Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 5 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nummer -. üemeindeblatt Bremen Seite 7 Leben l>ezuhlcnde Pflicht, und zweifellos lebt in unseren Chew ru-Statuten der alte jüdische Geist, der für „chessed schel emeth", für dieeinzig wahrhafte Liebestat nicht genug hohe und verpflichtende Worte findet. Mag die Entstehung dessen, was wir unter „Chewra" verstehen, auch noch so alt sein, das eine ist gewiß, dali sie nur unter der Initiative der jüdischen Eigenart entstanden sein kann. . Auch unter meiner Führung wiejinter der meiner verewigten Vorgänger ist versticht worden, Sie hohen Ideale der Chewra zu pflegen und in friedlichem Verein mit der Gemeindeverwaltung in Wirksamkeit zu setzen, was unsere Altvorderen uns als teures Vermächtnis Überlassen haben: Thora, Awoda, gemillus chassodim; die Lehre, den Gottesdienst und die Ausübung von Liebeswerken an Lebenden und an Toten. Das sind die drei Grundpfeiler unseres Judentums; die Grundpfeiler der Welt aber sind: Kmetti, din und schalom, Wahrheit, * Recht und Friede. / Möge ein Jeder das Seine dazu beitragen, diese, hoben Ideale zu verwirklichen, auf daß die messianische Zeit nicht mehr fern bleibe und Jerusalem, die heilige Stadt, fest gegründet werde, wie es heiUt: Jruschalajum habnuja k'ir'schechubraloch iachdow" Jerusalem soll sein wie eine Stadt, in der alle in Frieden vereint leben. x Amen. zentrale, der Agudas Jisröel, hier in Bremen vor der jüdischen Oeffentlichkeit sprechen würde. Das Thema des Abends lautete: Der Sinn unserer Zeit. Der Redner wandte -sich, von einer Purimbetrachtung ausgehend, besonders an die jüdische Jugend, und berührte auch die Palästinafrage. Den Abschluß der Winterarbeit bildete eine vergnügte Purlmfeier, bei der sich die kleinen Agudisten an Spiel und Tanz, und einem reichlichen Purimschmaus gut unterhielten. Zusammengefaßt kann man wohl sagen, daß die Bremer Pirche Agudas-J Israel erfolgreich in ihrer Winterarbeit » gewesen Ist S. C. Winterarbeitsbericht der Pirche Agudas-Iisroel Die am letzten Schowuausfeste gegründete Pirche Agudas-.liscoel Jtigendgruppe Bremen hatte sich, nachdem sie durch ihre erste (iruppenarbeit innerlich und äußerlich gefestigt war, ein vielseitiges Arbeitsprogramm für die Wintermonute gestellt. Die Arbeit bestand in Chomischlernen, Lieder lernen und singen und in Palästinakunde, für die Aelteren; jü- 'disehc Geschichte, Lieder lernen und spielen, für die Jüngeren. Um der Ausführung dieses Zieles den Weg zu bahnen, veranstaltete die (iruppe eine eindrucksvolle Chunukkafeier. Hierbei Wurden den anwesenden Hüsten die Ziele, Arbeiten und Bestrehungen der Agudo in Wort, Mild'und Spiel klar gemacht. Hinige Wochen danach wurde die jetzt schon auf über X Mitglieder herangewachsene Ortsgruppe in drei, nach .Altersstufen getrennte Untergruppen aufgeteilt. So arbeitete jede Gruppe für sich, um dem gesetzten Ziele näherzukommen. F.in wichtiger Faktor der Agudo-Arbeit war und ist noch heute der Synagogciihcsuch. Als eine große Ueberraschung richtete Herr Rosemann die dritte vorgeschriebene Scliabhosmahlzeit „S'udo sch'lischis" ein. Dieses kleine Festmahl wird immer auf dein (iesamtlieim aller Gruppen veranstaltet, nachdem jede (iruppe für sich ihren Heimnachmittag gehabt hat. Kurz vor dem Purimfeste kam die Nachricht, daß Herr Dr. Salomon Fhrmann aus Frankfurt a. M.. Leiter der Palästinn- Jüdische Handwerker in Bremen AufnetTmegebühr pro Monat 50 Pfennig. Anmeldungen bei Ferdinand Meyer, Bremen, Oerhardstr. 