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Handwerk und Gewerbe · 1915-05-01 · 1. u. 2. Mai-Heft · p. Seite 158

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
8 (1915)
Issue
1. u. 2. Mai-Heft
Date
1915-05-01
Page
Seite 158 (sequence 10)
Language
German
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158 HANDWERK UND GEWERBE IM. 2. Mai-Heft schaft interessiert bleiben. Gleichzeitig wird dadurch der Kreditgewährung derNimbus einer Unterstützung genohimen. Die Abfassung des Statuts muß aber so geschehen, daß dadurch eine liberale HandhabungdesGanzen gewährleistet und vor allem auch den Mitgliedern ein Mitbestimmungsrecht in der Verwaltung eingeräumt wird, lerner daß die Kreditgewährung und Rückzahlung nach Möglichkeit erleichtert und die Verzinsung der Kredite unter allen Umständen eine niedrige sein muß., was hauptsächlich durch geringe Verwaltungskosten, sich gut ermöglichen läßt: ' /. Daß wäre in großen Zügen das, was ich zunächst in prinzipieljer Hinsicht zu sagen hätte. Auf Einzelheiten I möchte ich nicht eingehen, denn diese sindTnur durch eingehende Beratung zu erzielen. - j Meine Herren, nicht die Notwendigkeit einer neuen Genossenschaft legt uns die Pflicht auf, etwas Neues zu schaffet!, sondern das Wohl und Wehe unserer Glaubensgenossen. Erhalten wir die um. ihre Existenz schwer ringenden, soerhalten wir sie dem *j|udentuiii und der ganzen Menschheit. . I- Wollen Sie etwas schaffen, so schaffen Sie es bald, aber auch so, daß es seinem Zweck voll I entspricht. Lassen Sie sich nicht durch kleinliche! Bedenken" davon abhalten, aich nicht deswegen, weil schon Verschiedenes besteht, dap sich wohl gut bewährt hat, aben für' diese Zwecke nicht brauchbar ist. Mehr wie je ist Ihre Hilfe notwendig, und wo ein Wille ist auch ein Weg. Unser Verein veranstaltete am 14. März einen Vortragsabend. Herr Kaiserl. Rat Dr. Adolf Köhut sprach über das Thema: „Friedrich der Große und-Kaiser Joseph II. . in ihren Beziehungen zu Juden und judeiiium". Es gibt wohl kaum in Deutschland einen zweiten Redner, der die Geschichte der Juden so geläufig beherrscht wie der allverehrte Rat Dr. Kohut und es war für die Zuhörer eine Freude, seinen Ausführungen lauschen! zu dürfen. In schwungvoller Rede führte Dr. Kohut uns den großen Philosophen auf dem Throne vor Augen undj.die witzigen Bemerkungen über die Eigenart des großem Herrschers riefen oft stürmische Heiterkeit hervor. Er beleuchtete in feinsinniger Weise den Grundsatz des großen Königs, daß jeder auf seine Art selig werden könne und erläuterte an der Hand geschichtlicher Tatsachen die Zusammenkunft, die der große König mit dem Geistesfürsten Moses Mendelsohn hatte. Noch interessanter waren die Ausführungen, die Dr. Kohut über die Regieruiigszeit Kaiser Josephs" H. machte. Mit Bewunderung hörten wir von der Befreiung der österreichischen Juden und von den außer-1 ordentlichen Maßnahmen, mit denen Joseph* II. die Glaubensfreiheit für alle seine Untertanen schaffte. In| 'kurzen Strichen stellte er die beiden Herrsc;:i;r._ die grundverschiedene Charaktere waren, einander gegenüber und schloß seine /.