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Der jüdische Handwerker · 1937-03-01 · 3 (3.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
29 (1937)
Issue
3 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Infolgedessen ging auch die Einordnung der Auswanderer in die Wirtschaft des neuen Aufenthaltslandes nicht überall und vor allem nicht immer ohne Reizungen vonstatten. Wenn nun in den nächsten fünf Jahren für weitere 100000 Auswanderer neue Existenzmöglichkeiten in anderen Ländern gefunden werden sollen und müssen, so wird das nur dann in zufriedenstellender Weise durchgeführt werden können, wenn die Auswanderung künftig planmäßig und unter konstruktiven Gesichtspunkten organisiert wird. Hierzu aber ist in erster Linie Voraussetzung, daß man sich über die Entwicklungstendenzen der Weltwirtschaft klar ist, in die steh die Auswanderer künftig unter möglichst geringen Reibungen einordnen sollen. Zwei große richtunggebende Entwicklungen müssen dabei in erster Linie ins Auge gefaßt werden. Die eine ist die große binnenwirtschaftliche Umwälzung, die sich in großen Teilen der Welt im Zusammenhangs mit dem Uebergange von der freien zu einer ge b u nde uen , staatlich gelenkten Wirtschaft durchzusetzen begonnen hat. Diese Entwicklung ist an sich schon für die Juden, die vorzugsweise in den kaufmännischen und freien Berufen tätig sind, nicht günstig. Denn mit dem Uebergange zur gebundenen Wirtschaft sind in vielen Ländern ejne vom Staate geordnete oder kontrollierte Waren Verteilung sowie auch eine Ueberleitung der Angehörigen freier Berufe in die Stellung beamteter Funktionäre verbunden. Für die jüdischen Auswanderer verstärkt die wirtschaftliche Zurückdrängung des freien Handels und der übrigen freien Berufe, — von der man nicht weiß, ob sie sich nicht in fast allen Ländern in der einen oder in der anderen Form durchsetzen wird, — die Notwendigkeit, sich auf gütererzeugende Erwerbszweige (im Gegensatz zu den güterverteilenden und -vermittelnden Berufen) umzustellen. Das sind vor allem die 1 a n drwi rt schaftlichen, handwerklicen und industriellen Berufe. In der gleichen Richtung aber wirkt sich mit noch größerer Intensität die konjunkturelle Gestaltung der Weltwirtschaft aus, und zwar ganz besonders in denjenigen^-Ländern, die heute für eine jüdische Einwanderung in Betracht kommen. Wie sieht nämlich die Weltwirtschaft aus, die /der jüdische Auswanderer draußen antrifft, und auf die er sich einstellen muß? Als im Jähre 1933.eine ganz unvorbereitete jüdische Auswanderung aus Deutschland einsetzte, richtete sie sich in eine Weltwirtschaft, die sich auf dem Tiefpunkt einer schweren Krise befand. Die Weltwirtschaftskrise ist jedoch in den letzten vier Jahren mehr und mehr Oberwunden worden. Freilich ist die Weltwirtschaft nun nicht etwa einfach zu dem früheren Zustande zurückgekehrt. Ihr Wiederaufschwung vollzog sich vielmehr auf den Gebieten der Produktion und des Güteraustausches in ganz verschiedener Weise und in sehr verschiedenem Tempo. Die Erzeugung von Sachgütern hat sich nach den Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung in den Jahren 1932 bis 1936 um tast 30 Prozent vergrößert.. Das Volumen der Welthandelsumsätze ist dagegen nur um 15 Prozent gewachsen. Noch deutlicher wird diese Divergenz der weltwirtschaftlichen Entwicklung, wenn man den heutigen Stand mit dem des Jahres 1929, also dem letzten konjunkturellen Hochstande vergleicht. Während die industrielle Weltproduktiou diesen Hochstand bereits wieder erreicht, ja teilweise (insbesondere soweit die Produktiönsgüterindustrien in Frage kommen) erheblich überschritten hat, hinkt der Welthandel in dieser Aufwärtsbewegung nur langsam hinterher. Nach den erwähnten Berechnungen des Konjunkturinstituts liegt der weltwirtschaftliche Außenhandel zurzeit noch um 14 Prozent unter dem Niveau von 1929. Der Welthandel hat also mit der Welterzeugung nicht gleichen Schritt halten können. Das gilt vor allem für den zwischenstaatlichen Warenverkehr. In dem Jahre 192,(5/29 traten mindestens 15 bis 20 Prozent der Weltproduktion' auf dem Wege vo|m Erzeuger zum Verbraucher in den internationalen Handel ein, gegenwärtig aber nur noch 10 bis 15 Prozent. Trotz der starken Entspannung der weltwirtschaftlichen Lage hat sich also innerhalb der Wirtschaft das Verhältnis zwischen Produktion und Handel nicht unwesentlich zu Ungunsten des Handels verschoben. In einer gewissen Verbindung hiermit steht eine Verlagerung zwischen Ware und Geld in der Weltwirtschaft wie in den einzelnen Volkswirtschaften. Die Abwertung der meisten internationalen Währungen hat den Anstoß zu einer internationalen Steigerung der Warenpreise gegeben. Die in einer Reihe von Ländern begonnene Aufrüstung gab dann die Veranlassung zu einer starken Haussebewegung an den Weltrohstoffmärktert. Hier- Leinen * Wäsche * Ausstattungen Landeshuter Leinen u. Gebildweberei F. V. GRUNFELD Größte! Spezialgiichäft für Leinen und Wäjdie lerlln W8, Lelpilger StroOe 20-22 Gegründet 1862 2. Geichäft. Ku r f ü r »• n d a m m 227 Kolm, Höh« Straße 77/79 Fabrik und Werkjtätten i Landeihut In Schlesien 1

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