Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 2 (18.2.1936)
- Date
- 1936-02-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 3 remen Seite 7 tretung und anderer zuständiger Organisationen eingehende Darstellungen folgender Probleme: Systematische Länderkunde; Transfer- und Devisenfragen; Zusammenarbeit mit ausländischen JQd. Organisationen: Richtlinien für die Bewilligung von Unterstützungen; Technik der Auswandererberatung} Spezialfragen der Auswandererberatung für einzelne Be- . rufe (Kaufleute. Akademiker,- Landwirte usw.).__ Durch diese intensive Einführung in die wichtigsten Prägen, die den neuen Auswandererberatern In ihrer täglichen .Praxis begegnen werden, wurde eine Grundlage geschaffen, auf der sich eine fruchtbare Tätigkeit aufbauen wird. Die Auswandererberatungsstellen werden von der Zentrale her ständig mit der letzten Entwicklung auf dem Laufenden gehalten, so daß eine Gewähr für zuverlässige Beratung im Rahmen des Möglichen gegeben ist. Alle ratsuchenden Auswanderungswilligen müssen sich daher von jetzt an zunächst unbedingt *n die zustandigen Zweigstellen im Reiche wenden, während die Zentrale nur die Werbearbeit für Berlin und die Provinz Brandenburg sowie den ständigen Verkehr mit den Zweigstellen Übernimmt. JOdisdie Ulinterhilfe -I. Kürzlich wurde der erste Bericht der Zentralwohlfahrtsstelle veröffentlicht, wonach die Jüdische Winterhilfe Im Deutschen Reich mehr als 75 000 Personen zu betreuen hat, davon ein Drittel in Berlin. Die Zahl der Winterhilfsbedürftigen in Breslau beträgt 4000, In Prankfurt a. M. 3400, in Köln 1850. in Leipzig 1650, in Hamburg 2600, in Stettin 470. In Bremen werden 240 Personen betreut, oder rund 20% aller hier lebenden Juden._ 2. Einige unserer Betreuten sind durch Krankheit ans Zimmer gefesselt. Auch ihnen eine seelische Winterhilfe zu bereiten,'bleibt unsere Aufgabe, und so bitten wir, uns abgelegte, aber brauchbare Rundfunkgeräte für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. 3. Der Vorrat In Wintermänteln und •Anzügen ist völlig erschöpft. Unsere Kleiderkammer bedarf dringend der Auffüllung, um allen Ansprüchen gerecht werden zu können. Nachricht per Karte erbeten. 4. Die nächste Ausgabe von Lebensmitteln (Pfundspende- Vertellung) findet am Dienstag, den 3. März, statt. — Lebensmltteispenden. die zu diesem Termin noch Verwendung finden sollen, müssen bis zum 28. Pebruar im Gemeindehause, Gartenstraße 7, eingeliefert sein. 5. Bis zum Abschluß der Winterhille liegen noch 6 Wochen vor uns. An die Hausfrauen richten wir die herzliche Bitte, in Ihrer Gebefreudtgkeit nicht zu erlahmen; helfen sie doch durch ihre Pfundspende den Jüdischen Schwestern, die am meisten der Hilfe bedürfen. Während der Dauer der Winterhilfe ist das Hilfswerk nicht ohne Ablösungsspende durchführbar. Deshalb schließe sich am Sonntag, den 23. Pebruar. keine Hausfrau von der Qeldablösung aus. Das Einkassieren der Pfundspenden-Ablösung findet nur vormittags statt. 6. Erneut wird darauf hingewiesen, daß die JWH die. Betreuung der Hilfsbedürftigen 6 Monate lang durchführen, demnach auch Uber das Wlnterhllls-Opfer für 6 Monate verfügen muß. Diejenigen Gemeindeangehorigen. die mit Zahlung des Oktober-Betrags oder anderer Monatsleistungen noch im Rückstände sind, werden höflichst gebeten, Ueberwetsung auf Gemeindekonto (Bremer Bank. Sparkasse, Postscheckkonto) umgehend zu veranlassen. 