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Handwerk und Gewerbe · 1915-06-01 · 1. u. 2. Juni-Heft · p. Seite 166

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
8 (1915)
Issue
1. u. 2. Juni-Heft
Date
1915-06-01
Page
Seite 166 (sequence 8)
Language
German
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166 , ANDWERK UND GEWERBE 1. u. 2. Juni-Heft Wilh. Spatz, Otto Levi; Marburg: Willi Bachfach,W. Höxter; München: A. Schlomann, Jul. Seligsohn^ Leop.' Borchheimer, Benedict Nussbaum; Neuwied: Josef Abraham; Nürnberg: Fritz Neuburger, David Falk, Oskar Lövinsohn; Offenbath: : Paul Glogauer; Ostrowo: Nathan Peiser; Posen: S. Abraham, Max Frankel; Plaschken: Jacob Winkler; Ratibor: Kurt Heimann: Sagan: F. Hesse; Saarlouis: Felix Hanau; Schlutup: Adolf Reiss; Spandau: Gust. Simönsohn; Steinheim: Gust. Hirschland; Straßburg: Dr. Roos, Myrtill Bloch; Stuttgart: Dr. Rosenfeld; Tilsit: Lt. Hugo Ehrlich, Rieh. Hurwitz; Trier: Julius Schiff; Wi-esba'den: -E. Bragenheim, Dr. Jul. Berger; Witten: Emil Ernst; Worms: Rud. Herzog; Zwickau: Kurt Katz; Zülpich: Leo Sommer. Zu preußischen Reserveoffizieren wurden befördert: Jul. Alban, Rössel. Max Berger, Ruß. Alfred Eßlinger, Neidenstein, Alfred Flechtheim, Düsseldorf. Alfred Goldschmidt, Gotha. Die Rote Kreuzmedaille dritter Klasse ist verliehen worden: den Schwestern Marta Kurgan, Argenau. Herta Silberstein, Berlin. Irene Liebrecht, Ratibdr. * . Ernennung zum Feldrabbiner. Der königl. ungarische Landesverteidigungsminister hat den "Rabbiner Hirsch Lebovics zum aktiven Feldrabbiner ernannt. Hamburg. (Zum Gedächtnis der Gefallenen.) Für die im Kriege gefallenen Hamburger jüdischen Soldaten werden auf Anordnung des Vorstandes des Deutsch-Israelitischen Synagogen-Verbandes in der Gemeinde-Synagoge Bornplatz das ganze Trauerjahr hindurch Lichte gebrannt, an welchen •Tafeln mit den, Namen der auf dem Fe de der Ehre gebliebenen 'Krieger befestigt sind. ' "fj : ' I; Professor Adolf Berliner f. Professor Dr. Adolf Berliner, einer der ersten Autoritäten auf dem Gebiete def orientalischen Wissenschaft, ist im Alter von 82 Jahren tri Berlin gestorben. Professor Dr. Berliner, der noch bis in die letzte Zeit als Dozent am Rabbinerseminar zu Berlin wirkte, war im Hauptfach Geschichtsforscher. In den siebziger Jahren machte Professor Berliner, mit Stipendien der preußischen Regierung unterstützt, eine Reise nach Italien, die ihm das Material zu seinen Hauptwerken lieferte. In den großen italienischen und römischen Bibliotheken studierte Berliner die jüdischen Handschriften, die ihm viel wertvolle Unterlagen boten. Auf Grund dieser Reise entstanden die Bücher: „Zensur und Konfiskation hebräischer Bücher im Kirchenstaat" sowie die „Geschichte der Juden in Rom." Als weitere Werke von Bedeutung seien noch aufgeführt: „Der Einfluß des ersten hebräischen Buchdrucks auf den Kultus und die Kultur der Juden" das Buch: „Aus dem Leben der Juden im Mittelalter", ferner „Persönliche Beziehungen zwischen Juden und Christen im Mittelalter", „Targum Onkelos" und „Randbemerkungen zum täglichen Gebetbuch der Juden". Eine Fortsetzung dieses epochalen Buches gelangte am 80. Geburtstage des Gelehrten zur Ausgabe. Professor Berliner stammte aus Obersitzko in der Provinz Posen und war der Sohn eines jüdischen Lehrers. Mit ihm ist der Nestor der Wissenschaft des Judentums gestorben, die gerade in der letzten Zeit unersetzliche Verluste zu beklagen hat. Enver Pascha über die jüdischen Soldaten in der türkischen Armee. (Ein jüdischer Flügeladjutant des Generalissimus.) Ein bekannter Kriegsberichterstatter wurde vom Generalissimus der türkischen Armee Enver Pascha iri Audienz empfangen. Der Oberkömmandant der gesamten bewaffneten Macht der Türkei äußerte sich über die Juden im türkischen Heere wie folgt: Im türkischen Heere ge.