Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 8 (1915)
- Issue
- 1. u. 2. Januar-Heft
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1. u. 2. Januar-Heft ♦ HANDWERK UND GEWERBE 127 Schlorne, Posen Simon Schur, Posen. Simon Goldberg, Posen. Leo Czerninski, Ppssessern. Erich Charlinski,' Prangenaj. Leo Grünbjerger, Ratibor. Carl Marx, Rheydt. Ali?x Ehrlich, Rogasen. Max Rosenstein, Rotenburg a. F. Victor Frey, Scharfey. Dr. Georg Unger, Schildberg. . Karl Kirchhauseni Schlüchtern. Erich Schmoller, Schneidemühl. Wilhelm Oppen heim er, Schweinfurt. Dr. Ernst Michaelii, Sahwiebus. Willy Redel meier, Sondershausen. Emil Lipmann, Stolzenau. Louis . Weinberg, Verden. Weinberg, Leutn. d. R., Werther i. W. Ernst Selig, Würzburg. W. Frankenthal, Würzburg. K. Löwenthal, Würzburg. Berlin. Herr Hans- Gugenheim, Sohn des Kommer - zienrats Fritz GugerJieim, wurde zum Leutnant d. R. befördert. Zum Leufnaht d. L. befördert iHerr Gottfried Sender, Lehrer am israelitischen' Lehrersemiriar zu Berlin. Der jüngst verslorbeneOberlandesgeriehtsratGeh.Justizrat Dr. Julius Litten war der erste jüdische Oberlandesgerichtsrat in Preußen. Die „Mitt. d. Vereins z. Abwehr d. Antisemitismus" bemerken hinsichtlich dieser Tatsache: „Der Justizminister, der den großen Schritt gewagt und einen nicht im Besitze eines Taufscheines befindlichen jüdischen Richter zum Oberlandesgerichtsrat vorgeschlagen hatte, war- Herr von Sendling, unterdessen Amtsführungin demselbenjahrenoch ein zweiter nicht getaufter jüdischer Richter — ein Berliner Landgerichtsrat — zum Oberländesgericmsrat in Königsberg in Preußen ernannt wu rde. Gegen die Beförderung dieser beiden Herren ist dann von reaktionärer Sehe Opposition gemacht worden, die Ihren Höhepunkt in der Öeffentlichkeit erreichte durch eine Rede Stöckers in der Sitzung des preuß sehen Abgeordnetenhauses vom 9. Februar 1892: Herr von Schelling hat auch bis zü seinem im November 1894 erfolgten, nicht ganz freiwilligen Ausscheiden einen jüdischen Richter nicht mehr an ein Oberlandesgericht berufen. Unter seinem Amtsnachfolger Herrn von Schönstedt, der auf die „Stimmung" und die „Bedürfnisse" der Bevölkerung Rücksicht nehmen zu sollen glaubte, hat die Beförderung jüdischer Richter zu Oberlandesgerichtsraten vollständig aufgehört. — Erst der derzeitige Herr Justizminister hat den jahrelangen Bann gebrochen und der'Beförderung befähigter jüdischer Richter in ein höheres Ami kein Hindernis entgegengesetzt" Graudenz. Rechtsanwalt Dr. Cohnberg ist zum Kriegsgerichtsrat mit dem Range eines Hauptmanns ernannt. Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Dr. Lucian Kahn, der schon vor dem Kritge bayr. Reserve- Leutnant wurde, erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Kompagnieführer ernannt. Landau. (Pfalz/ , Die stellvertretende sechste Infanteriebrigade in Landau in der Pfalz hat folgende Bekanntmachung erlassen: „In der letzten Zeit wurden wiederholt durch anonyme Zuschriften schwere Anklagen gegen verschiedene Heeresangehörige erhoben. Wenn nun auch die Stellvertreter de sechste Infanteriebrjgade solchen Anschuldigungen sonst grundsätzlich keine Beachtung schenkt, so sieht sie sich doch veranlaßt, einer Anklage in der Öffentlichkeit entgegenzutreten, die die Ehre eines nicht unbedeutenden Teiles unseres Heeres antastet. Es wurde nämlich durch anonymeZuschriften unter anderem auch an der Tüchtigkeit und Verläßlichkeit von Heeresangehörigen jüdischer Konfession gezweifelt und der schwere Vorwurf erhoben, daß viele vor ihnen Mittel und Wege wußten, sich dem Dienst in der Fror t zu entziehen. Diese Anschuldigungen sird durchaus unbegründet. Der stellvertretenden sechsten 1 nrantenebrigade ist kein solcher Fall bekannt ge worden. , Sie ist viel nehr-überzeugt, diß unsere jüdischen Soldaten sich bemühen, hinter ihren christlichen Kameraden.an Vaterlindsliebe. Opferwilligkeit und Tapferkeit keineswegs zurückzustehen. Wer aus konfessioneller Unduldsamkeit andere verdächtigt, hält schlecht zu seinem Kaiser,. dessen Wort heut a len vorleuchten muß: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich Lenne nur Deutsche."