9. Bäcker: B. GrOger, Ostertor- Stein weg 77. S. Rothschild, Osterstraße 50-57. Fahrrad-Handlung, Reparatur- und Schlosserarbeiten: Josef Swinixki, Hohetorstafle 49/53. Fahrrad- und Nähmaschinen - Handlung (eigene Reparaturwerkstatt): H. Warschauer, Weberstr. 26. Hutumpresserei für Damen und Herren, reinigen und ---ttrben: B. Spttier, Arn Wall 42. Kürschner: S. Sprei, Contrescarpe 74/7SL*»*»«»**- Schckel-Äktion 5694-95 Im August dieses Jahres soll der 19. Zionistenkongreß stattfinden. Er steht am Ende einer Arbeitsperiode, die angefüllt war mit größten Anforderungen an das Aufbauwerk, und in der sich Palästina vor aller Welt als Unaufhaltsam vorwärtsdrängende und gestaltende Macht im Judentum erwiesen hat. Sei! 2 Jahren Ist auch das deutsche Judentum in das pulsierende Leben Palästinas 'einbezogen. Die Aufnahme von ,25 000 deutschen Juden in den letzten beiden Jahren und" die unabweisbare Notwendigkeit, unserer Jugend Iii Erez Israel eine neue Heimat zu schaffen, legt den deutschen Juden Ver- ' pflichtung und Verantwortung auf. Wenn der kommende Kongreß über palästinensische Schicksalsfragen entscheiden wird, soll auch die Stimme des deutschen Judentums gehört werden. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat darum den Mai 1935 zum Monat der Schekelaktion 5694-95 bestimmt. Wer den Schekel kauft, bekennt sich zu Palästina als der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes und stärkt damit unsere Position. Darum richten wir an jeden Juden, gleichgültig, wo er bisher stand, die Forderung:. Zahlt den Schekel! Werbt für Ihn! Zionistische Ortsgruppe Bremen. Turn- und Sportverein Bar Kochba, Bremen. JPD. Makkabi Hazair, Bremen. Der.Schekel ist erhältlich bei: FrL Bertha-Schiller. Korsetthaus Obersky, Molkenstraße und bei allen Mitgliedern obiger Organisationen. Besorgen Sie noch heute den Schekel lUr sich und Ihre Familie! -Schneidet: Jac. Bier, FaulenstraBe 26-28. M. Lubelskv, Sielwall 7 (für Damen und Herren). Schuhmacherei und Reparaturwerk: Josef Goldstein, Üraf-Moltkestr. 27, Tel. H. 40927. Schlachter: Ed. Alexander, Falkenslraüe 13. Tischler, Bau- und Möbel: H. Tuchmann, Knochenhauersfraße 32, Telefon: Domsheide 20285. „Alljah" Informationen für Palästina-Auswanderer Die „Alijah", die bisher in 40 000 Exemplaren verbreitet werden konnte, ist im deutschen Judentum bereits die Informationsquelle für Palästina-Wanderer und Touristen geworden. Die vorliegende Ausgabe, die sorgfältig durchgesehen und um mehrere Artikel vergrößert ist, hat durch die Anfügung einer großen Palästina-Karte, die speziell für die „Alijah" in deutscher Sprache ausgeführt worden ist. eine nennenswerte Bereicherung erfahren. Die knappe Sachlichkeit der Ausführungen und die übersichtliche Anordnung der einzelnen Artikel ist geeignet, schon nach kurzer Lektüre dem Leser die wichtigsten Wege zur Palästina-Wanderung aufzuzeigen. Ueberdies kann das Blatt auch für jeden Nicht-Auswanderer, der sich Uber Palästina sachlich Informieren will, wertvolle Dienste leisten. Sie wird auch, bei Abhaltung von fallstuia- Kujrseq usw. von Wichtigkeit sein können. Fs ist dem Palästina-Amt gelungen, diese Interessante Veröffentlichung trotz des verstärkten Urnfanges von 120 Seiten Großformat, Bildern und einer Palästina-Karte zu dem niedrigen Preis von nur 90 Pfennig den weitesten'Schichten der jüdischen Bevölkerung zu Ubergeben. Schickt Eure Kinder zur Religiomschule! Anmeldungen werden im GemeindebU.ro entgegengenommen