Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 5 (18.5.1934)
- Date
- 1934-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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AEUTISCHEN GEMEINDE RDFMEN MTL. ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG liWh|THill Da« JUdlaoha Oam.ind.bi.tt galangt an dl* Mitgii.d.r dar laraalltlaohan Oamainda Iranwn und an dla Oamalndavarwaltungan dar rtabblnatabaxlrka Oatfriaaland, Oldanburg und Stada zur Llafarung. Daxugaprala vlartalJShrtleh 30 Pfannig fral Haua. Durch dla Poet baxogan vtartaljahrlleh 30 Pfannig xuzüglloh PoatzuataiigabUhr. . Nachdruck nur mit Quallanangab* und mit Genehmigung daa Vartaaaaria gaatattat. Varlafliort Hannhalm. Varant. für dan rad. Talh Dr.Max Grunawaid. Mannhalm; für dan loh. Talli M Marhraloh, Braman; für dla Anxalgam Curt •römal, Ludwlgahafan a. Rh. — D.-A. I. VJ. eoo Exemplar«. Druck u.Varlagi «abr. Naubauar, Ludwlgahafan a. Rh. Nr. 3_ ■ _ Bratnan, 18. Mal »54 _ 6. Jahrgang Die Mahnung des Schowumisfestes Von OurUv kostmann, Brunen Qott befreite die Nachkommen Abrahams, Isaks und Jakobs n cht aus ägyptischer Knechtschaft, um eine soziale Un- ' erechtigkeit auszugleichen, — wäre dies der Grund der Er- .sung, sie hätte sich im Laufe der Jahrtausende hundertfach lederholen müssen! — sondern um sie aus dem Dienste von .Menschen in seinen Dienst treten zu lassen. Aus Israel war Jede Freiheit und jeder Besitz geschwunden,-damit es-nach fler Befreiung alles als nur aus Gottes Hand empfangen und durum in seinen Dienst Bestellt begreife. Und dieser Dienst ijttn Israel sich weihen sollte, lautet: „Ihr sollt mir sein ein ^Kh von Priestern und ein heilig Volk!" Es sollte allen Völ- ^■p der Erde das ideale Beispiel wahren Menschentums im Hast an Qott und im Dienst an den Mitmenschen vorleben. 'Durch dieses Ideal-Leben sollten dereinst einmal alle Völker Wir Nachahmung angeeifert werden. Das Programm für ein solches Leben liegt in der Thora, die es arrl Schowuaus emp- ■fflpg, und als Land zur Verwirklichung dieses Gesetzes wurde Ihm Palästina für ewige Zeiten zugewiesen. Ein ideales Volk Unter einem idealen Gesetz in einem idealen Land : Welche Perspektiven für die Entwicklung der Menschheit! Wenn so die Befreiung aus Aegypten nur Etappe für die Offenbarung ist, dann konnte das befreit« Volk nicht den direkten Weg durchs Philisterland .gehen, denn er wäre zu kurz gewesen, als daß es sich so schnell voll und ganz in den Dienst imer so erhabenen Aufgabe hätte stellen können. Vorerst mußdie Schlacken ägyptischer Unsitte in siebenwöchentlicher Icher Selbstreinigung abgestreift werden, sodann konnte Gesetz empfangen und das Land in Besitz genommen wer- Wk. So ist im Lichte wahrhaft jüdischer Geschichtsbetrachtung — die Offenbarung im Anschluß an die Befreiung aus Aegypten Glied in der dreifachen Einheit: Volk Israel unte> dem Gesetz Israels im Lande Israels! Eines ohne die beiden anderen ist nicht denkbar. Verschmäht Israel eines, so schickt Gott seine Leidenserziehung zur Besinnung und Besserung.' Von dem Erkennen dieser Aufgabe hängt,das Glück der Zukunft ab. Auf die Anfrage Gottes, ob sich das Volk in den Dienst dieser Ordnung stellen will, anfwortete es: „Alles, was Gott spricht, werden