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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen · 1933-12-15 · 6/12 (15.12.1933) · p. Seite 3

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
Volume
5 (1933)
Issue
6/12 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nummer 6'12 (je m e i n de b I a 11 Bremen Seite 3 Sparen Sie Zeit! Verwenden Sie Gummistempel 1 Wenn Sic Ouairnl Strmp-I Irgend welcher Ait brauche«, dann dmken Sie daran, dal Sie dlencrben Im In V.rlag de» „Oendndeblattes Brtmen", billig and | ronpt beliehen können. Ocben Sie trat den gewOatchten Text und die angrllhrc OrflBe an und wir nennen Ihnen postwendend unseren Prela bei Pianko-Liderung Verlag des „Gemeindeblatt Bremen*4 Mannheim, Postfach 472 gen Ist hier festzuhalten. Dr. phll. Wilhelm Karl Prinz von Isenburg, Privatdozent an der Bonner Universität schreibt („Genealogie als Lehrfach", Leipzig, 1928) wörtlich, tut das hohe Anselten, das die Fnmllienkunde bei dem Jüdischen Volk — wie bei fast aLen antiken Völkern — gefunden hat, hinweisend u. a. folgendes:......Bei den Hebräern war eino Art genealogischer Beamter tätig, der ihre Geschlechter aufzeichnen mußte." Der Ordinarius der Universität Gießen. Robert Sommer, schreibt in seinem Werk „Familienforschung und Vererbungslehre" (Leipzig, 1922) u. a.: . In diesem Zusammenhang ist die Tatsache von größtem Interesse, daß schon in der Bibel Abstämmlings- und Vererbungsideen sehr stark hervortreten: Sie bilden einen Beweis dafür, daß bei dem alten jüdischen Volke die Wichtigkeit der Familienzusammenhänge erkannt und in religiösen > Zusammenhingen betont worden ist Ich muß" — so führt Sommer fort — „ausdrücklich betonen, daß ich diese Dinge hier nicht vom konfessionellen Standpunkt behandele, sondern lediglich die wissenschaftliche Frage im Auge habe, wie weit sich famlllengeschlchtliche Ideen und Einsichten in der Literatur zurückverfolgen lassen." Sommer bespricht dann ausführlich eine größere Reihe der In der Bibel so zahlreich wiedergegebenen Geschlechterfolgen, um dazu u. a. zu bemerken: „Diese ausführlichen genealogischen Darstellungen in der Bibel haben trotz der mythologischen Beschaffenheit vieler einzelner der genannten Personen und Stimme doch für die Psychologie des Judentums eine große Bedeutung. Sie sind einerseits der Ausdruck, andererseits mit eine fördernde Ursache für das ausgeprägte Familien-, Stamm- und Rassenbewußtsein, das sich bei dem jüdischen Volk durch Jahrhunderte gehalten hat und das ein Hauptgrund für die Erhaltung und das Gedeihen der Art, trotz vielfacher Durchsetzung mit psychopathischen Degenerationserscheinungen, ist Man muß auch die Einteilung der jüdischen Stamme in der Bibel und deren Wohnorte (im Buch Josua, Id. Kap. u. f.) durchaus geschichtlich in dem Sinne auffassen, daß es sich dabei um durch Inzucht und Blutsverwandtschaft gefestigte Famliengruppen gehandelt hat. deren besonderer Charakter Im Sinne der Vererbungslehre eine starke Durchschlagskraft hat" .Die auch weiterhin fesselnden Ausführungen Sommers zu diesen Dingen, verdienen In seinem Werk nachgelesen zu werden. Selbst die gedrückten Juden des Mittelalters haben vielfach den Sinn fürs Historische bewährt: Der Hinweis, daß — weit öfter, als im allgemeinen gewußt und angenommen wird — deutsch-jüdische. Geschlechter Jahrhunderte hindurch eigene Wappen führten, mag dafür Beleg sein. Dem Verfasser Ist beispielsweise bekannt, daß die Familie des jüngst verstorbenen bekannten bayerischen Familienforschers' Eduard Schöpf lieh in München ihr eigenes Wappen besitzt So entspricht es guter altjüdlscher Ueberlieferung, wenn auch in unserem Kreis wieder in verstärktem Maß Famillen- und Frb-Forschung