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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen · 1934-04-27 · 4 (27.4.1934) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
Volume
6 (1934)
Issue
4 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Vorsteher durch Zuruf wiederzuwählen; darauf erfolgte die einstimmige Wiederwahl des Herrn Max Markreich zum 1. Vorsteher für den Turnus 1933/35 und des Herrn Nathan ürünberg zum 2. Vorsteher für 1934/36. Während der Vorsteherwahl führte Herr Dr. Herrn. Lehmann den Vorsitz. — Gegen den Vorschlag des Herrn Ernst Meyer, auch die Wahlen zum Gemeinderat p. Akklamation vorzunehmen, erhob sich Widerspruch durch den Antrag der Herren N. Treff und Genossen, wonach Herr Dr. Kurt Zacharlas vorgeschlagen wurde. Infolgedessen mußte in geheimer Wahl abgestimmt werden. Vorsitzender ernannte die Herren Siegfried Meyer, Felix Scheinia k und Elias Schragenheim zu Auszählern. Es entfielen auf: Dr. Paul Hes 95 Stimmen. Max Jonas 90, Julius Stern 95, Norbert Nathan 91, Hugo Levy 94, Dr. I. Rosenak 93, Otto Meyer 87. Dr. H. Lehmann 82. Dr. Kurt Zacharias 33 Stimmen. Entsprechend wurde festgestellt, daß die vier erstgenannten Herren für den Turnus 1933/ 1934, die weiteren vier Herren für den Turnus 1934/35 zu Mitgliedern des Gcmernderats gewählt sind. Die Wahl der Steuer- Einschätzungskommission ergab die Wiederwahl bzw. Bestätigung der Herren Ludwig Brandt, Wilhelm Gold- Schmidt, Joseph Lehmann, Simon H o r w i t z, Jos. Platzer, Herrn. Herzberg, S. Silbermann und Alfred Grünberg. — Zu Punkt 6 der TO. lagen zwei Anträge vor. Der Antrag des Herrn Adolf O s t r o, die Verpflichtungen des Rabbiners und 1. Vorstehers betreffend, fanden lebhaften Widerspruch. Nach Abgabe einer Erklärung des 1. Vorstehers und Verlesung einer Erklärung des Gemeinderabbiners, Herrn Dr. Aber, wurde auf Antrag des Herrn Erich Benz zur Tagesordnung übergegangen. Die übrigen Anträge, von Herrn Dr. Zatrharias begründet, betrafen die Wiederherstellung der Mitgliedschaff unverschuldet in Not geratener ehemaliger Gemeindemitglieder; die Errichtung eines Propaganda-Ausschusses, die Mitgliedschaft der Beamten, die Oeffentlichkeit der Gemeinderats-Sitzungen und die Benutzung des Lehrsaals durch Vereine. Der erste Antrag, hei AufrechterhaJtung des. satzungsgemäßen Mindestbeitrages von monatlich 2,50 RM. In nachgewiesenen Notfällen den Vorstand zu ermächtigen, den Beitrag bis auf 1 RM herabzusetzen und evtl. auf Nachzahlungen zu verzichten, fand Annahme; dagegen wurden die übrigen Vorschläge dem Vorstand als Material Uberwiesen. — Die Protokollführung lag in Händen von Herrn Dr. Walter Helfenberg. Vergesst nicht, Kure Einkaufe «acta bei Jüdischen Gewerbetreibenden zu tätigen und indische Handwerker mit in beacMttlgcn I Im Sommerhalblahr beabsichtigt Herr Rabbiner Dr. Aber folgende Lehrvorträge und Kurse im Jüdischen Gemeindehause, Gartenstraße 7, abzuhalten: 1, Sprüche der Väter. II. Abschnitt. (An jedem Sabbat eine halbe Stande vor Nacht) 2, Sprachliche und geschichtliche Uebungen über die Bücher Esra und Nehemia: Montags, pünktlich 20.15 Uhr. 3. Gedichte Juda Halevis mit den Anmerkungen von Franz Rosen zweig: Montags, 21.40 Uhr. Erforderliches Buch: Anthologia Hebraica. Leipzig 1922. Insel-Verlag. 4. Abschluß des hebräischen Sprachkursus (nach Recznikoff): Donnerstags, 20.45 Uhr. Am Wochenfest und den übrigen Feiertagen pflegt der Besuch der Synagoge erheblich größer zu sein als am Sabbat. Es ist deshalb notwendig, durchaus Ordnung zu wahren und nur denjenigen Platz zu benutzen, der mit dem Namen des betr. Qcmeindemitgliedes bezeichnet bzw. als Ersatzplatz angewiesen worden ist. Es ist verboten, fremde Plätze zu benutzen. Dies gilt in gleicher Weise für die Frauenabteilung. Nummer 4 Synagogen-Spenden im Vergleich zu den Vorjahren sind die Spendeneingftnge wiederum zurückgegangen. Es wurden zugunsten der angegebenen Organisationen gespendet: 1933 1933 1931 1934 Oemeinde-Zedaka (Wohlfahrtsfond») .... 