wir tun und hören!" Aber Gott verlangt — Jen Worten unserer Midraschw'eisen «ar Bürgen. Die Väie die Propheten, werden als Bürgen abgelehnt. ..So sollen denn unsere Kinder dafür bürgen", spricht das Volk, und die*e Iflnen werden angenommen. „Aus dem Munde von jaJjjH^LBl Säuglingen hast Du eine Macht gegründet", singt K^^^fche Dichter. Und Moses spricht: ..Nicht mit Euch ^HeliWajKlch diesen Bund geschlossen, sondern sowohl mit ^etn. derheutc hier mit uns steht, als auch mit dem, der heute nicht rrÄ'.Mw zugegen Ist" Für ewige Zelten und alle üeschlechltHhat Israel sich diesem Dienst geweiht. - und eben darum «M wir als Volk unsterblich! Keiner aus Israel kann sich dieälpienst entziehen, ohne damit ganz Israel zu schädigen undqfc gottgewollte Entwicklung der gesamten Mensch - h«H zU3«aWl An die Uebernahme dieses Dienstes, durch den erst die Befreiung aus Aegypten in ihrer Einmaligkeit ihren Sinn bekommt, erinnert uns das Schöwuausfest, und an die Erfüllung dieses Dienstes will es uns mahnen. Denn nicht Tage des Vergnügens und des Faulenzens sind unsere Feste, sondern eindringliche Mahner sollen sie uns sein! Und wenn die ältere Generation vielleicht nicht mehr die Kraft aufbringt, aus den Geschehnissen der Gegenwart, bezogen auf die Geschehnisse der VergangcnhMt, an welche die Feste uns erinnern, die Schlüsse' für die eigene Zukunft zu ziehen, so möge sie wenigstens der Besinnung und der Erneuerung der Jugend keine Schwierigkeiten bereiten! Nur durch das Begreifen der von Gott begründeten Einheit: — Volk — Thora — Land — ist eine glückliche Zukunft möglich, und durch uns muß und kann sie herbeigeführt werden- „Noch heute, wenn ihr auf Seine Stimme höret!" Aus der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen Teil sind an die Schriftleitung des Jüdischen Gemeindeblattes, Bremen, Gartenstraße 7, zu senden. Amtliche Bekanntmachungen: Betr. Synagogen-Ordnung Die verehrl. Mitglieder und ihre Damen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die neue Zuteilung der S y n a g o - Kenplätze Anfang Juli durchgeführt werden wird. Die Zuteilung erfolgt in der üblichen Reihenfolge, entsprechend dem Alter der Mitgliedschaft Zwecks Vermeidung von Weiterungen ist es erforderlich, sich die jetzige Platznumrher vorzumerken. Die neue Platznummer wird allen Mitgliedern, denen ein fester Platz zugeteilt werden kann, schriftlich mitgeteilt werden. Bremen, den 10. Mai 1934. Der Vorstand. Betr. Mlzwausgelder Gemäß einem Beschlüsse von Vorstand und Gemeinderat vom 26. April 1934 wird für jedes, vom Aufgerufenen gewünschtes Mischeberach ein Mizwausgeld erhoben, das 1 RM für jeden Segensspruch beträgt. Es ist gestattet, diese Segenssprüche bei besonderer Veranlassung sprechen zu lassen, und zwar höchstens drei Mischeberachs. Die Zahl der in einem Mischeberach zu erwähnenden Namen ist auf drei beschränkt. Das Mizwausgeld für Alljoth, die bei dem jeweils amtierenden Vorsteher für Gemeindemitglieder erworben werden können, ist auf 3 RM an Sabbaten, 5 RM an Festtagen festgesetzt worden. Bremen, den 27. April 1934. Der Vorstand. Betr. Ausgabe von Lebensmitteln Die nächsten Ausgabe-Termine der Pfundspende sind. Dienstag, den 5- Juni, 3. Juli, 7. August und 4. September 1934. I 1