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Der jüdische Handwerker · 1938-03-01 · 3 (3.1938) · p. Seite 6

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
3 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Merktafel der Wirtschaft Neue Hersteller-Unternehmen für Rundfunkempfangsapparate, Verstärker für Rundfunkempfang, Lautsprecher oder Röhren dürfen bis zum 31. Dezember 1938 gemäß einer Anordnung vom 28. Januar 1938 nicht errichtet werden. Ebenso ist et verboten, den Geschäftsbetrieb bestehender Unternehmen dieser Art zu erweitern oder sie in ihrer Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Reichswirtschaftskammer hat auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die vom „ReichsausschuB für Lieferbedingungen" aufgestellten Bezeichnung* Vorschriften allgemein beachtet werden. Als besonder« wichtig wird die klare und richtige Bezeichnung der Waren auf den Wochenmärkten erwähnt » Für die Lederwaren- und Kofferindustrie sowie für den Lederwarenhandel ist durch Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung vom 1. Febr. 1938 eine einheitliche Berechnung der höchstzulässigen Preise vorgeschrieben worden. » Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat festgestellt, daß ein Preisnachlaß für Barzahlung im Handwerk grundsätzlich abzulehnen sei. Zur Begründung wird u. a. darauf hingewiesen, daß sich die Preise für handwerkliche Lieferung und Leistungen vorwiegend aus Lohn zusammensetzen. Vor Auftragsannahme soD jeder Handwerker in seinem eigenen Interesse die Lieferungsbedingungen genau durchlesen und über die Frage der Einräumung eines Barzahlungsrabattes von vornherein Klarheit schaffen. * Die- Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat zur einheitlichen Regelung der Formate der Speisen* und Oetränkekarten ein Normblatt DIN 5002 herausgebracht, das vier verschiedene Größen für Speisenuntf Getränkekarten vorsieht. Neuanschaffungen von Speisen- und Oetränkekarten dürfen nur nach dieser Norm erfolgen. Auf Grund einer Anordnung 13 der Ueberwachungsstelle für Edelmetalle sind die Herstellung und der Verkauf, ebenso der Erwerb und die Lieferung von Schreibfedern aus Oold jeden Feingehalts untersagt Putzlappen- und Putztuch Wäschereien sowie Aufbereitungsanlagen für Putzwolle dürfen in der Zeit vom 20. Januar 1938 bis zum 31. Dezember 1939 nur mit Einwilligung des Reichswirtschaftsministers oder der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare errichtet werden. Der Reichswirtschaftsminister hat in einer neuen Ausführungsverordnung zum Maß- und Gewichtsgesetz vom 26. Februar 1938 bestimmt daß Drucksachen. Plakate, Blechdosen mit Aufdruck usw., die die nicht mehr zulässigen Gewichtsbezeichnungen Pfund, Zentner, Halbpfund und dergl. tragen, noch b i s z u m 50. J u n i 1 9 3 8 autgebraucht werden können. Jeden Montag, 6—8 Uhr, Oranienstr. 611 (direkt am Moritzplatz). jeden Mittwoch, 4—5 Uhr, Nachodstr. 8 In der Geschäftsstelle. Aus fUtn Uükdwcdwt-Vctfokd Breslau In den letzten Monaten hatten wir den Tod zweier besonders wertvoller alter Mitglieder zu beklagen. Am 16. 11. 1937 verstarb unser lieber Kollege, Bäckermeister Ludwig Hirschlik. Er ist in Schwersenz 1. P. geboren, besuchte in Posen die Schule und absolvierte dann bei seinem Vater die Handwerkslehre. Er bekleidete mehrere Stellen in Berlin, Dresden und anderen Orten und besuchte auch die Fachschule in Dresden. 1906 übernahm er das väterliche Geschäft und bestand 1919 die Meisterprüfung. Seit 1920 war er In Breslau als Bäcker und Konditor selbständig titig. Seitdem gehörte er auch unserem Verbände an und war eine Zeitlang Vorstandsmitglied. Koll. Hirschlik hat für unsere Arbeiten stets besonderes Interesse gezeigt und*intensiv an der Förderung des Handwerks mitgewirkt, sodaß uns sein Verlust schwer getroffen hat. Einen besonders schweren Verlust haben wir ferner durch den Tod unseres lieben Kollegen und Ehrenmitgliedes Fleischermeister Emil Grünpeter erlitten, der am 18. Januar 1938 dahinschied. Koll. Grünpeter gehörte im Jahre 1911 zu den Begründern'Imsens Breslauer Vereins. Er war 1874 in Königshütte geboren und trat im Jahre 1888 als Lehrling in das elterliche Geschäft in Breslau ein. Später arbeitete er in verschiedenen Betrieben in Hamburg und Berlin, bestand dann die Meisterprüfung und übernahm 1911 das Geschäft seines Vaters. