Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 5 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iemeindeblatt Bremen Seite m konnte, hat gezeigt, daß die (ietneinde einmütig hinter Vorstand und Rat steht und alle Beschlösse, m schwieriger Zeit gefaßt, billigt. Die Protokollführung lag in Händen des Herrn Wilhelm Goldschmidt. . .Landesrabbiner Dr. Philipp de Haas Felertagsriste! — An der Schwelle des Festes ward er uns entrissen! Mit dem Einzug des Frühlings, vor der Erneuerung der Natur, ward diesem Leben sein Ziel gesetzt. Ueber seinem Leben stand ein Wort: Menschlichkeit! Wie sein von Ihm zu tiefst erfaßtes Judentum ihn lehrte, betrachtete er Gottes Geschöpfe. Wie sein eigenes, lauteres Wesen ihn fahlen ließ, schenkte er den Menschen von seinen reichen Gaben die menschlichsten: Güte und Verstehen. Wie er seinen Beruf auffaßte, war er allen, die sich ihm näherten Berater und Freund. Was ist an diesem Mann in dieser Zelt verloren? Ein Tröster für alle, die hören wollten; ein Quell der Aufrichtung für alle Beladenen; eine Begabung, die unvollendet schon, bis in Erkenntnisse vorgedrungen war, die auch tief Schürfenden sich nicht leicht erschließen: Ein Mensch! Sein Hinscheiden ist ein Mahnruf, weit Ober seine Gemeinden, hinaus': Mit dem Herzen seinen Mitmenschen leben, mit ruhigem Stolz ein jüdisches Vorbild sein, seine Kraft und sein Können über seine Grenzen hinaus verströmen lassen zum Wohle und zur Sicherung edlen Menschentums! Dies jähe Ende hat uns bis Ins Innerste erschüttert. Dies» Seele gibt uns den Trost und schenkt uns die Erinnerung: Dieser ist ein Mensch gewesen.' Siegbert Zacharias. Was Landesrabbiner Dr. de Haas unserer Gemeinde war Als am Rasttage des Pessachfestes der plötzliche Tod von Herrn Landesrabbiner Dr. de Haas bekannt wurde, herrschte auch in weiten Kreisen unserer Gemeinde tiefe Trauer und Bestürzung. In den fünfzehn Jahren seiner segensreichen Wirkt samkeit in Oldenburg hatte es ckr Entschlafene verstanden^ über seinen engeren Wirkungskreis hinaus, auch in unserer Gemeinde mannigfaltige Beziehungen zu knüpfen. Oftmals konnten wir seine inhaltsreichen Worte in der Agudas Jisroel, in der Loge und in anderen Vereinigungen vernehmen. Es gibt in unserer Gemeinde viele Häuser, die mit dem verewigten Landesrabbiner und seiner Familie sich eng verbunden fühlen. Darüber hinaus reißt sein Tod in eine wichtige Institution unserer Gemeinde eine Lücke, die sich nur schwer schließen wird. Gehörde doch der Entschlafene von Beginn seiner Wirksamkeit in Oldenburg schon in den Tagen unseres verewigten Rabbiners Dr. Leopold Rosenak s- A. dem Beth Din unserer Gemeinde an, dem Rabbinatskollegium, dem die Regelung aller jener Angelegenheiten obliegt, die die Kompetenz des einzelnen Rabbiners übersteigen. Niemand weiß besser als der Unterzeichnete um die wertvollen Dienste, die der Heimgegangene in dieser Körperschaft unserer Gemeinde geleistet hat. So manchen Sonntag hat der Entschlafene hergegeben, um diesen Rabliinutsangelegenheiten seine Zeit zu widmen. Ausgestattet mit einem reichen Schatz halachischer Kenntnisse, verbunden mit tiefer Menschenkenntnis und klugem Verhältnis für die Erfordernisse unserer Gemeinde, hat er die Arbeiten des Rabbinatskollegiums anzuregen und fruchtbar zu gestalten gewußt. Die liebenswürdigen Eigenschaften seiner Persönlichkeit kamen in unserem kleinen Kollegium zu voller Geltung und schufen jene beglückende Atmosphäre der Kollegialität, die die Voraussetzung einer gedeihlichen Arbeit ist. Schließlich sei dankbar daran erinnert, daß der Dahingegangene nach dem Hinscheiden von Herrn Rabbiner Dr. Rosenak. s. A. sich der Bremer Gemeinde zur Wahrnehmung rabbinischet-Pflichten zur Verfügung gestellt, bis dieses Amt besetzt wurde. f Das Rabbinut der Israelitischen Gemeinde Bremen Rabbiner Dr. Eelix Aber. Zehnjähr. Bestehen des Jüd. Altersheims Am Sonntag, den 5. Mai. waren 10 .lahre seit der Errichtung des Jüdischen Altersheims Bremen verflossen. Um den Erinnerungstag würdig zu begehen, hatte dje Verwaltung des Heims alle Insassen, die speziellen Mitarbeiter und die Vertreter der Gemeinde und jüd. Institutionen zu einer Ecier am Nachmittag eingeladen. Erau Auguste Michel, die auf einem geschmückten Ehrensitz Platz genommen hatte, begrüßte die Erschienenen und sprach allen, die dem Altershelm seit seiner Begründung Interesse entgegengebracht haben, innigen Dank tu» Namens des Gemeindevorstands betonte Herr Max Markreich, daß es bewundernswert sei. was alles Im Laufe eines Jahrzehnts geleistet worden wäre; ein Werk, an dessen Zustandekommen unter anderen Umständen vielleicht Generationen zu arbeiten gehabt hätten. Hier hätten alle Oemeindemltglieder wahren Gemeinschaftssinn bekundet; vor allem sei es aber der unermüdlichen Hingabe der Administratorin. Erau Auguste Michel, zu verdanken, daß eine Heimstätte geschaffen worden sei. in der jeder Insasse seinen Lehensahend sorglos beschließen könne. Eür den Israelitischen Erauenverein, der bei der Gründung des Altersheims herfend mrtgewirirHwt; ■aprfwh-- JENNI SCHILLER Heymi^&'Neümann) Anfertigung von Damen «Wäsche Herren «Wäsche, Kinder.Wäsche, Bett.Wäsche BREMEN, Bornstr. 5, Fernspr.: Amt Weser 83441