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Handwerk und Gewerbe · 1915-01-01 · 1. u. 2. Januar-Heft · p. Seite 128

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
8 (1915)
Issue
1. u. 2. Januar-Heft
Date
1915-01-01
Page
Seite 128 (sequence 10)
Language
German
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12$ HANDWERK UND GEWERBE 1. ur 2. Januar-Heft »den beiden letzten Wochen zusammen war, bestand aus Hamburgern; neben* |ihnen waren zu meiner Freude auch einige aus unserer .Berliner Gemeinde.......Von den jüdischen Soltjaten selbst habe ich in den sec'>s Wochen, die ich nun bereits hier weile, schon so viele rvus den verschiedenen Gegenden Deutschlands und' aus den verschiedenen Truppeiiteilen'gesehen, dali es .mir vielleicht gestattet ist," ein L'rteil auszusprechen. Ich Stütze mich dabei nicht' nur auf meine Beobachtungen, sondern auf das Urteil, von einigen Offizieren, die sich, ganz unaufgefordert und unan- geregt, mir gegenüber aussprachen. Sie rühmten uneingeschränkt an ihren jüdischen Mannschaften die Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit, die Furchtlosigkeit und die stete freiwillig e" Bereitschaf t, wie die Gewandtheit und die soldatische Intelligenz. Das, wa^ ich selbst sah, und was ich aus sonstigen Gespräcj^i heraushörte, stimmt damit überein; ein gewisser Stolz/j^ehr als, die bloße Pflicht zu tun, Mut, Geschicklichkeit, klarer offener Blick sind bei fast allen zu finden. Auch das konnte ich immer: wieder beobachten/ dali Ire sich als Kameraden ebenso'wie als Vorgesetzte bewahren.; Bezeichnend ist, daß sie besonders zahlreich in Vertrauensposten zu finden sind, so als Ordonnanzen, ße fehlsetnpfänger, Schreiber in den höheren Bureaus, Dcdmet«c|ier .usw.', daneben auch als B rschen won Öflizierc andererseits aber auch, soweit sie Unteroffiziere und Vh fekKvebel sind, ßif laisächliche, fast fetbständige Leiter, einzelner Abteilungen. Ich habe auch da> beobachten können, wie rasch Söhne wohlhabender- Familien sich in Fntbehrungen u/id Mühen hineinfanden und auch darin in 'Reih und ülieel standen. Als charakteristisch möchte ich, auf Grunrl häufiger Beobachtungen, eines noch hervorheben: c-s ist das eigentümliche Zartgefühl, das ilie jüdischen Soldajen der fremden Bevölkerung gegenüber erweisen; ich habe e*s oft sehen können, wie sie beinahe zu ItesjcJiützern und Vermittlern für dieselben werden. Es ist efn eigener vornehmer Zug der iii das Gesamtbild hereinkommt. Ein. kühner Soldatenstreicli wird uns aus Polen mitgeteilt: Ein jüdischer Kleiderhändler aus Berlin (Name ist Nebensache), der fließend polnisch kann, der hier als Pionier dient, verkleidet sich als polnischer Jude und geht in die russischen Stellungen, um die Artilleriestellungen auszukundschaften. Es gelingt ihm in vollem Maße. Er nimmt Zigaretten und Streichhölzer mit und liandeh. damit. Er zeichnet die Artilleriestellungen in die Karte ein und als er alles hat, was er braucht, macht er sich auf den Rückweg. Unterwegs trifft er eine russische Patrouille bestehend aus , 20 Mann üf.ter Führung eines Unteroffiziers, denen er vorredet, daß es hei den Deutschen sehr viel Liebesgaben Zigarren und Ziga-etten, Brot und Fleisch" so viel jeder essen will,- gibt, sie sollen doch ihre Gewehre hinwerfen und mitkommen. Die Russen lassen sich tatsächlich übertölpeln .und. erst .nachdem sie beinahe in den deu'schen Stellungen.