d^m Untergang des jüdiscien Staates so sehr geeignet, Jabel zu erfüllen und unsere Ja, die Sonne der Freiheit ist unsere Herzen mit Gemüter zu erheben. mit strahlendem Glan: am Himmel der unterjochten Völker aufgegangen. Die schmählichen Sklavenketten, in die die ruchlosen russischen gekrönten und gekrönten Verbrecher (das Judentum seit vielen J werden, wie es scheint, und.der Tag des Gerichts hunderten geschmiede alle Zeiten gesprengt seinen Anfang genominen. Das Wort Schillers Weltgeschichte ist das Weltgericht" ist wohl nolch so buchstäblich in Eifüllung gegangen. .Nicht a die Russen sind aufs 1 laupt geschlagen, sondern auch die angeblich zivilisieiten Länder Frankreich, Eng und Italien, die sich mit der. verkörperten Rohheit /und Unkultur verbündet ha Den, schwanken in ihren Grundfesten. Das Gottesgericht wird auch bei [diesen gewissenlosen Anstiftern des Weltbrandes nicht a«s-