672 66« 1110 1411 Chewra kaditcha (Kranken-Wohlfahrtsverdn) . 562 558 835 1280 israelitischer Frauenverein........ 286 360 646 1287 Jüdisches Allerehelm.......... 140 116 396 66» Braut-Ausstattunga-Stiftung ....... 42 40 67 177 Beamten-PcnslonsFonds........ 17 46 23 35 Synagogen-Baufonds.......... 5 9 18 140 Rltaal-Badeanttalt............ — — 14 35 Palastina-Spende........... 102 46 55 121 Talmud-Thora-Verela.......... 17 37 27 175 Moses Schragonhelm-Stiftung für Krankenpflege 73 70 90 192 1916 1948 3281 551» Vor allen Übrigen Aufgaben, auch vor denen des Kulms steht heute die Förderung der sozialen Fürsorge. Die drei erstgenannten Organisationen bilden eine Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen „Jüdisches Wohlfahrtsamt". Es Ist Pflicht jedes Juden und jeder Jüdin in Bremen, die Wohlfahrtspflege nicht verkümmern zu lassen, sie vielmehr nach besten Kräften zu fördern._ Seder-Abende im Jüdischen Altersheim Unser langer Eßzimmertisch wird heute nicht ausreichen: Alle wollen beim Seder sein, auch die, denen sonst das Kommen zur gemeinsamen Tafel zu beschwerlich ist; außerdem haben wir mehrere Gäste, die vielleicht sonst ohne Seder geblieben wären. Also wird ein Tisch so angebaut, daß alle Tischgenossen den Sedergebenden sehen und hören können. Daß heute später gegessen wird, nimmt' jeder gern in den Kauf, in Erwartung der lieben uralten Feier, bei der man so gerne der Zelten gedenkt, da man selbst Mah nlschtanoh fragte. Zehn brennende Kerzen, ein* Kroßer Strauß blühender Frühlingszweige, die ersten dieses Jahres aus unserem herrlichen Garten, leuchten uns entgegen und lassen unsere Augen aufleuchten. Nun erzählt unser Senior, Herr Eduard Boas, von allen Seiten dazu berufen, die alte vertraute-Geschichte unserer Leiden und unserer Erlösung1 und zeigt uns so von neuem, daß jedem Dunkel Licht folgte. Nach dem, an erlesenen Speisen, reichen" Abendessen und gemeinsamen Tischgebet klingt die Feier in die lieben, alten Gesänge „Echod um! jodea" und „Hadgadjo" aus. Und ebenso froh feiern wir den zweiten Sederabend. C T. In Lübeck veranstaltete die Esra-Loge im verflossenen Winter mehrere Kultur-Abende, unter Teilnahme der Tjemeinde. Diese Kultur-Abende, Musik, Vorträge, Rezitationen, erfreuten sich stets guten Besuches und größten Beifalls. Am letztin Kultur-Abend las Frl. Lilly Kann (vom Deutschen Theater In Berlin) aus Jesajas. Den Elnführungsvortrag hielt Herr Rabb. Dr. Aber aus Bremen. In meisterhafter Weise veranschaulichte er Zeit, Wirken und Größe dieses Propheten, dessen Worte dann Frl. Kam in eindrucksvollster Form zu Gehör brachte. Es war eine Stunde weihevollen Erlebens. Eine derartige Vereinigung von Vortrag und Rezitation wird stets eine große Wirkung erzielen und dürfte begrüßenswerte Form einer Veranstaltung von Kultur-Abenden bieten. \ S. C. Denkt an die Pfunckpende des Israel. Frauenvereim Die JUdiscne Bucbveretnliung ist in schwerer Zeit gegründet worden, um dem deutschen Schrifttum jüdischer Herkunft eine Pflegestätte zu bereiten. Einerseits gilt es, den jüdischen Autoren die sonst-versagte Möglichkeit zu geben, ihre Werke zu veröffentlichen; andererseits gilt es, der jüdischen Gemeinschaft d 1 e Bücher zu gängig zu machen, nach denen sie Verlangen trägt So Ist das Ziel der. Oemeindeblatt Bremen

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