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Der jüdische Handwerker · 1935-02-01 · 2 (2.1935) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
27 (1935)
Issue
2 (2.1935)
Date
1935-02-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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fernab dem Zeitgetriebe und dem großen Welttheater, wur- - den, was sie sind: ehrbare Handwerker, in denen sich de utsche Werktreue und jüdische Besinnlichkeit unlöslich v e r b.u n d e n haben, ein Typus im besten Sinn assimilierter Juden. .Dt SdiHö" 5/« hoben frühzeitig für die Zukunft gebaut Zwischen Handwerker und Soldat gibt es ein Gemeinsames der Grundeinstellung seit jeher, durch das sie'sich zusammengehörig fühlen. Beiden isi die einseitige Uebeibewertung des rein Intellektualistischen fremd; beide bei tonen stärker das C ha r a k t e r 1 rc h e,, S o 1 i d e. So-hat der R.i.F. aus seinem soldatischen Empfinden heraus schon vor Janren das Problem der jUdiscbcp Bcrnfsumschichtunj: als wesentlich erkannt und' aufgegriffen. Die gleiche Linie in Idee und Ziel hat ihn mit dem Handwerk freundschaftlich zusammengeführt. Und das sind in der Tat die Gedanken, die uns im Frontbund anläßlich des 40jährigen Jubiläums des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens sowie/der 25jährigen Präsidentschaft unseres Kam. Louis Wolff/ tief l>ewegen. Hier ist ein ' . leuchtendes Symbol bodenständiger, schaffender Leistung jadischer Hände in der Reichshauptstadt. Wie im feldgrauen Rock, dem Ehrenkleid des Krieges, so wußten und wissen im Ehrenkleid des Friedens:' dem Kittel des Handwerkers, jüdische Fäuste zuzupacken! Und wie der R.j.F. das lebende Wahrzeichen des deutschen Judentums ist, daB die Blüte seiner Mannschaft und Jugend an der Front war, so ist der jubilierende Verein sichtbarer Beweis für den Willen deutscher Juden zum ehrbaren Handwerk auf heimatlichem Bodefi. Wir alle müssen ihm und seinen führenden Männern dafür dankbar sein, daß sie den jüdischen Handwerksstand schon zu einer 'Zeit zur Geltung "und zu Ehren gebracht haben, als es rund um sie herum leider vielfach an Verständnis für jene Aufgaben fehlte, die heute riesengroß vor uns stehen. Sie haben* frühzeitig — so wie wir im Frontbund es tun — für die Zukunft gebaut. .JOdhche AMg«m->ln« Zwtung" Ständig steigende Wertsehätzung Die Kundgebung, die der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens aus Anlaß seines 40jährigen Bestehens in der'Synagoge Prinzregentenstraße veranstaltet hatte, gestaltete sich zu einem machtvollen Ausdruck der Sympathie für die in die Zukunft weisenden Ziele, die aas jüdische Handwerk auf deutschem Boden sich gesteckt hat. Das Jubiläum fällt in eine Zeit, die dem Hundwerk innerhulb des ständischen Aufbaus in Deutschland einen Ehrenplatz eingeräumt hat. Die Zuwendung zum Hundwerk gehört zu den besten Traditionen des Judentums. .....' Es ist ein historisches Verdienst der Männer, die vor nunmehr 40 Jahren den Kampf um Achtung und Gleichstellung des Handwerkerberufs mit anderen Berufen innerhalb der deutschen Judenheit aufnahmen, den Jüdischen Handwerker-Verein ins Leben gerufen zu haben. Wenn in zielbewußter, unbeirrter Arbeit auf dem Fundament jüdischen Glaubens, ein Hajidwerkergeschlccht erzogen worden ist, so ist das nicht weniger eine wirtschaftliche als eine ethische bedeutsame und richtungsweisende Tat Wenn es heute keinen leistungsfähigen jüdischen Handwerkerstand gäbe, so könnten die durch die Zeitverhaltnisse gebotene Umschulung und Umschichtung der jüdischen Jugend nicht durchgeführt werden. Das Handwerk ist ein Träger jüdischer Zukunft in Deutschland. Wenn wir dem Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, in dem heute Männer wirken, die ihre ganze Kraft in den 'Dienst der jüdischen Gemeinschaft stellen, unseren Dunk für die geleistete AufbauarWit und unsere Wünsche für die Zukunft übermitteln, so wissen wir uns dabei eins mit der jüdischen Gesamtheit. .Det Im—IM" Allezeit kräftigt Unterstützung Seit den vier Jahrzehnten