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender unserer Organisation und hat diese mit allen Kräften intensiv und erfolgreich gefördert. Wir haben ihm für den Aufbau unseres Verbandes viel zu danken. Wenn er auch, ähnlich wie Koll. Hirschlik, in den letzten Jahren infolge einer schweren Krankheit unserer Verbandsarbeit fernbleiben mußte, so gehörte doch sein Interesse noch bis zur letzten Stunde unserem Stande. Wir werden den beiden Kollegen stets ein dankbares Gedenken bewahren. Köln Bericht Uber die Generalversammlung. Am 18. Januar 1938 fand im Oemeindehause die Generalversammlung statt, zu der die Mitglieder zahlreich erschienen und damit ihr reges Interesse an den Vereinsbestrebungen bekundeten. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden Kollegen Levi wurde des jüngstverstorbenen Mitgliedes, Herrn Blaubaum, gedacht In seinem Vereinsbericht konnte Kollege Levi über die rege Vereinstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr berichten. Der Verein hat in einer Reihe von Einzelfällen die Interessen seiner Mitglieder im Verkehr mit den Gemeinden, Behörden und privaten Persönlichkeiten fördern können. Besondere Tätigkeit wurde auf dem Oebiete der .Propaganda und Reklame entfaltet. Durch Aushangstellen, durch Schaukasten, aber auch in Form eines geschmackvoll ausgestatteten Jahreskalenders wurde die Werbung durchgeführt. Durch Abkommen mit dem Gemeindeblatt und der Kulturbundzeitung haben die Mitglieder die Möglichkeit einer günstigen Insertion erhalten. Lichtbildreklame im Kulturbundtheater hat diese Oemeinschaftswerbung wirkungsvoll unterstützt. Ein besonderer Erfolg wurde durch die Herausgabe einer handwerklichen Sonderbeilage, die mit dem Gemeindeblart verteilt wurde, erzielt. Ueber die Tätigkeit im Repräsentantenkollegium berichtete Koll. Leo Wolff. Die Lehrlingsgruppe hat sich gut entwickelt ds fast alle Lehrlinge ihr nun angehören. Durch berufene Fachlehrer wird in regelmäßig stattfindenden Abendkursen den Lehrlingen die Möglichkeit geboten, ihr Wissen zu bereichem. Die Tätigkeit der Frauengruppe war auch im '. vergangenen Jahre rege und äußerst segensreich. Die . Meisterfrauen sorgen nicht allein für die Bedürftigen, sondern wirken auch im Sinne der Verbundenheit. Bei Erkrankung von Mitgliedern wird auf Wunsch für die Familien gesorgt. Von einigen ausgewanderten früheren Mitgliedern gehen laufend Berichte ein. Hierdurch wird die persönliche Fühlungnahme vertieft Mit den Kollegen im Reich und den benachbarten Ortsgruppen wird freundschaftlicher Verkehr unterhalten. Der Zentralvorstand konnte sich gelegentlich eines Besuches selbst davon überzeugen, daß die Ortsgruppe Köln gern und freudig im Sinne der Verbandsbestrebungen arbeitet. Die alljährliche Chanukkah-Feier, bei der sämtliche Lehrlinge durch sinnreiche und wertvolle Geschenke erfreut wurden, ist allen Mitgliedern noch in guter Erinnerung. Nach dem Jahresbericht wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt Der von Hamburg nach Köln zugezogene Kollege Fischbein berichtete über die erfolgreiche Tätigkeit des Hamburger Vereins. Herr Dir. Kasper referierte zum Thema „Die Buchführung der Handwerker". Seine Ausführungen gaben Gelegenheit zu einer mit großem Interesse geführten Aussprache. Es ist geplant, bei Bedarf Buchführungskurse für die Mitglieder einzurichten. Der Vorsitzende Kollege Levi schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß die Vereinstätigkeit auch im Jahre 1938 sich segensreich gestalten möge. Düsseldorf Am 6. Mint feierte die Ortsgruppe Düsseldorf ihr 25jähriges Bestehen. Der rege Besuch beweist die Achtung und Anerkennung, die sich die Ortsgruppe in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung erwerben konnte. Einen ausführlichen Bericht über diese Veranstaltung bringt die nächste Ausgabe unserer Zeitung.

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