-sind-,*-wurdensie erfolglos; beschossen, so daß hie wohlbehalten bei uns ankamen. Dem Manne wurde sofort das eiserne Kreuz II. Klasse angeheftet, und da die Ergebnis: seines Kundscbafterdienstes. von weittragender Bedeuten*; -rul, wird, ihm wahrscheinlich auch das eiserne Kreuz I. Klasse]verliehen werden. . Wieso sicii der Sanitatsgefreite Brieger aus- Hohensalza das\Eiserne Kreuz I Klasse erwarb, darüber w'itd folgendes •gemeldet: Bei der Erzwingung des Y^e-Ueberganges hatten sich mehrere -Soldaten seines Regiments in einem Hause verschanzt.-und-nähmet ein am jenseitigen Ufer stehendes Maschinenteils .unter Feuer. Darauf beschoß sie der Feind mit Granateiii, und kurze Zeit nachher siürzte das Gebäude teilweise ein"? Es wurden fünf Mann verschüttet. Brieger drang ungeachtet de-; heftigen Feuers, das der Gegner auch weiter unterhielt, in das in Flammen stehende Gebäude <'in, und es gelang ihm, - vier seiner-schwerverwundeten «Kameraden in Sicherheit zu bringen. -Weber die vortreffliche Stimmung^) den *iut und die Begeisterung in unserer Marine unterrichtet uns das folgende Gedicht eines Seepoeten, den wir mit Stolz zu den Mitgliedern des Hamburger Vereins zählen. Weihnacht 1914. Von H. Heymanii, Ob. Mai. Vw.-Mt. (S. M. S. „Arcona"). 1 Mel.: .Strömt herbei.- Einstmals lebten die Germanen, Als ein stark und froh Geschlecht, Und man sagt von unsern Ahnen Wacker haben sie gezecht. Aber galt es ihre Ehre War der Rausch gar bald verraucht, In der Hand die blanke Wehre Haben wacker sie gebraucht. Doch es hat im Lauf der Zeiten Nichts geändert sich bis heut, Deutsche jetzt noch hadern, streiten, Das ist deutsche Einigkeit. Ab*»r kommt um uns zu knechten Fremdes Volk und sein Tyrann, Dann in ehrenvollem, Fechten Stehen alle, Mann für Mann., Hab'n wir auch der Feinde viel ', Die uns mit Vernichtung droh'n, Wir gelangen doch zum Ziele, Spotten aller Tücken Hohn, ^ie einst die Cheruskerbanden Deutschlands Macht hab'n hergestellt, Tönt es heut' durch alle Landen Deutschland trotzt der ganzen Welt. Schärfer sind wie je die Waffen, Die uns deutsche Einheit schuf, , Nimmer werden wir erschlaffen; Gilt es unsers Kaisers Ruf. Mit dem Nachbar treu zur Seite Zwing'n wir jeden Feind zu Grund, Mög' es bleiben so wie heute Oestreich stets mit uns im Bund. Auf dem Lande, auf dem Meere Sieht die Welt Alldeutschlands Macht, ., ' Und wie die gewaltigen Heere Hält auch die Marine Wacht. Wir sind eines Volkes Brüder, Heute gilt un,s jeder gleich, Hebt zum Schwur die Hände wieder: „Treu zu Kaiser und zu Reich." ._ cosiic •::,:=.'T..'^r.'C,u7i.c''Mr."Cs".''as'&oc«* »•»••« y s i. m m Rätsel-Ecke. ^.'•«.ClM.'"-" i Nr. I u. 2 •} fi Si-'r,-p-C'''".'-Ä'iÄ5'C,'-.'-,i.' - "'■ _ T _ ~ _ ~ _ " _ ~ _ ~ - Auflösung des Silbenrätsels in Nr. I u. 2 v. Dezember 1914. Brüchjstück einer Novelle. . . . Als er die Basilika verlassen hatte, der schöne Romeo in Uniform, überbrachte er seiner Geliebten eine Azalie zum letzten Gruß. Denn er war im Begriff sich wieder zu seiner Brigade zu begeben (nachdem seine Wunde in der milden Lutt von Abbazia schnell geheilt war), um aufs neue gegen das Heer des russischen: Nero ins Feld zu ziehen. „Kehre ich wieder", sagte er, „dann wandere ich nach Toronto aus; begleitest Du mich als mein geliebtes Weib?" „Wohin. Du willst," hauchte sie beglückt an seiner Brust, „wenn ich auch lieber wohnen würde im alten '"* BRABANT." I! Paula Behrend. M AnfWtrccn-Ariiialime. pml Verlag: Dr. Bäsch & Co., O. m. b H., ß< Redaktion: Dr. Catl Bäsch, Wilmersdorf. - Druc rlin-Wilmersdorf, Nassauische Str. 24. - Verantwortlich für die k: D. Feilclienfeld, Berlin SW 19, Beuthstr. 19. I;

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