betrieben wird. Einer berechtigten Forderung der Stunde, und nicht irgend einer modischen Laune tragen wir damit Rechnung. Die „Gesellschaft für Jüdische Familienforschung" zu Berlin, deren „Mittellungen" schon seit 1924 erscheinen, leistet hier bereits lange — unter der Führung Dr. Arthur Ciellitzers, der als Erfinder der heute In wissenschaftlichen Kreisen hoch wschatoten „Slpp- 9>lo(^ftcrerfd)ctnun0ötaö: 19. San. 1034 CRebafflonSfdjlufc: - 9. San. 1934 . An ■»lern Herren Mitarbeiter! Verzögerungen la der Erscheinungsweise müssen unter allen Umständen vermieden werden, and wir machen unsere geschätzten Mitarbeiter höflichst darauf aulmerksim. daO kein Material berücksichtigt werden kann, das bis zum vorgesehenen Redaktionsschluß bei uns nicht eingegangen Ist. — ■ --* _ — j,——-DI» Redaktion. schaffstafeln" bekannt ist - im stillen wertvolle Arbelt. In diesen Monaten, in denen so mancher zu jüdischem Werden und Sein zurückgefunden hat. haben viele zum erstenmal mit Heftigkeit die Frage nach Herkommen und Wesen der eigenen Ahnen aufgeworfen. Beim Suchen alter Famillcndokumente und ihrem Studium stößt der forschende Nachkomme oft unvermutet auf unbekannt gebliebene Tatsachen. Geschehnisse und Urkunden, die nicht nur von rein historischem und menschlichem Interesse, sondern häufig euch von durchaus praktischer Bedeutung sind. Dazu kommt der heute besonders lebhaft vertretene Ruf nach Erbforschung. Einem Vortrag hierüber vor der Wissenschaftlichen Vereinigung der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin, den Dr. med. Nußbaum jüngst gehalten hat, seien in Kürze folgende beachtliche Gedanken entnommen: Gerade in der heutigen Zeit sei es unbedingt erforderlich, seine Familie, sowie seine Vorfahren zu kennen. Dies um so mehr, als fast alle Juden eine Berufsumschlchfung nötig haben, bei der es wichtig Ist. ob der neue Beruf dem Betreffenden entspricht. Kennt man die Erbanlagen der Familie, so kann man dann sicherer die richtige Entscheidung treffen. An jedes Kind tritt einmal die Berufswahl heran, die es zwingt, sich im Umkreis der Familie umzusehen. Nur gestreift kann hier im Zusammenhang die parallel laufende historische Forschung werden. So muß vor allem auf Rabbiner' Dr. Adolf A 11 m a n n s aufsehenerregende Schrift „Das früheste Vorkommen der Juden In Deutschland" (Trier. 1032) und Ihre Beurteilung In Heft 4 des Jahrgangs IV der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland hingewiesen werden. Hier mag auch die erst Jüngst erforschte Tatsachen, daß inr heutigen Ungarn bereits sechs Jahrhunderle vor der Landannahme durch die Magyaren Juden festgestellt wurden, interessleren. Diese Juden stammten von Gefangenen ab, die Titus mit nach Rom nahm. Mit Römern zogen sie dann nach Ungarn. Im ganzen kann die Forderung nach jüdischer Familienkunde und Erbfprschung nicht eindringlich genug erhoben werdvn. Als- Grundlage hierfür diene eine Sammlung von Fnmlllenpanleren und eine fachgemäße Stammtafel, (sog. „Stammbaum"). De Anlegung eines solchen Archives und vor allem einer solchen wichtigen Stammtafel kann sich natürlich nicht jeder unterziehen. Die kleine Mühe und die bescheidenen Unkosten, einen Fachkündigen mit diesen Arbelten zu betreuen, sollte aber niemand scheuen. Oft wird man damit einer, wertvollen Dienst vor allem an sich selbst und seinen Nachkommen leisten, und nicht selten auch wird diese Forschung zukunftsweisender Dienst am Judentum und der indischen Gemeinschaft sein. <&tbtntti *** &*bft*fti*f tt! . Gebiert abarfeatt, aber brauchbare tfieibuna«- ffüdV an unfere JfUiberf Jtnmrr SttWf d)eö SBoItff aljrtöatnt rternruf: Tom«b»IB» 285KS , p Oartenftral« 6 7

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