7. Der Winterhilfe Ist jede (labe willkommen, aber: Was du gewähren kannst, gewähre gleich, denn Aufschub-minJert Jeder Qabe Wert. MalxkaflM Kattee Kakao Mahl y Zucker Konserven Tm Marmelade Haferflocken Makkeroni Mischobst Zur Pfundspende-Verteilung die Kating März stattfindet, bitten wir alle Hausfrauen, reichlich einzukaufen und den Annahmestellen bis Ende. Februar alles zuzuschicken JUdlgche Winterhilfe. Annahmestellen: Otto - Oildemeisler - Str. 43, Nordstr. 207/9, Osterstr. 56/57, Gartensir. 6. Reis Grieß Dosenmilch Parsil Seile Kokosfett Butter Viel Wenig machen ein Viel! Neben den regelmäßigen Eingängen aus dem Winterhilfsopfer, den Eintopfspenden und Ab-, lösungsbeiträgen zur Pfundsammlung wurden uns noch aus Sammelbüchsen etc. zur Verfügung gestellt: Skat-Abende der Kaiser-Priedrich-Loge 3.96 M ' Sportgruppe „Schild" 0.96 M Makkabifeier am 28. 12. 35 in der Union 5522 M Steuerkommission 2.47 M Kultur-Kommission am Untermayer-Abend 9.58 M Hebräische Kurse (0.35, 0.44, 0.67, 0.57) 2.03 M Gemeinderat 1.00 M Kegelklub „Hohe Kante" 5.00 M Gesellschaft bei Ruth Arndt 2.05 M Bremen, den 14. Februar 1936. 8227 M Jüdische Winterhilfe. föucfkßesprecfkungeii Der Weg in die Jüdische Neuzelt, betitelt sich das neueste Buch von S. Müller, Heidelberg, von dem bereits früher eine Darstellung der gesamten jüdischen Geschichte (besonders für Schulzwecke) erschienen ist. Durch die neuere Entwicklung, welche die Zeit der Judenemanzipation in Deutschland abzuschließen scheint, sah sich der Verfasser veranlaßt, in einem, vom Verlag der „Jüdischen Schulzeitung" sehr schön ausgestattetem, 315 Seiten starken Buch die jüdische Geschichte von Mendelssohn bis zum heutigen Tag neu zu bearbeiten und zu bewerten. Schon der einfache Leser einer jüdischen Zeitung, gleichgültig welcher Observanz, vermißt In dem Buch ein Kapitel über große und bekannte — mitten in der Auseinandersetzung stehende, sich an. „dem Weg in die jüdische Neuzeit" beteiligende - Organisationen der thoratreuen Judenhelt. Wenn der Verfasser sein Buch in einer zu erwartenden 2. Auflage einer diesbezüglichen Ueberarbeitung unterzieht und sich bemüht, dem Orientierung suchenden Leser durch die objektive Darstellung dieser Organisationen (wie z. ß. im Jüd. Lexikon) das Vorhandensein derselben mitzuteilen (man kann das nicht in einen Nebensatz, der alles „in einen Pott" wirft), dann wird das sonst gute Buch seinen Titel rechtfertigen und sein Ziel erreichen: weiten jüdischen Kreisen eitTTJeschichtsblld der dahingegangenen Epoche zu bieten. Ro. Die vollständige deutsche Uebertragung des Babylonischen Talmud von Lazarus Goldscnmldt, — Dieses zwölfbändlge Monumentalwerk, an dem Lazarus Goldschmidt seit dem Jahre 1896 arbeitet, steht jetzt vor dem Abschluß. Soeben gelangte der 41, Band des Werkes, das der Jüdische Verlag, -Betlhr W 50, trotz der Ungunst der Zeit ohne jede Unterstützung von anderer Seite-herausgibt, zur Ausgabe^- Er enthält die Traktate Chulin, Bechoroth und Arachln. Der 12. (Schluß-) Band, mit dem die erste und einzige vollständige Uebersetzung J