seines Bestehens waren die Ziele und Bestrebungen des Vereins noch nie so bedeutsam und aktuell wie heute, da die Not der Zeit im jüdischen Kreise eine Umschichtung und Umstellung hervorgerufen hat, die fast auf eine Umwertung aller bisherigen Werte im jüdischen Berufsleben hinausgeht. Dieser gesteigerten Bedeutung entsprach auch der äußerliche Rahmen der Veranstaltung. ■ Der Vorsitzende, Herr Louis Wolff. unterstrich in seiner Festrede, daß der Handwerker-Verein sich nicht auf die Berufsarbeit In engerem Sinne beschränke, sondern sich auch im Dienste der gemeinsamen Interessen der deutschen Judenheit fühle, heute mehr denn je, da allgemein anerkannt werde, daß das Handwerk die Basis für die Zukunft des deutschen Judentums sein werde. Wir möchten diese Kombination von Judenheit und Judentum dahin deuten, daß der verdiente Vorsitzende nicht allein die gemeinsamen , Interessen der derzeitigen Judenheit kennt, sondern auch die Forderungen des Judentums, den Schrei eines guten Teiles unserer Jagend nach echtem, ungeteiltem und unverfälschtem Judentum, nach einem Halte über des Tages Schwankungen hinaus im Positiven und Religiösen. ' v- Wir könnten vom Jüdischen Handwerker - Verein erwarten, daß er pruktischc religiöse Erziehungsarbeit, leistet, vor allem durch Einstellung des Sabhut als Hauptpostulat seiner Wirksamkeit. Nannte man die jüdischen Handwerker „die Frontsoldaten des Friedens", so mögen sie auch - die Frontsoldaten des Sabbutfriedens sein. Wir müssen endlich begreifen, daß an, der Spitze der jüdischen Liebe, als oberster Sproß in der Skala der jüdischen Wohltätigkeit, die Beschäftigung des jüdischen Arbeiters, die Berücksichtigung des jüdischen II I n d 1 e r-Ss— des jüdischen Rcstaurateurs. mit einem Worte die Vorbeugung der Panperisierung des Bruders steht, so lange er noch als Bruder neben uns, in einer Reihe mif uns rangiert. Hierbei haben die Konsumenten und die Kunden in erster Reihe Rücksicht auf die subbathultenden Handwerker und Kaufleute zu nehmen. „Breslau« jüdisches Geiwlndeblitt" Wunsch zu segensreicher Weiterarbeit Die Veranstaltungen waren nicht nur getragen von der tiefen Dankbarkeit des gesamten organisierten jüdischen Handwerks in Deutschland gegenüber Herrn Louis Wolff. sondern zeugten uueh von der hohen Anerkennung und Wertschätzung, die ihm in weitesten Kreisen des deutschen Judentums gezollt werden. Diesem Ausdruck der Dankbarkeit und Anerkennung . kann man sich nur voll und ganz anschließen und hoffen und wünschen, daß dem jubilierenden Vereine und seinem Führer weitere Erfolge für eine segensreiche Zukunft des jüdischen Handwerks und mit ihm des gesamten deutschen Judentums beschieden sein möge. . . Steuerkalender vom 11. Februar bis 1S. März 1935 Evtl. Anfragen sind an die Geschaltsslelle des Verbandes, Berlin W 50, Nachodstr. 8, zu richten. In besonderen Steuerfällen steht zur Information und Relerteilung ein Sachbearbeiter zur Verfügung. Am 11. Februar Bürgersleuer. Ohne Schonfrist. An Steuerkasse. . 11. Februar Umsatzsteuer für Monatsuhler. Ohne Schonfrist. An Finanzami. , 15. Februar Vermögenssteuer für IV. Quartal 1934 nach dem letzten Vermögenssteuerbescheid. Ohne Schonlrist. An Finanzamt. . IS. Februar Grund- und Gebäude steuern. ~ Ohne Schonfrist. An Steuerkasse. . 15. Februar Gewerbesteuer (Gewerbeertrag- und Kapitalsteuer). . Ohne Schonfritt. An Steuerkasse. . 15. Februar Lohnsummensteuer (1,61 Prozent der im Januar gez. Lohnsumme). Ohne Schonfrist. An Steuerkasse. W 5. Mlrz Zahlung der Lohnsteuer der im Februar einbehaltenen Betrage. Ohne Schonfrist. An Finanzamt. , S. Merl Zahlung der im Februar einbehaltenen Bürgersteuerbetrige. . 10. Min Einkommensteuer-Vorauszahlung. Ohne Schonfrist. An Finanzamt. . 10. Mlrz Umsatzsteuer für Monatszahler. Ohne Schonfrist. An Finanzamt. . IS. Mlrz Lohnsummensteuer auf die im Februar gez. tohnsumme (w. o.). Ohne Schonfrist. An Steuerkasse. , IS. Merz Grund- und Gebäudesteuern. Ohne Schonfritt. An Steuerkasse. r

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