Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 8 (1915)
- Issue
- 1. u. 2. August-Heft
- Date
- 1915-08-01
- Page
- Seite 184 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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HANDWERK UND GEWERBE 2. Aimust-flcit Hohn in ihr selbst so einsames Haus geklungen. Zwar fröhlicher und lebendiger würde das von dein fremden Jungen, den sie von seinen ütscliäftswcgen kannte, auch nicht werden. Dazusah der zu still Und fremdartig aus , (FortsdaiBg folgt) "■: - •; ■" j' - 1 - .«' -i tKib<iSO&Oi^ l Ulli Bücherschau. ®m S » «^S^S^iH&^OCS&'S'O . ~M •i^l^,''lr^.m1•!l,|H^.■C'^m',r^l"'IÄlCl''r'i; Der Weltkrieg und das Schicksal des jüdischen Volkes. Von' Binja'min Segel. Preis 1,50 Mk. Verlag von Georg Stilke, Berlin NW 7. Ein Jude ergreift da; Wort, um seine Glauben^geno^i n in den neutralen Ländern über die Ursachen und die Ziele des Weltkrieges aufzuklaren. England hat unter den Juden di r ganzen Welt eine leidenschaftliche, rastlose Propaganda entwickelt, spielt sich als einzig berufenen Verteidiger der Humanität und der Freiheit auf und läßt in allen Tonarten vernehmen, dal! der Sieg der Entente den sieben , Millionen Juden RulSlands bürgerliche Gleichberechtigunj.; bringen werde. Dabei werden die bekannten Verleumdungen gegen die deutschen „Barbaren", „Tempelzerstörei". „Fraue:lsclländer'• und „K ndermörder" in allerlei Tonarten und mit ihr das Land ringsum. da> trotz seiner viele! [sehen Bewohner lange Zeit zur fromm katholischen Krone Poknte gehört hatte, durch einen Beschluß der Großmächte den: preußischen Staat zufiel, der, streng protestäifi seil, keine Klöster, dulden mochte. Auch die armen Nonnen von Sankt Bernkard Ciste - ises sollten das Land verlassen. Vergebens flehten se m Bittschriften an die gestrenge Obrigkeit, wie nötig ui d hebsam ihre von Alters geübte Backkunst der guten Sta.it ' Thorn und der ganzen Gegend wäre, und daß sie doch nichts Anderes von je getan, als sich damit ein lieh u: d redlich ernährt und Kinder treu und liebevoll unterrichtet. Half da nichts fort mußten sie und durften noch . froh «ein, daß ihnen gestattet wurde, ihre reiche Kiosk - mit auf den Weg zu nehmen. Was sie aber zurück- •n mußten und ihren treuen Herzen am .schwersten fiel: das war der Junge! Ihr Klosterkind, das* sie'mit .so I mütterlicher Liebe und Sorgfalt aufgezogen. Und was" sie mit schwerer Sorge um ihn erfüllte aus was für heimtückisch heidnischem Blute er doch Jtimmen mochte keine Strafe um! keine Güte hatte ihn bis atil diesen Tag vermocht, demütig das Kreuz 211 kü^sui in Andacht vor den Heiligen zu knien. Aufrecht blieb er stehen beim Gebet und schlug die' gen gen Himmel, als suche er den Vater droben« Sie . Ibst hatten ihm ja längst verziehen um all seiner sonstigen l'.'ravhcif willen. .Aber die Andern — ach, wenn er ersf draußen stand im Leben und ohne ihren Schutz. Dias konnte ihm dann bös aufgehen. ' . Nun aber, bevor sie von ihm fort ins ferne Bayeriand n, wollten sie ihm ein Geschenk mitgeben, das sein . I cbensglück begründen sollte. Zu dem reichen, aber kinder-r I isen Backermeister Kanisius am. Markt, hatte der Rat, anael zu geben, beschlossen. Da ging die treue hwester Katharina mütterlich wie sie vom ersten Tag an das verlassene ».Kind gesorgt hatte, hin zum Meister Kanisius und sprach lange und eindringlich mit ihm, Und s tzte ihm auseinander, wenn er ihren Pflegline, den Nathanael, nicht nur als Lehrbub', sondern vor Gesetz und Recht kU sein eigen Kmd annehme, so wollten sie ihm das stren» behütete Geheimnis ihrer