- < , Lauenau bei Springe. (Heldentod.) Herr Gustav Levy von hier hat in dem letzten Kampfe der tapferen Besatzung des deutschen Hilfskreuz;rs „Emden" gegen die feindliche Flotten- Übermacht bei den Kokosinseln seinen Heldentod gefunden. Mainz. Herr Julius Metzger zum Leutniint d.R. befördert. Nürnberg. (In den Armen des Bruders gestorben') Die Brüder Röbert und Kurt Ottehsooser, Söhne des Herrn Bankier Wilhelm Ottensooser in Nürnberg, erwarben sich .beide für I tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz. Leider wurde der \ältere Bruder, I der Rechtspraktikant und I Leutnant der Reserve Robert -Ottensooser durch feindliche Granaten schwer verwunde! und starb in den Armen seines Bruders, des von ihm selbst ausgebildeten Kriegsfreiwilligen Kurt Ottensooser. In einem Klosterhof fand nachts die Beisetzung des allenthalben beliebten und überaus tüchtigen Offiziers statt, wobei der Kriegsfreiwillige, Ziegel aus Nürnberg das Kaddischgebet verrichtete. I Passau. (Der* älteste jüdische Offizier! Bayerns.) Herr Hollerbaum von hier übernahm als Major z. D. bald nach Beginn der Mobilmachung die Bahnhofskommandantur I'assau. Jetzt steht er als Kommandant des Larjdsturmbataillons Passau mit seinem Bataillon im Osten. Da Major Hollerbaum, der schon den Feldzug 1870 71 mitgemacht hat, 62 Jahre all: ist, dürfte er der älteste jüdische aktive Offizier des bayerischen Heeres sein. Spandau. (Rituelle Verpflegung, in Ruhleben.) Die „Freie Vere nigung 'für die Interessen des orthodoxen Judentums" hatte! erfahren, daß sich unter den in Ruhleben internierten Engländern gegen 175 Personen befanden, für welche j dieNiicht rituelle Kpst ein Gewissenszwang! bedeutete. Auf; Grund einer Eingabe gestattete das Lagerkommando in toleranter Weise die Versorgung dieser mit ritueller Nahrung." Die Juden \|vurden in einer Baracke zusammen untergebracht. Das Essen wird täglich durch ein Automobil aus der von der Frauengruppe der „Freien Vereinigung"'in Berlin errichteten Küche nach dem Gefangenenlager gefördert. Dort veranlaßt eine Spandauer Dame die Verteilung. Thorn. Herr Alfred Levy ist zum] Leutnant d. R. befördert. Wien. Feldmarschalleutnant Adolf Kornhaber, Ritter von Pitts,' ist zum Feldmarschalleutnant im ungarischen Honved-Konmando ernannt worden. Er ist 58 Jahre alt, in Drohobycz geboren, erhielt als aktiyer, Oberst den A Ü mit dem Prädikat „von Pilis", und wurde im Monat Mai 1914 Generalmajor. Exzellenz von Kornhaber ist ein BruiLr des langjährigen Bürgermeisters von Boryslav, Moses ls°k Kornhaber. Das Testament eines jüdischen Majors. Rechtsanwalt Dr. Albert Schwatz aus Brod veröffentlichte das Testament des auf dem südlichen Schlachtfelde gefallenen jüdischen Majors des österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 52 Emanuel Krausz. Dieses Testament, das am 40. Mobii.sierungstage (5. September) abgefaßt wurde, 'lautet wörtlich: „Sollte mir das Glück zuteil'werden, in dem gegenwärtigen Kriege, welihen ich mit unaussprechlicher'Begeisterung für mein heißgeliebtes Vaterland und in meiner Berufsfreudigkeit für meinen! Kaiser und König zu Ende kämpfen möchte, nicht in die Hände unseres Feindes zu fallen, sondern verzu bleiben, wird usw.". Vermögen seinem Regihumanitären Anstalten seiner ,Ti wundet oder tot in unserer Armee Major Krausz vermachte darin sein ment und den israelitischen Heimatgemeinde. Die Juden im englischen Heere. Die „Times" berichtet über die TeInahme der englischen Juden ajm Kriege, daß, während früher et-va bloß 500Judön dem englischen Heere angehört hätten, ihre Anzahl gegenwärtig 5000 betrage und stets zunehme. Ungefähr 450 hätten Offiziersrang im Heer oder bei der Marine. Anfangs hatte man die Absicht, besondere jüdische Bataillone zu bilden, doch kun man rasch wieder davon ab. Unter den. kanadischen Truppen befinden sich 200 Juden meist russischer und rumän scher Herkunft. Die Söhne Ider vornehmsten jüdischen Familien Englands, so der Rothschilds, seien im Heere. Einem Bericht, den der Feldgeistliche: Herr Rabbiner Dr. Baeck an den Vorstand der Berliner Synagogengemeinde gerichtet hat, entnehmen wir die folgenden, treffenden Worte: Etwa zwei Drittel der Mannschaften, - mit denen ich in u