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Der jüdische Handwerker · 1937-04-01 · 4 (4.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
29 (1937)
Issue
4 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Bedeutung. Bei Herstellung eines solchen kann man nicht kritisch genug «ein. Hat man aber ein klarer wirkungsvolle» Zeichen gefunden, dann muß es überall wiederkehren, vom Briefbogen bis zur Hausfassade. Unter diesem Zeichen muß geworben, gekämpft und gesiegt werden. Auch die Schrifttype der Firmenbezeichnung muß einen bestimmten originalenCharakter tragen, der sich auch auf allen Drucksachen wiederholen muß, einfach, klar, sprechend und leicht einprägsam. Auch eine bestimmte charakteristische Farbe muß auf nllen Werbungen, selbst auf Briefpapier und Packmaterial, wiederkehren. Soweit das Wort, die Sprache, bei der Werbung in Anwendung kommt, ist jeder gebildete Kaufmann einigermaßen urteilsfähig. Die Sicherheit des Urteils hört aber bei den meisten sofort auf, sobald ' die bildende, gestaltende Kunst in die Werbung eingreift. Zur Beurteilung einer Zeichnung, eines Inserat-Entwurfs, eines Plakats, eines Modeblattes gehört unweigerlich ein geschultes Auge. Das darf der einsichtige Kaufmann getrost zugeben, ohne sich etwas zu vergeben. Wenn z. B. eine qualitativ erstklassige Schokolade in einer geschmacklich minderwertigen Packung angeboten wird, ist sie in kultivierten Kreisen unverkäuflich. Der Kunde greift instinktiv nach der schönsten, geschmackvollsten Aufmachung. Sieht diese vornehm und kultiviert aus, so glaubt er an einen vollwertigen Inhalt. Dasselbe trifft für die Zigarette zu, wie überhaupt für alle Markenartikel, z. B. für kosmetische Erzeugnisse. Das Plakat Die Plakate an den Anschlagsäulen, in den Untergrundstationen, in den Straßenbahnen, auf den Bahnhöfen zeigen neben ausgezeichneten hochkünstlerischen und werbekräftigen Leistungen vielfach ein sehr niedriges Niveau, obwohl Gebrauchsgrafiker in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Noch immer triumphiert der Kitsch. Man bedenke, daß Tausende und Abertausende von einem Plakat gedruckt werden. Papier, Druck und Anschlag erfordern große Summen. Spielte es dabei eine Rolle, wenn man für den Entwurf eine erste Kraft heranzöge? Ein entsprechend höheres Honorar für den besseren Künstler steht in gar keinem Verhältnis zu den Gesamtkosten. Und doch sieht man täglich, daß gerade an Entwürfen gespart wird und statt wirklicher Könner ^ftrge Stümper herangezogen werden. Gerade im Augenblick zeigt eine Ausstellung von Plakaten im Jüdischen Museum, welch starken Anteil jüdische Künstler an der großen Entwicklung der Piakatkunst in Deutschland gehabt haben. Das Sekretariat für Bildende Kunst in der Kantstraße 158 gibt gerne Namen geeigneter Künstler bekannt. Das Schaufenster Auf dem Gebiet der Schaufenster ■ Gestaltung nimmt, dank einer 25 jährigen intensiven Schulungsarbeit, Berlin eine führende Rolle ein. Die Warenhäuser und die bekannten Spezialgeschäfte haben gewetteifert, ihre Auslagen nach künstlerischen Gesichtspunkten, von geschmacklich geschulten Dekorateuren herstellen zu lassen. Die Geschäftshäuser der Großstädte sind moderne, lebendige Museen. Die Produktion der ganzen Welt wird vor staunenden Augen aus- Gute BESCHRIFTUNG unterstützt die Schaufenster-Wirkung. Der Text soll gut geschrieben, originell und der Jahreszeit angepaüt sein. Zu vermeiden sind Redensarten wie: „Hier kauten Sie beim Fachmann", „Prima Qualität", „Beweise meiner Leistungsfähigkeit" usw. Du SCHAUFENSTER Ist das Exterieur, Dach dem man beurteilt wird. Zeigen Sie kein wüstes Durcheinander, sondern eine gute Auswahl, geschmackvoll und übersichtlich angeordnet Das Ganze muß eine einprägsame Idee, einen Blickfang haben. Die KINO-REKLAME wird wirklich gesehen. Da jedes Diapositiv nur kurze Zeit gezeigt wird, muß der Text so knapp und so deutlich wie möglich sein. Wenn Sie PACKPAPIER MIT IHRER FIRMA benutzen, spielen Ihre Kunden gratis Reklametrlger. Auf der Straße, In der Straßenbahn usw. lesen die andern Passanten Ihre Firma. 3

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