Pfefferkuchenbäckerei zu Nutz d f rommen der ganzen Stadt und zu seinem eigenen Heil als Pateugeschenk geben: und der Knabe, der kunstvoll und geschickt längst ihnen abgelernt, sollte nun, auch in das Letzte und Wichtigste eingeweiht, selbst den Meister darin unterrichten. , Das gefiel dem Meister gar nicht übel, nachdem er aiueh feine Frau Meisterin dazu überredet hatte, durch Darlegung des reichen Gewinns, den die weit und breit berühmte Herstellung des Backwerks der Nonnen, ihnen verspräche. , Die Meisterin aber freute dabei am meisten, sich auszumalen, wie neidisch »Bäcker Kaminkes Frau von drüben, jenseits des Marktes, nun das Geld in ihres Konkurrenten I laus strömen sehen würde. - Bisher hatte sie selbst immer nur die Andere beneidet; denn erstens war Karninke Obermeister der ganzen ehrsamen Bäckerzunft alibier, und dann hätte das Lachen Mind Tollen von Kaminkes lustiger Kinderschar immer wie f'Annonceii Annahme Und Verlag: Dr. Bäsch & Co., ü. m. b. II., Berlin-Wilmersdorf, Nassauische Str. 24. — Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Cati Basdi, Wilmersdorf. - Druck: D. Feilchenfeld, Berlin SW 19, Beuthstr. 19. variiert. Durch die 'weitv :rzweigte und unaufhörliche-Agitation ist das Urteil .der uden in der ganzen Weltstark verwirrt worden. Es war höchste Zeit, daß. ein Jude seine Stimme erhob. Der Verfasser, der 20 Jahre in Deutschland gelebt, deutsche Kultur und deutsches Wesen von Grund aus kennen gelernt hat, vyiderlegt mit großer Kraft und schlagendem Humor alle . Anschuldigungen gegen die Deutschen, weist nach, was Idie Juden der ganzen Welt Deutschland und seiner Kultur verdanken, und macht klar, was das jüdische Volk von einem Sieg der Entente zu erwarten hätte. ( Erschütternd sind seine Schilderungen der russischen Greueltaten gegen die Juden und der Russenherrschaft in Galizien, die der Verfasser selber mit angesäten hat. , Doch ist der Verfasser weit davon entfernt, einen aus schließlich jüdischen Standpunkt zu vertreten. Er beleuchtet vielmehr den ganzen Komplex der Fragen von sehr hoher Warte. Als Bewohner Galiziens kennt er die russische Politik Deutschland und Oesterreich gegenüber ausgezeichnet und bringt zu ^deren Verständnis neue Gesichtspunkte bei. Herzerquickend sind die Ausführungen über das Wesen des deutschen Militarismus, über den hohen Kulturwert der deutschen Sprache, ferner über Belgien und über das Verhältnis Frankreichs und Englands zu Deutschland. Es ist eine der prächtigsten Widerlegungen der gegen das deutsche Volk geschleuderten Verleumdungen. Jeder Deutsche ohne Unterschied der Religion wird das glänzend geschriebene Buch mit Interesse und Freude lesen und sollte für dessen Verbreitung im neutralen Ausland sorgen. Juden und Deutsche. Eine Sprach- und Interessengemeinschaft. Von Davis Triet.sch. Verlag R. Löwit, Wien 1. 1915. Preis 1,00 Mark. Eine ganz eigenartige Arbeit. Die Judenfrage wird hier in ungewohnter Art behandelt. An der Hand einer eingehenden Statistik weist der Verfasser nach, daß die über die ganze Welt zerstreut wohnenden 14 ' ■■ Millionen Juden durch ihre Sprachgemeinschaft die Interessen der Deutschen im Ausland am besten vertreten. Diese Sprach- und Interessengemeinschaft hat eine hohe politische Bedeutung gerade in der Zeit des jetzigen Weltkrieges. Der Verfasser hat in dieser Arbeit ein ungeheures Material von Tatsachen und Ziffern zusammengetragen und es wäre'iu wünschen, wenn die Schrift von den interessierten jüdischen und nichtjüdischen Kreisen eifrigst gelesen und sich auch im Volke Eingang verschaffen würde. f