- hören die Juden zu unseren hervorragendsten Soldaten. Jeder ist auf seinem Platze, und ihr todesverachtender Heldenmut ist allgemein bekannt. Gegen ihren* Todfeind, die Russen, gehen sie mit geradezu fanatischem Haß los. Es ist nur natürlich, tdaß sich unter unseren Dekorierten auch ungeheuer viel jüdische Soldaten befinden. Schon Während des Balkfnkrieges konnten wir die Heldenhaftigkeit der jüdischen Soldaten wahrnehmen und wir verleihen ihnen auch die höchsten militärischen Stellen. Einer meiner Flügeladjutanten ist jüdischer Konfession. Und erst dieser Tage habe ich zwei Juden zu Obersten ernannt. Ihre Treue ist unerschütterlich und neben den Türken sind sie die besten Soldaten. Auch ihre Intelligenz ist uns von allergrößtem Nutzen. Dieses Zeugnis fällt um so schwerer ins Gewicht, als erst die Jungtürken die Dienstpflicht der Nichtmohamedaner, also auch der Juden, eingeführt haben. [ \ Ein englischer Feldrabbiner über die jüdischen Soldaten. Der Londoner Rabbiner Michael Adler, der die britischen Truppen ins Feld begleitet hatte, ist nach mehrwöchigem (Aufenthalt auf dem .französischen Kriegsschauplatz wieder Inach England zurückgekehrt und schildert nun in der „Times" die von ihm gewonnenen Eindrücke. „Ich fand," erzählt Adrer, „daß ich die Zahl der Juden, die im Felde stehen, weit unterschätzt hatte. Ich hatte eine Liste von vielen Tausenden zusammengestellt, doch traf ich überall noch immer auf jüdische Offiziere und Mannschaften. Wo es nur anging, hielt ich Gottesdienste ab und gab den Offizieren und Mannschaften Anleitungen, wie sie selbst Gottesdienst abhalten könnten. Es machte mich glücklich zu sehen, wie die Juden meilenlange Märsche über die ärgsten Wege nicht scheuten, um mit uns beten zu können. Ich trage auf meiner Feldkappe ein Anzeichen, das in der Armee einzig dasteht — den Schild David's, die ineinander verschlungenen Dreiecke — und daran erkannten mich die jüdischen Soldaten. Ich! segnete Gräbe*r ein, stand Verwundeten und Sterbenden bei und "schrieb Briefe an die Angehörigen der jüdischen Soldaten. Zu dem bevorstehenden Passahfest wird jeder im Felde stehende jüdische Soldat ein Paket Osterbrote und sonstige traditionelle Nahrungsmittel erhalte*. Selbstverständlich ist es nicht-möglich, daß die Soldaten im Felde nur ungesäuertes Brot essen. Eine bekannte, jüdische Familie trägt die Kosten für ein *vonl mir zusammengestelltes Gebetbuch für Ostern, das im Felde zur Verteilung 1 gelangt. Auch arfdie Flotte werden diese Gebetbücher versendet, und so werden die Juden sowohl zur See als auch in den.Schützengräben das Passahfest feiern können. Einen ganz besonders tiefen Eindruck machte! mir die Harmonie, die zwischen den verschiedenen Glaubensbekenntnissen an der Front herrscht. Alle arbeiten zusammen, und man kann von einer Fusion der Konfessionen an der Front sprechen. Von den Spitalseinrichtungen kann ich nur mit der größten Bewunderung sprechen. [Ich habe die verschiedensten. Spitäler besucht, solche, diq in erstklassigen Hotels, in alten Schlössern, in Jesuitenklöstern und auf. den Rennbahnen untergebracht waren. In Etretat ist das Theater in ein Spital verwandelt. An Stelle der Sesselreihen sind Betten aufgestellt worden, in denen die Verwundeten liegen; und zuweilen geben ihnen ihre Kameraden von. der Bühne herab eine Vorstellung. Das Spitalsystem ist überhaupt ein Triumph geschickter Organisation". Der Rabbiner lobt den Heldenmut und die Geduld der Kranken und Verwundeten. ^«■SiQ^C'HiRC^ | Unterhaltungsteil. 1 g jw^&CS&OOCOC'OO« Der Meister. Die Jünger sprachen also: „Hoher Meister, Du sprichst uns stets von unsres Volkes Geist, Der zukunftssicher uns die Wege weist Wir aber sehn ringsum nur kleine Geister,

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