ündende Rede mit dem Wuii$che. da"ß der gegenwärtige Krieg dazu beitragen möge, auch den deutschen Juden die Gleichberechtigung zu schiffen, die den ' Bundesbrüdern sühon seit Josephs II. Regierung in Oesterreich zusteht, _ ] I Kobirr. Am 2i>. April er. veranstaltete unser'Verein einen bunten. A iend, der sich zahlreichen Besuches unserer Mitglieder enreu-te Auch . waren viele Freimde unserer Bestrebungen erschienen. Herr Dr. Leopold Hblle sprach übjer das Thema: „Die schärfen Gesetzesbestimmungen des Generals Rennenkampf beim Einfall der Russen in Insterburg im August i9i4." Seine Ausführungen erfreuten sich allgemeinen Beifalls. Besonders interessant waren ' die! drakonischen Verordnungen des russischen Befehls- [ haroers, sowie die unter dem Drucke der russischen Knute entstandenen Verfügungen des deutschen Gouverneurs Dr.: ßierfreund, der bis zu dem Einzug der Russen Stadtverordnetenvorsteher in Insterburg gewesen war. Auch die zür Unterhaitun" der Gäste dargebrachten musikalischen Leistungen uld deklamatorischen Vorfrage fanden recht vielen Beifall und lassen den Wunsch zu, daß recht bald Wieder ein derartiger Abend unsere Mitglieder von neuem vereinigt. Kobin. Unser Vereinsarzt Her. Dr. Arenstein ist zum Heeresdienst eingezogen worden. Sein Vertreter Herr Dr. medl G. Freudenstein, Artilleriestraße 30a, Ecke Elsasserstraße hat es übernommen, unsere Mitglieder während des Krieges zu behandeln, uoraif wir nochmals hinweisen möchten. Bei Konsultationen des Arztes muß, als Ausweis, rfre letzte F'eitragsc]ii ittung vorgezeigt werden. Unsere Spar- und Darlehnskasse befindet sich jetzt bei dt'm neugewählten Darlehnskassenrendanten, Herrn R. Simon, An der Spandauerbrücke 12 (Zigarrengeschäft) und bitten wir unsere Mitglieder, recht fleißig Marken /u entnehmen. I Der Vorstand. Für den Familienunterstützungsfoud sind eingegangen Transport 2706,80 Mk. Lewin . .' ... . .'. . . ' . . -5,— „ M. Silberberg . . i.....K- Kfiegshitfjf-Marken^erlrauf . . . ■ 99,30 „ Summa 2816,10 Mk. I. A.: J. Löwenstein. Kohlen-Offerte des Berliner Vereins Ilse-Salonbriketts per 1000 Stück . . . . Mk. 10,£ Krone Steinkohlen Nuß I „ »t i» *U H Gaskoks zerkleinert Kiefernholz Buchenholz 14,50 15,50 IV 16, 9,50 . . ,. 1,85 „ 1,75 . . „ 1,80 V Schnitt gehauen 17-9 per 1 Rm. %- „ I Rm. 1000- 1 Ztr. 1 „ 1, hl in 15, 16frei Keller und 1 Treppe\ 2 und 3 Treppen.per 1000 Stück oder 1 Rm. 50 Pfg. .. „ v n n 1 Ztr. „ 1 hl 5 „ nach 4Treppen und höher per lOOOStück oder 1 Rm Mk. F.- * „ ', „ 1 Ztr. „ 1 hl „ 0,10 Die Bestellungen sind schriftlich an unseren Ehrenvorsitzenden Herrn' J. Löwcm stein üerlin, Krausnickstr. 9 einzureichen, vorbehaltlich deij Versand- und Lieferungsmöglichkeit Die Werke haben, sich währejid der Dauer der- Vertragszeit eine Preiserhöhung vorbehalten, sollte dieselbu eintreten, muß auch eine dementsprechende Erhöhung! für die,noch nicht gelieferten Kohlen eintreten. Die Mitglieder werden gebeten,, umgehend zu beseil (da die Preise von Tag zu Tag steigen und wir uns nicht daran gebunden halten können. . , ' Verein selbständiger israel. Handwerkerund Gewerbetreibender E. V. Frankfurt am Main. tag Die Vereinsversammlungen finden an jedem l.Monim Monat, äbends 9 Uhr, im Cafe Goldschmidt Allerheiligenstr. 831, statt j. Weishaupt Vorsitzender Bericht der Versammlung von 12. April 1915. Die am 12. April abgehaltene Mitgliederversammlung war von lö Mitgliedern besucht. Die Versammlung stand vollständig im Zeichen des ganz Deutschland bewegenden Gedankens: „Durchhalten" Weflri man bedenkt, daß 35 Mitglieder einberufen sind und eine ganze Anzahl kleinerer und mittlerer Be-

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