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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen · 1933-12-15 · 6/12 (15.12.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
Volume
5 (1933)
Issue
6/12 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Auflage 600 Exemplar» GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE RDPMFM AMTL. ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG DIIEIlMl Da« Jüdisch« Gemelndeblatt gelangt an all* Mitglieder dar Israelitischen Gemeinde Bremen und an all« Gemeindeverwaltungen dar Rabbinatsbazirka Ostfrlaaland, Oldenburg und Stada unentgeltlich zur Lieferung Nachdruck nur mit Cjuallanangaba und mit Ganahmlgung da* Varfaaaara gaatattat Vattagaert M—aal». Varantwortlleh fUr den lokalen Tall: M. MarKralch, Bremen. Für dl* Anzeigen : Curt Bromti. Lud wgshafan a. Rh.. Nr. 6712 Bremen, 15. Dezember 1933 5. Jahrgang' —■■■««■■■■eeeaeaaaaaaeaeeeeeeeeeaeeeeaaeaeeeaeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeaaae».— AN DIE GEMEINDE-MITGLIEDER! Die weitere Ausgestaltung des Gemeindeblattes ist eine Kostenfrage und hängt davon ab, daß die Mitglieder, insbesondere die jüdischen Firmen, das Blatt nach Kräften fördern. Wer Anzeigen zu vergeben hat, berücksichtige das JÜDISCHE GEMEINDEBLATT, das allen Mitgliedern unentgeltlich ins Haus geliefert wird und auch in den Bezirken Ostfriesland, Oldenburg und Stade zur Verteilung gelangt. DER VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE BREMEN. Am Leuchter . Vom erstenChanukka-Licht und -Leuchter Von Kail Dirmilldtci Keine gewaltigen Feuer Und doch so herrliche Mammen I Laßt uns Zusammensein und die Lichter.-:- Die Chanukka-Lichter. gemeinsam entzünden ... Was schaust du ins Ferne, mein Junge, Träumst du den großen, sehnsüchtigen Traum?-- Sieh her, dein kleiner Leuchter ist noch Immer Mit unseren Leuchtern schön und nah vereint. Wird auch von ihm einmal ein heller Schimmer In blaue Nachte fallen. / Im heiligen Land? 4- Die Mutter weint X — — Sie sieht dich dort... An ungewohnten Schwellen Wirst du am Tag, bei Nacht vorübergeht!. Weinen? — Nein, keine Tränen. Wenn wir vor den hellen, Uralten Lichtern unseres Volkes stehn... Auch du, mein Junge, schreitest in die Not, Vielleicht in Einsamkeit — Doch nie bist du allein. _ Vor dir ist ER, vor dir die großen Ahnen Und über dir die unsichtbaren Fahnen. Bald lichthell, bald vom Untergang umloht. Sei stark und fest. Und schaust du Leid und Quoten. Leuchte dein Auge! — Sieb, sie werden klein, Und Ober allem wird ein Lichterstrahlen. Und aber «Dem wird ein Heiligtum. Und Ober allem Oolte* Wunder sein. Von Mai Dlcntmann Immer wieder verwundert man sich darüber, daß die in der Aggadah, sei es im Talmud oder in anderen Schriften, enthaltenen Berichte Uber Chanukka nichts von den geschichtlichen Vorgängen erzählen, die dem Fest vorangingen und es veranlaßten, nichts von den das ganze Volk erschütternd Wirren, sondern nur von dem Anzünden des Lichts in dem wieder seiner heiligeflrnestimniung zurückgegebenen Tempel erzählen, nur diese eine Handlung in den Mittelpunkt stellen. Ist das nur Unkenntnis der Geschichte gewesen, nur Mangel an historischem Sinn? Oder offenbart sich darin eine tiefere Weisheit, eine reifere F.rkenntnis, die Erkenntnis, daß es auf den geschichtlichen Hintergrund eines Festes gar nicht so sehr ankommt, weil schließlich eine Qeschichtssituation, die ein späteres Ueschlccht erlebt, doch Im letzte«! nie mit irgendeiner früheren wirklich in Parallele zu setzen Ist, auch wenn noch so viele äußere Aehnlichkeiten gegeben erscheinen, und duß das Wesentliche die religiöse Handlung bleibt, wie sie sich aus verborgenen Anfängen zu bestimmter Form entwickelt und in dieser Form dann allen Qeschichtssituationen Ausdruck geben kann? Man kennt die am meisten verbreitete Legende vom Ursprung des Lichtanzündens an Chanukka. daß man beim Einzug in das zurückgewonnene Heiligtum nur einen einzigen Oelkrug fand, der das pTiesterliche Sieget trug, Zeichen, dal> von seinem Inhalt nichts von den Heiden zum Dienst auf dem Qötzcnalter verwandt war, und daß das Qanze unent weiht und heilig war; nur für einen Tag schien dies Oel auszureichen, aber ein Wunder geschah. Acht Tage konnte man von diesem Oel die ewige Lampe speisen und das zur Erinnerung, die acht Tage des Liebtanzandens. Aber es gibt noch eine zweite, weniger bekannte Legende vom Ursprung des LichtanzOndens an Chanukka. Ais die rtasmonäer, so lautet sie, in .das zurückgewonnene Heiligtum wieder einzogen und das ewige Licht anzünden wollten, war alles entweiht, auch der goldene Leuchter, der es bisher getragen halt«. Da fanden sie In einem Winkel acht Spieße, die nahmen sie, umhüllten sie mit Holz, stellten sie fest bin. und sie trugen nun das ewige Licht; in bei-

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